Josef „Sepp“ Mastaller kam im Jahr 1915 im Augsburger Stadtteil Oberhausen zur Welt. Er stammte aus einfachen Verhältnissen und absolvierte ab 1929 zunächst eine Berufsausbildung zum Steinmetz und Bildhauer. Er besuchte die Kunstschule Augsburg und studierte ab 1935 an der damaligen Staatsschule für angewandte Kunst in München das Fach Kunst bei Josef Henselmann.
Im Zweiten Weltkrieg leistete Mastaller Arbeitsdienst und ab 1939 Wehrdienst in Frankreich, Rumänien und Ungarn. Er geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1945 floh. Von den Amerikanern wurde er wieder in Kriegsgefangenschaft gesetzt, aus der er noch im gleichen Jahr entlassen wurde. Erst ab 1948 konnte Mastaller nach der kriegsbedingten mehrjährigen Unterbrechung seine künstlerische Tätigkeit in Augsburg fortsetzen.
Sepp Mastaller war verheiratet mit Charlotte Kadelburg. Seinen Lebensmittelpunkt hatte er immer in Augsburg, ein Sohn kam jedoch im Jahr 1949 im hessischenMarburg zur Welt. Mehrere Studienreisen führten Sepp Mastaller in viele europäische Länder sowie nach Ceylon, Indien, Thailand und Kambodscha.
Das künstlerische Lebenswerk Mastallers umfasst mehr als 50 Brunnen, zahlreiche Skulpturen und Werke für sakrale Bauten. Als Material wählte er oft Bronze, Stein oder Beton. Seine Plastiken stehen in vielen deutschen Städten sowie in Japan und in den USA.
Einige seiner großen Skulpturen wurden zusätzlich in limitierter Auflage als Kleinplastiken aus Bronze hergestellt.
1963 schuf Mastaller die lebensgroße Statue des KirchenpatronsSt. Canisius und die Marienfigur für die Canisius-Kirche in Augsburg-Hochfeld. Die St. Ulrich-Statue über dem Hauptportal der St. Ulrich-Kirche in Nersingen wurde nach seinem Entwurf von Josef Konzal in Muschelkalk gehauen. Den Altarraum der 1955 geweihten Kirche St. Bernhard in Kissing hat er im Jahr 1969 entworfen und gestaltet. Für die katholische Kirche St. Ulrich und Afra in Feuchtwangen schuf Mastaller in den Jahren 1960/1961 den seitlichen Ambo und gestaltete die etwa zwei Meter hohe Weihwasserbeckensäule im Eingangsbereich reliefartig mit Szenen aus dem Leben der beiden Heiligen. Auch das Kreuzrelief in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof in Augsburg-Göggingen erschuf Sepp Mastaller in den Jahren 1971/1972.
1957 Teilnahme an der Jubiläumsausstellung „ECKE 50“ der Künstlervereinigung „ECKE“, Augsburg
1975 Kollektiv-Ausstellung in Augsburg
2002 Ausstellung in Stadtbergen
Literatur
Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben, Historischer Verein für Schwaben, Verlag Bücher Seitz, 2007, Sepp Mastaller auf S. 398
Bernhard Radinger:Das Kunstwerk von Sepp Mastaller. In: 90 Jahre Kriegshaber. Arbeitsgemeinschaft der Ortsvereine Kriegshaber, Augsburg 2006, S.18+19.
Werner Lutz:Augsburgs Weg zur modernen Großstadt 1907–1972 die Künstlervereinigung Augsburg „Die Ecke“ als kritischer Wegbegleiter. In: Architekturmuseum Schwaben: Schriften des Architekturmuseums Schwaben. Band3. Architekturmuseum Schwaben, Augsburg 2001, ISBN 3-9807563-1-9.
Mastaller, Sepp:Sepp Mastaller. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts.Band6, Nachträge H–Z. E. A. Seemann, Leipzig 1962, S.255 (Textarchiv– Internet Archive– Leseprobe).