Eine Sestiga (auch Seiuga) ist ein von insgesamt sechs Pferden gezogener römischer, einachsiger Triumphwagen, der sich aus einem schnellen, zweispännigen Streitwagen, der Biga, entwickelt hat. Wegen der schlechten Manövrierfähigkeit ist eine Verwendung im Krieg auszuschließen.

Die Namen Biga, Triga, Quadriga usw. geben die Anzahl der angespannten Pferde wieder, also zwei, drei, vier usw. Die Anspannung erfolgt neben- und nicht hintereinander. Ein zwei- oder dreispänniges Gespann der Streitwagen war schnell und ein leicht manövrierbares Kriegsgerät.
Die vierspännige Quadriga wurde meist als Kommandofahrzeug, der Wagen spiegelte den Status wider, oder für Wagenrennen, wegen der schwierigen Fahrbarkeit und dem daraus folgenden Spektakel, verwendet. Für römische Triumphzüge wurde eine Quadriga auch genutzt.
Eine Sestiga hatte jedoch wegen der stark erschwerten Lenkbarkeit keinen praktischen Nutzen im Krieg oder als Sportgerät bei Wagenrennen mehr. Der Wagen wurde bei Triumphzügen oder in der Kunst und Architektur verwendet.



„ERGA VNIVERSOS ET NOVAM SVPRA OMNES RETRO PRINCIPES INDVLGENTIAM ARCVM CVM SEIVGIBVS ET ORNAMENTIS OMNIBVS INCOHANTE ET DEDICANTE MARCO AVRELLIO SEBASTENO PROCVRATORE AVGVSTI DEVOTISSIMO NVMINI EIVS A SOLO FACIENDVM CVRAVIT“
Auf Deutsch in etwa:
„Für den Imperator Caracalla .... ließ die Republik der Volubilitaner diesen Bogen von Grund auf bauen, einschließlich eines von sechs Pferden gezogenen Wagens und aller Verzierungen“
Die Sestiga oder Seiuga wird in neuzeitlicher Architektur weniger zitiert als die Quadriga. Die bekanntesten Sestigae auf Triumphbögen gehen auf die napoleonische Zeit zurück.
zeigt die Nike in einem Wagen mit sechs Pferden in Erinnerung an den Sieg Russlands über Napoleon im Russlandfeldzug 1812
wurde zunächst aus Holz errichtet und sollte die zurückkehrenden russischen Soldaten nach dem Sieg gegen Napoleon begrüßen. Eine Nachbildung steht heute auf dem Siegesplatz in Moskau.
steht in Mailand und sollte zunächst an den Ruhm Napoleons erinnern. Er wurde später dem Europäischen Frieden von 1815 umgewidmet.