
Sheng-Ching Chang (張省卿 geb. 1963 in Tainan, Taiwan) ist eine taiwanische Kunsthistorikerin. Sie ist Direktorin des Graduate Institute of Museum Studies und Professorin an der Fakultät für Geschichte der Katholischen Fu-Jen-Universität in Taipeh.
Chang absolvierte an der Fu-Jen-Universität in Taipeh den B.A.-Abschluss im Hauptfach Geschichte und Nebenfach Internationaler Handel. Von 1986 bis 1995 studierte sie zudem Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Hamburg in Deutschland mit der Abschlussarbeit Das Porträt von Johann Adam Schall von Bell in Athanasius Kirchers ‘China illustrata’. Von 1996 bis 2002 promovierte sie in Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo sie mit ihrer Doktorarbeit Das Chinabild in Natur und Landschaft von Athanasius Kirchers ‘China illustrata’ (1667) sowie der Einfluß dieses Werkes auf die Entwicklung der Chinoiserie und der Europäischen Kunst promovierte.
Von 1988 bis 1997 arbeitete Chang als Journalistin für die taiwanischen Zeitungen Independent Morning Post, Independent Evening Post und Independent Weekly Post sowie als Autorin für die Magazine Artist, ARTIMA und Art of Collection in Taipeh und die Neunzigerjahre in Hongkong. Sie war auch Fotoreporterin für die taiwanische Ausgabe des National Geographic Magazine und Redakteurin für die deutschen Zeitschriften Diskus und Pen, mit den Themen der Entwicklung von Kunst und Kultur in Europa und Asien, Geschichte, Gesellschaft, Politik, Menschenrechte und Umweltschutz.
Chang arbeitete von 2002 bis 2006 als Assistenzprofessorin für Geschichte und Kunstgeschichte an der Fu Jen University, der Taipeh National University of Arts und der National Taiwan University of Arts in Taipeh. Sie wurde später zum Full Associate Professor (2009) und Full Professor (2016) ernannt an der Historischen Abteilung und am Graduierteninstitut der Fu Jen University. 2018 war sie außerordentliche Professorin am Graduate Institute of Art History der National Taiwan Normal University in Taipeh. Seit 2020 ist sie Direktorin des Graduate Institute of Museum Studies an der Fu-Jen-Universität. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die europäische Kunstgeschichte im globalen Kontext, die Geschichte des künstlerischen und kulturellen Austauschs zwischen Ost und West, die Methodik der Kunstgeschichte und die Geschichte der kolonialen Stadtentwicklung. Von 2023 bis 2024 ist sie Gastwissenschaftlerin an der Humboldt-Universität zu Berlin und beteiligt sich am Exzellenzcluster „Matters of Activity. Image Space Material“ der Universität. Im Jahr 2024 hat sie außerdem eine Professur am China Center for Science and Technology an der Technischen Universität Berlin inne. Von 2025, Moderation der Podiumsdiskussion „Museen und Kulturaustausch – Eine Brücke zwischen Taiwan und Deutschland“, veranstaltet von der Deutsch–Taiwanischen Gesellschaft e.V., zur Förderung des museumskulturellen Austauschs zwischen Taiwan und Deutschland. Von 2025 gründete gemeinsam mit deutschen Wissenschaftlern in Berlin den Verein „IMAGO – Historische Bildwissenschaften“, der sich der Förderung der transnationalen Forschung und des wissenschaftlichen Austauschs im Bereich der historischen Bildwissenschaft widmet.
Seit 2005 veranstaltet Chang zusammen mit ihren Kollegen an der Fu Jen University jährliche Konferenzen zum Thema "Geschichte des kulturellen Austauschs", sowie eine Reihe von jährlichen Vorträgen (2008–) und Workshops (2011–) zu Themen der "Weltgeschichte". Sie hat Panels an Institutionen in ganz Asien und Europa organisiert, darunter das Institut für Geschichte der Universität Oxford, die Universität München, das Orientalische Institut der Jagiellonen-Universität in Krakau, das Taipeh National Palace Museum und die China Central Academy of Fine Arts in Peking. 2019 hielt Chang Vorträge an der Jagiellonen-Universität über „Chinesische Kunstgeschichte und ihre Globalisierung“ (mit den folgenden sechs Themen: „Chinesische Städte: Peking“, „Chinesische Gärten: Suzhou-Gärten“, „Chinesische Architektur: Nanjing-Pagode“, „Chinesische Malerei: Landschaftsmalerei“, „Chinesische Skulptur: Buddha-Statuen“ und „Chinesisches Kunsthandwerk: Blaues und weißes Porzellan“). Darüber hinaus redigierte sie das „Fu Jen Historical Journal“, rezensierte das „Journal of Fine Arts“ an der Nationalen Universität der Künste in Taipeh und nahm als Jurymitglied an Entscheidungsfindungen über die Vergabe von Stipendien teil.
Mitglied verschiedener Berufungskommissionen für Beförderungen zum Professor an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Nationalen Taiwan-Universität und der Nationalen Taiwan Normal University sowie für die Beförderung zum außerordentlichen Professor für Kunstgeschichte an der Nationalen Kunstuniversität Tainan. Zudem Mitglied des Redaktionsausschusses des Publikationszentrums der Bibliothek der National Taiwan Normal University und der Zeitschrift Taiwan Historical Research.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Chang, Sheng-Ching |
| KURZBESCHREIBUNG | taiwanische Kunsthistorikerin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 1963 |
| GEBURTSORT | Tainan, Taiwan |