Huang Shi (chinesisch 黄石, Pinyin Huáng Shí), in Fachzeitschriften häufig als Shi Huang zitiert (* 26. Oktober 1961 in Dalian), ist ein chinesischer Genetiker und war bis zu seiner Emeritierung Professor am State Key Laboratory of Medical Genetics der Universität Zentral- und Südchinas (Central South University) in Changsha.
Huang Shi wurde 1961 geboren. Er studierte von 1979 bis 1983 Genetik an der Fudan-Universität und wurde 1984 als Stipendiat des CUSBEA-Programms ausgewählt. Er promovierte 1988 in Biochemie an der University of California, Davis. Nach seiner Zeit als Postdoktorand an der University of California, San Diego (1989–1992) wurde er 1993 zum Pew Scholar ernannt. Nach einer langjährigen Forschungstätigkeit am Burnham Institute for Medical Research kehrte er 2009 nach China zurück und übernahm eine Professur an der Central South University.
Huangs Arbeit konzentriert sich auf die Krebsgenetik und die Molekulare Evolution.
Huang ist Mitentdecker der Tumorsuppressoren RIZ1 und der PRDM-Genfamilie. Er konnte zeigen, dass die Inaktivierung dieser Gene durch Methylierung maßgeblich zur Tumorentstehung beiträgt. Seine Forschung untersucht zudem den Zusammenhang zwischen westlicher Ernährung und dem Krebsrisiko über Mechanismen der Epigenetik.
Seit 2003 vertritt Huang die Theorie der maximalen genetischen Diversität (MGD). Diese stellt eine Alternative zur Neutrale Theorie der molekularen Evolution dar und postuliert eine Obergrenze für die Genetische Variation bei komplexen Organismen. Es wird angenommen, dass die genetische Variation aller Arten eine Obergrenze hat, die umgekehrt proportional zur Komplexität der Art ist.
Ein zentraler Aspekt seiner Arbeit ist die Neuinterpretation des Phänomens der genetischen Äquidistanz, das laut Huang in der Biologie bisher unzureichend berücksichtigt wurde. In diesem Zusammenhang schlug er auch eine alternative Erklärung für die Klassifizierung im phylogenetischen Baum der Primaten vor. Huangs Theorie wurde in das Lehrbuch Phylogenetic Trees and Molecular Evolution (2022) von David Bickel aufgenommen.
Ein wesentlicher Teil von Huangs Arbeit befasst sich mit der Neuinterpretation des Phänomens der genetischen Äquidistanz. Während die herkömmliche Molekulare Uhr davon ausgeht, dass die Rate der Aminosäuresubstitutionen über die Zeit konstant bleibt, postuliert Huang, dass diese Äquidistanz ein Resultat der maximalen genetischen Diversität ist. Er wies dieses Phänomen auch auf der Ebene der Nukleotide nach. Huang kritisiert, dass dieses Phänomen in der aktuellen Evolutionsbiologie oft übersehen oder missverstanden wird.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Huang, Shi |
| KURZBESCHREIBUNG | chinesischer Genetiker und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 26. Oktober 1961 |
| GEBURTSORT | Dalian |