
Shilpa Gupta (Hindi शिल्पा गुप्ता; * 1976) ist eine indische Künstlerin, die über multimediale Installationen, Klangarbeiten, Texte und Performances zu Themen wie Zugehörigkeit, Grenzziehungen, Zensur, Religion, Meinungsfreiheit und Menschenrechten Stellung bezieht. Ihre Arbeiten waren in führenden Häusern wie Tate Modern in London, dem Centre Pompidou in Paris und dem Mori-Kunstmuseum in Tokio zu sehen. Im Jahr 2025 erhielt sie den mit 25.000 Euro dotierten Possehl-Preis für Internationale Kunst. Aus diesem Anlass präsentiert die Kunsthalle St. Annen in Lübeck die Überblicksausstellung we last met in the mirror.
Gupta wurde in Mumbai geboren und lebt und arbeitet dort. Von 1992 bis 1997 studierte sie Bildhauerei an der Sir J. J. School of Fine Arts in Mumbai. Schon als junge Kunststudentin interessierten sie schlichte Alltagsmaterialien, die sie in Installationen und Performances einsetzte. Ein prägendes Erlebnis war die Begegnung mit Arbeiten des Konzeptkünstlers Joseph Kosuth in einem Kunstbuch, die ihr eine künstlerische Richtung jenseits akademischer Traditionen wiesen. Anerkennung erhielt sie früh auf Biennalen, noch bevor ihr Werk im eigenen Land ähnlich stark Widerhall fand.
Guptas Praxis umfasst Klang-, Licht- und Textinstallationen, Zeichnung, Skulptur, interaktive Computer- und Performancestücke; die Arbeiten befassen sich oftmals mit Grenzziehungen durch Staaten und ihre gesellschaftlichen wie psychologischen Wirkungen. Das Motiv der Grenze macht sie mit 1:14.9 – 1188.5 miles of fenced border – West, North-West, Data Update: Dec 31, 2007 (2011–2012) physisch erfahrbar, einem aus handgewickeltem Garn gefertigten Knäuel in der Länge der befestigten Anlagen an der indisch-pakistanischen Grenze. In For, In Your Tongue, I Cannot Fit (2017–2018) hängen 100 Mikrofone über 100 Metallspitzen, die Seiten mit Versfragmenten durchbohren. Die Installation gibt der verfolgten und inhaftierten Dichtergruppe aus verschiedenen Jahrhunderten eine Stimme, deren Worte in unterschiedlichen Sprachen gelesen, geflüstert und gesungen werden. Die Barbican Art Gallery zeigte 2021 ihre erste große Londoner Einzelausstellung Sun at Night, in der diese Arbeit den dramaturgischen Höhepunkt bildete. Mit Still They Know Not What I Dream (2021) erzeugt eine klappernde Buchstabenklapptafel poetisch-dramatische Textzeilen, die an Anzeigetafeln in Bahnhöfen erinnern. Das Langzeitprojekt Untitled (Spoken Poem in a Bottle) sammelt seit 2018 in Fläschchen gesprochene Gedichte inhaftierter Künstler als stilles Monument der Anteilnahme. Ihre Lichtinstallation I Live Under Your Sky Too (2004) wurde zunächst am Strand von Bandra in Mumbai gezeigt und entwirft in mehreren Sprachen eine Beschwörung von Gemeinschaft. Kritische Texte haben Guptas Ansatz als leise, aus Alltagsmaterialien entwickelten Widerspruch gegen Unterdrückung und Überwachung beschrieben, welcher die Idee von „lines of control“ ästhetisch neu denkt. Ihr Werk war und ist weltweit in führenden Institutionen präsent, darunter Tate Modern, Centre Pompidou und Mori Art Museum. Im Zeitraum 2025/2026 bringt die Ausstellung we last met in the mirror in Lübeck rund 25 Arbeiten aus zwei Jahrzehnten zusammen.
| Personendaten | |
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| NAME | Gupta, Shilpa |
| ALTERNATIVNAMEN | शिल्पा गुप्ता (Hindi) |
| KURZBESCHREIBUNG | indische Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1976 |