Shima-uta (jap. 島唄 oder シマ唄) bezeichnet die Volkslieder der Amami-Inseln in der japanischen Präfektur Kagoshima. Ursprünglich bedeutet Shima im Amami-Dialekt Dorf, Siedlung oder Heimat. In den einzelnen Dörfern Amamis waren unterschiedliche Lieder bekannt, und weitverbreitete Lieder variierten im Text. Shima-uta heißt daher so viel wie Heimatlied. Im Gegensatz dazu heißt Shima auf Japanisch Insel, und unter Shima-Uta werden daher Insellieder verstanden, d. h. die Lieder von ganz Okinawa. Auch heute gibt es eine Vielfalt von Komponisten, die im Zu- oder Vollerwerb solche Insellieder produzieren.
Die Band The Boom, deren Mitglieder hauptsächlich aus der Präfektur Yamanashi in der Nähe von Tokio stammen, landete mit Shima-Uta 1992 einen großen Hit. Dabei handelt es sich um eine musikalische Imitation des Okinawa-Stils (u. a. Verwendung von Ryūkyū-Dialekt, eine für Okinawa typische Tonfolge, Instrumente wie Shamisen).
Der Text handelt davon, dass die Deigo-Bäume in der Blüte stehen und ein Sturm aufzieht. Zwei Menschen sagen sich im Zuckerrohrfeld (うーじぬ森, Ūji nu Mori) lebewohl.
Es handelt sich dabei um eine sehr direkte Anspielung auf die Schlacht um Okinawa. Die Deigo-Bäume blühen im April und Mai. Der Sturm bezieht sich auf den Sturm aus Stahl, wie auch die Schlacht in Okinawa bezeichnet wird.
Es war den meisten Menschen damals auch bewusst, dass sie sterben würden, wenn sie auf der Insel blieben.
Der Erfolg ist teilweise dem Okinawa-Mythos in Japan zu verdanken. Verschiedene Sehnsüchte nach Exotik, Ursprünglichkeit oder ähnlichem finden mit Okinawa eine Projektionsfläche.
Die Menschen in Okinawa sahen das Lied zunächst sehr kritisch, da sie den Ausverkauf ihrer eigenen Kultur und den politisch-historischen Missbrauch durch die Japaner befürchteten.
Es existieren verschiedene Versionen und Coverversionen.