Shin Daewe (birmanisch ရှင်ဒေဝီ; * 1973 in Rangun als Cho Cho Hnin (ချိုချိုနှင်း)) ist eine myanmarische Dokumentarfilmerin. Mehrere ihrer Filme sorgten international für Anerkennung. Im April 2026 wurde sie im Zuge einer Massenamnestie der Militärregierung aus dem Insein-Gefängnis in Yangon entlassen.
Shin Daewe wuchs in einem politisch und sozial turbulenten Umfeld auf. Früh wandte sie sich dem Dokumentarfilm als Mittel des künstlerischen und politischen Ausdrucks zu. Im Lauf ihrer Karriere drehte sie mehr als 15 Dokumentarfilme und etablierte sich damit als eine bedeutende Dokumentarfilmerin Myanmars.
Shin Daewes Dokumentarfilme, darunter Now I Am 13, Rahula, Take Me Home und Brighter Future, wurden international gezeigt und behandeln häufig soziale und politische Themen in Myanmar. Bereits Anfang der 1990er-Jahre wurde sie zweimal kurzzeitig inhaftiert, nachdem sie an prodemokratischen Demonstrationen teilgenommen hatte.
Im Oktober 2023 wurde sie in Yangon festgenommen, als sie eine Drohne für Filmaufnahmen abholen wollte. Ein von der Militärjunta kontrolliertes Gericht verurteilte sie 2024 wegen angeblicher „Finanzierung und Beihilfe zum Terrorismus“ zu lebenslanger Haft. Berichten zufolge wurde Shin Daewe nach ihrer Festnahme verhört und gefoltert.
Wegen ihres Engagements für politische Freiheit in ihrem Heimatland wurde sie 2024 in die Liste BBC 100 Women aufgenommen, die jährlich einflussreiche und inspirierende Frauen auszeichnet. Am 17. April 2026 wurde sie im Rahmen einer zum Neujahrsfest Thingyan verkündeten Massenamnestie aus dem Insein-Gefängnis in Yangon entlassen.
Filme
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Daewe, Shin |
| KURZBESCHREIBUNG | myanmarische Dokumentarfilmerin |
| GEBURTSDATUM | 1973 |
| GEBURTSORT | Rangun |