
Shlomo Morag, auch Shelomo Morag (hebräisch שלמה מורג; * 17. Juli 1926 in Petach Tikwa; † 4. September 1999 in Jerusalem), war ein israelischer Professor am Institut für hebräische Sprache der Hebräische Universität Jerusalem. Er gründete das Forschungszentrum für jüdische mündliche Überlieferungen an der Hebräischen Universität und leitete mehrere Jahre das Ben-Zvi-Institut für das Studium jüdischer Gemeinschaften im Osten. Morag war Mitglied der Akademie für die hebräische Sprache sowie der Israelische Akademie der Wissenschaften und Geisteswissenschaften und zudem Fellow der American Academy of Jewish Research.

Morag wurde 1926 in Petah Tikva im britischen Mandatsgebiet Palästina geboren. Seine Eltern waren beide Lehrer an der religiösen Schule Netzah Israel in Petah Tikva. Später zog die Familie nach Ramat Gan, wo Morag aufwuchs und sein jüngerer Bruder Amotz zur Welt kam.
Morag begann 1943 sein Studium an der Hebräischen Universität in Jerusalem. 1955 promovierte er mit einer Dissertation über die hebräische Aussprache der jemenitischen Juden, die er unter der Betreuung seiner Lehrer Shlomo Dov Goitein, Hans Jakob Polotsky und Naftali Herz Tur-Sinai verfasste. Weitere Lehrer, die ihn beeinflussten, waren Joseph Klausner, David Baneth und Hanoch Yelon.
Später trat er der Fakultät der Hebräischen Universität bei und war bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1994 als Professor am Institut für Hebräische Sprache tätig. Morag lehrte zudem an der Universität Tel Aviv und an der Bar-Ilan-Universität.
Morags Arbeiten konzentrierten sich auf die semitische Sprachwissenschaft, insbesondere auf die hebräische Sprache. Er erforschte die mündlichen Überlieferungen des Hebräischen und widmete einen Großteil seiner Forschung den Traditionen der jemenitischen Juden – insbesondere der jemenitisch-hebräischen und jemenitisch-aramäischen Überlieferung.
Die Grundlage für das Buch, für das Morag mit dem Israel-Preis ausgezeichnet wurde, bildete seine Doktorarbeit. Darin beschreibt er das jemenitische Hebräisch, die traditionelle Lesart der Bibel sowie der Mischna.
Morag unterscheidet die jemenitische Tradition aus mehreren Gründen von anderen hebräischen mündlichen Überlieferungen:

In seinem Buch beschreibt Morag die phonetischen und phonologischen Merkmale der jemenitischen Tradition und untersucht den Einfluss verschiedener jemenitisch-arabischer Dialekte auf die mündlichen Überlieferungen jemenitischer Juden aus unterschiedlichen Regionen des Jemen.

Dieses Buch, für das Morag mit dem Bialik-Preis ausgezeichnet wurde, behandelt die Phonologie und Morphologie der jemenitischen Tradition des Aramäischen im babylonischen Talmud. Grundlage ist die Lesetradition der Sanaʿani-Juden, die hauptsächlich im Forschungszentrum für jüdische mündliche Überlieferungen an der Hebräischen Universität – gegründet von Morag – aufgezeichnet wurde.
Laut Shlomo Morag stellt die jemenitische Tradition die beste Lesetradition des Jüdisch-babylonisches Aramäisch dar:
In seinem Buch widerlegt Morag die Behauptung, der Talmud sei im Jemen nicht allgemein gelehrt worden, und verweist auf jemenitische Manuskripte des babylonischen Talmuds sowie auf deren Bedeutung für die Bestimmung der Merkmale der jemenitischen Tradition.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Morag, Shlomo |
| ALTERNATIVNAMEN | Morag, Shelomo |
| KURZBESCHREIBUNG | israelischer Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 17. Juli 1926 |
| GEBURTSORT | Petach Tikwa |
| STERBEDATUM | 4. September 1999 |
| STERBEORT | Jerusalem |