Šibenik

Šibenik
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Šibenik (Kroatien)
Šibenik (Kroatien)
Basisdaten
Staat: Kroatien Kroatien
Koordinaten: 43° 44′ N, 15° 53′ OKoordinaten: 43° 44′ 9″ N, 15° 53′ 22″ O
Gespanschaft: Flagge der Gespanschaft Šibenik-Knin Šibenik-Knin
Höhe:0 m. i. J.
Fläche:404 km²
Einwohner:42.055 (31. Dezember 2021)
Bevölkerungsdichte:104 Einwohner je km²
Telefonvorwahl:(+385) 022
Postleitzahl:22 000
Kfz-Kennzeichen:ŠI
Bootskennzeichen:ŠB
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2017)
Gemeindeart:Stadt
Gliederung:43 Bezirke
Bürgermeister:Željko Burić (HDZ)
Koalitionspartner:HSP AS, HSS, HČSP
Postanschrift:Trg Pavla Šubića 2
22 000 Šibenik
Website:
Sonstiges
Schutzpatron:Sv. Mihovil (St. Michael)

Blick auf die Kathedrale und die Bucht
Panorama der Stadt
Ansicht der Südstadt von der Festung St. Michael aus

Šibenik [ˈʃibɛnik] (deutsch veraltet Sibenning, italienisch Sebenico) ist eine Stadt mit 42.589 Einwohnern (inkl. zugehöriger Ortschaften laut Volkszählung 2021) an der Adriaküste in Kroatien in der Region Dalmatien. Sie befindet sich in der Gespanschaft Šibenik-Knin (kroatisch: Šibensko-kninska županija) und ist Sitz der katholischen Diözese Šibenik.

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stellen mit 94,62 % die Kroaten.

Stadtgliederung

Die Stadt selber besteht aus 16 Stadtvierteln und hat 31.085 Einwohner.

Zudem gehören administrativ zur Stadt folgende 32 Ortschaften:

Geographie

Die Stadt liegt unweit der Mündung des Flusses Krka in die Adria an einem natürlich geschützten Hafen. Der natürliche Kanal Sv. Ante führt ins offene Meer. Der Krka-Canyon und der Prukljan-See bilden eine natürliche Barriere im Westen und Norden. Im Süden stellt die Meeresbucht Morinje bei Jadrtovac eine natürliche Barriere dar. Vorgelagert liegen die zur Stadt gehörenden besiedelten Inseln Zlarin, Kaprije und Žirje. Weiter im Süden liegt die Insel Krapanj. Hinzu kommen etliche unbesiedelte Inseln. Größere Nachbarstädte sind Vodice im Norden, Drniš und Knin im Osten sowie Primošten im Süden. Die einzigen benachbarten Großstädte sind Zadar im Norden und Split im Süden.

Geschichte

Šibenik wurde im Jahr 1066 in einer Urkunde des Königs Petar Krešimir IV., der sich im befestigten Kastell St. Michael (heute St. Anna) aufhielt, erstmals erwähnt. Von 1116 bis 1124 und von 1125 bis 1133 stand Šibenik unter venezianischer Herrschaft. Der ungarisch-kroatische König Stephan III. Árpád verlieh der Stadt 1167 die Autonomie. Nach einer kürzeren Amtszeit des byzantinischen Herrscherhauses (bis 1180) wurde die Stadt abwechselnd von den ungarisch-kroatischen Königen, von Venedig, dem bosnischen König Stjepan Tvrtko und dem Herzog Hrvoje Vukčić Hrvatinić regiert.

Von 1412 bis 1797 stand Šibenik erneut unter venezianischer Herrschaft. Danach war Šibenik bis 1918, abgesehen von der Zeit der französischen Besetzung, mit dem übrigen Dalmatien Teil von Österreich-Ungarn.

Am 28. August 1895 wurde das erste Kraftwerk mit Wechselstrom in Skradinski buk, auf dem Fluss Krka, nach Plänen von Nikola Tesla in Betrieb genommen. Die Stadt Šibenik war damit eine der ersten Städte Kroatiens, die mit elektrischem Strom beleuchtet waren.

1914 war Šibenik als Garnison der k.k. Landwehr belegt mit dem II. Bataillon des k.k. Landwehr Infanterie-Regiments Nr. 23.

Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde Šibenik von Italien besetzt, wurde jedoch durch den Grenzvertrag von Rapallo 1920 Teil des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen (später Königreich Jugoslawien). Während des Zweiten Weltkriegs wurde es nach der Zerschlagung Jugoslawiens im Balkanfeldzug durch die Römischen Verträge von 1941 vorübergehend italienisch.

Während des Kroatienkrieges (1991–95) wurde Šibenik von der Jugoslawischen Volksarmee und serbischen paramilitärischen Truppen schwer angegriffen. Obwohl sie über deutlich weniger Waffen verfügten, gelang es den Kroatischen Streitkräften und der Bevölkerung von Šibenik, die Stadt zu verteidigen. Die Schlacht von Šibenik dauerte vom 16. bis 22. September 1991. Durch die Kampfhandlungen wurden zahlreiche Gebäude und Denkmäler beschädigt, darunter die Kuppel der Kathedrale des Heiligen Jakobus und das 1870 erbaute Theatergebäude.

Welterbe und Baudenkmäler

Die Kathedrale von vorne gesehen

Das wichtigste Bauwerk Šibeniks ist die Kathedrale des Heiligen Jakob (Katedrala sv. Jakova), deren Dach aus einem Tonnengewölbe aus freitragenden Steinplatten besteht. Die Kathedrale gehört zur Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

Unweit von Šibenik gibt es zwei Nationalparks: Krka und Kornati.

Šibenik ist eine Stadt der Treppen mit über 2800 Treppenstufen innerhalb seiner Gassen. Sie besitzt viele Sehenswürdigkeiten und Baudenkmäler.

Festungen

Vom venezianischen Verteidigungssystem mit den vier Festungen von Šibenik befindet sich seit 2017 die Festung St. Nikolaus auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Kirchen und Klöster

Franziskanerkloster und Denkmal des Königs Petar Krešimir IV.
Kirche des hl. Krševan
Šibeniker Uferpromenade

Übrige Bauten

Partnerschaften

Šibenik ist Partnerstadt des Kreises Herford in Deutschland und der Stadt Voiron in Frankreich.

Kulturelle Ereignisse

Seit 1958 wird in Šibenik das „Internationale Kinderfestival“ begangen. Das Festival unterstützt die künstlerische Erziehung von Kindern und Jugendlichen.

Sport

Der Verein HNK Šibenik ist Teilnehmer an der 1. HNL, der höchsten Kroatischen Fußballliga. Die Wasserballer von VK Šibenik gehören seit der Unabhängigkeit zu den stärksten Teams des Landes und waren wiederholt Gastgeber internationaler Veranstaltungen. Die Sportart ist an der Adriaküste recht populär.

Der 1923 gegründete und erfolgreiche Ruderverein Krka hat hier seinen Sitz.

Verkehr

Straßenverbindungen

Šibenik liegt an der Küstenstraße D8 (kroatisch: Jadranska magistrala; deutsch: Adriatische Magistrale). Im Norden überquert die D8 die Krka über die Šibenik-Brücke. Im Süden überquert die D8 die Morinja-Bucht über die Morinja-Brücke. Seit 2004 ist Šibenik an die Autobahn A1 angeschlossen. Weitere bedeutende Verkehrskorridore sind die Staatsstraße D27 Richtung Benkovac im Norden, die D33 Richtung Drnis und Knin im Osten sowie die D58 Richtung Trogir und Split.

Busverbindungen

Der Busbahnhof im Zentrum von Šibenik bietet Verbindungen zum Nahverkehr sowie zum nationalen und internationalen Fernverkehr.

Bahnverbindungen

Der Personenverkehr ab Bahnhof Sibenik auf der Bahntrasse Richtung Split und Knin wird als Pendelverkehr bis zur Hauptstrecke Zagreb-Split im 22 km entfernten Stadtteil Perkovic durchgeführt. Dort bestehen Anschlüsse Richtung Split und Knin-Zagreb, auch als Nachtverkehr.

Fährverbindungen

Es bestehen zwei Fährverbindungen zu den vorgelagerten Inseln:

Die Verbindung Šibenik – Zaton – Raslina – Skradin wurde mit dem Bau der Šibenik-Brücke und umliegenden Landstraßen in den 1960er Jahren eingestellt. Eine Fährverbindung von Šibenik nach Skradin zum Zwecke von Ausflügen zu den Wasserfällen Krka wird diskutiert.

Flugverbindungen

Šibenik besitzt weder einen Flughafen noch einen Flugplatz. Passagierflüge finden über die internationalen Flughäfen Zadar (76 Straßenkilometer entfernt) und Split (50 Straßenkilometer entfernt) statt.

Wirtschaft

Šibenik war bis in die 1980er Jahre ein bedeutender Industriestandort, insbesondere für die Verarbeitung von Aluminium. Aus dieser Zeit ist lediglich das Werk TLM (heute: Impol-TLM) im Stadtteil Razine übrig geblieben. Der Schiffsbau spielt heute noch eine Rolle. Die Werft NCP wurde 2019 durch die slowenische Firma Iskra übernommen und wird unter diesem Namen weiterbetrieben. Überregional bekannt ist der Wein- und Spirituosenhersteller Vinoplod Šibenik.

Tourismus

Durch die Nähe zu den Wasserfällen Krka sowie zum Kornati-Archipel ist Šibenik seit Jahrzehnten touristisch geprägt. Seit den 2000er Jahren und mit dem Aufkommen von Billigflügen und der steigenden Popularität von Städtereisen und Kreuzfahrten wurde die Altstadt von Šibenik ein beliebtes Ziel für Touristen. Zuvor konzentrierte sich der Tourismus eher auf Orte wie Vodice, Primošten, auf das Hotel-Resort „Solaris“ bei Brodarica (heute: Amadria-Park) sowie auf die Nationalparks. Etliche Bauwerke, Plätze und Festungen wurden seit den 2000er Jahren restauriert oder ausgebaut um die Stadt für den Tourismus noch attraktiver zu machen.

Der nautische Tourismus hat ebenfalls stark zugenommen. In den 2010er Jahren wurde hierfür die „D-Marin“ errichtet, ein Yachthafen für große Yachten im Stadtteil Mandalina nahe dem Frachthafen und der Werft. Šibenik liegt auf einer beliebten Route für Segel- und Motoryachten, welche auf dem Weg zu den Krka-Wasserfällen an der Stadt entlang zum Prukljan-See und weiter bis Skradin führt. Das Inselarchipel vor Šibenik ist für den nautischen Tourismus ebenfalls von großer Bedeutung.

Die Kathedrale des heiligen Jakob wurde in der fünften Staffel der Serie Game of Thrones als Kulisse genutzt. Gemeinsam mit weiteren Drehorten der Serie in Kroatien wurde in den letzten Jahren Šibenik daher zunehmend auch für Fans der Serie ein beliebtes Reiseziel.

Söhne und Töchter der Stadt

Wappen von Šibenik auf dem einst von der Marinesektion des k.u.k. Kriegsministeriums genutzten Amtsgebäude Marxergasse 2 in Wien. Im amtlichen Gebrauch der k.u.k. Marine wurden die Namen in italienischer Sprache verwendet.
Commons: Šibenik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Šibenik – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. 1 2 Državni zavod za statistiku – Popis '21. Abgerufen am 10. Februar 2022.
  2. ↑ The Cathedral of St James in Šibenik auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
  3. ↑ Šibenik Croatia – tourist destinations, information and attractions. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 21. Mai 2018 (englisch).
  4. ↑ Sehenswürdigkeiten in Šibenik (abgerufen am 8. Mai 2017)
  5. ↑ Tourismusverband der Stadt Šibenik – Sakrale Denkmäler (Memento vom 29. Juli 2017 im Internet Archive) (abgerufen am 8. Mai 2017)
  6. ↑ Tourismusverband des Landkreises Šibenik-Knin (abgerufen am 8. Mai 2017)
  7. ↑ Venetian Works of Defence between the 16th and 17th Centuries: Stato da Terra – Western Stato da Mar: Fort of St. Nikola, Šibenik-Knin County auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
  8. ↑ Theater Šibenik (abgerufen am 8. Mai 2017)
  9. ↑ 56. Kinderfestival 2017. Solaris Beach Resort, Šibenik (Memento vom 27. September 2020 im Internet Archive).
  10. ↑ Fahrplanauskunft der Kroatischen Eisenbahn HZPP VON 2024 und 2025: HŽ Putnički prijevoz. Abgerufen am 10. Februar 2022.
  11. ↑ Sailing schedules, local lines: District of Šibenik. Reederei Jadrolinija, abgerufen am 27. Juni 2024.
  12. ↑ Impol TLM. Abgerufen am 10. Februar 2022.
  13. ↑ Der Sonntag, 15. April 2018, S. 26.