Die Sickerrate (engl. leakage) ist ein Modell der Tourismusforschung zur Erklärung des Zurückfließens von Deviseneinnahmen aus dem Tourismus ins Ausland. Dies entsteht durch Import von für Touristen benötigten Gütern (etwa Lebensmittel und Getränke) oder durch Beauftragung von ausländischen Dienstleistern (Transport, Bauaufträge). Je differenzierter die Wirtschaftsstruktur des Ziellandes ist, desto höher ist die Möglichkeit der Selbstversorgung von Konsumgütern und Dienstleistungen und desto niedriger ist die Sickerrate.
Die Sickerrate kann auf zwei Arten entstehen:
Eine weitere Variante entsteht durch Veränderungen der Konsummuster aufgrund erhöhter Einnahmen durch den Tourismus. Dadurch kann sich die lokale Nachfrage, auch angeregt durch das "Vorbild" der Touristen, zugunsten importierter Produkte verändern und somit die Sickerrate weiter erhöhen.
Auch wenn Gewinnabflüsse die Einnahmen durch den Tourismus reduzieren können, weist der Tourismus im Vergleich zu anderen Exportproduktionen relativ günstige Netto-Deviseneffekte auf, da man wo immer möglich, auf lokale Ressourcen zurückzugreifen sucht.