Sid Auffarth

Sid Auffarth 2012 vor dem Historischen Museum Hannover am Tag des offenen Denkmals
Auffarth referiert im Historischen Museum Hannover über Luftschutzbunker in Hannover, hier zum Bunker in der Friesenstraße

Sid Auffarth (* 1938 in Bremerhaven) ist ein deutscher Architekt, Stadtbau-Historiker und Autor insbesondere zur hannoverschen Stadtbaugeschichte.

Leben und Wirken

Nach einer „durchgestandenen“ Maurerlehre studierte Auffarth Bauingenieurwesen und Architektur an der Technischen Hochschule Hannover sowie an der ETH Zürich. Seit 1971 lehrte und forschte er drei Jahrzehnte lang bis zur Pensionierung 2001 an der nunmehrigen Universität Hannover, zuletzt als Akademischer Rat an der Architekturfakultät in der Abteilung Stadtbaugeschichte bei Günther Kokkelink. Dort leitete er das Forschungsprojekt „Rudolf Hillebrecht und Hannover. Leitbilder und Planungen nach dem Zweiten Weltkrieg“. Kurz vor Ende seiner universitären Dienstzeit promovierte Sid Auffarth 1999 mit einer kumulativen Dissertation, die 23 bereits veröffentlichte Beiträge in Zeitschriften und Büchern zu einem Gesamtwerk zusammenfasst.

Auffarth gilt als „Hannoverkenner“ und hat sich vielfach in der Öffentlichkeit kritisch mit der baulichen Entwicklung Hannovers auseinandergesetzt, so auch 2011 mit Aktionen gegen den Abriss des denkmalgeschützten Landtagsgebäudes. Er war als Bürgeranwalt im 1995 gegründeten Bürgerbüro Stadtentwicklung aktiv und er war Vorstand der Baudenkmal-Stiftung Raum Hannover sowie (bis zu dessen unfreiwilliger Auflösung 2018) Ortkurator des Ortskuratoriums Hannover der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Von 1994 bis 2018 veranstaltete Auffarth sogenannte „StadtRadTouren“ durch Hannover. Einige dieser thematischen Fahrradtouren sind von Auffarth auch als sogenannte „Audio.StadtRadTouren“ als jeweils 3- bis 5-minütige Audiodateien an Hörstationen zu erleben. Von besonderer Öffentlichkeitswirksamkeit sind Auffarths seit 2002 im Historischen Museum Hannover gegebene, baugeschichtliche Vortragsreihen.

Mitgliedschaften, Ehrungen

Auffarth ist Mitglied im Netzwerk Baukultur Niedersachsen und Ehrenvorsitzender mehrerer Vereine.

2015 war er der achte Preisträger des Cord-Borgentrick-Steins des Heimatbundes Niedersachsen und der Stadt Hannover.

Publikationen (Auswahl)

(chronologisch)

Literatur

Commons: Sid Auffarth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Katharina Wolf: „Man muss halt immer weiter reden!“ Sid Auffarth, Alumnus und Bauhistoriker, begleitet seit 45 Jahren Hannovers Bauprojekte, in: LeibnizCampus Hannover, Ausgabe 17 vom Dezember 2016, S. 48–49, hier S. 48.
  2. ↑ Sid Auffarth. In: bbs-hannover.de. Bürgerbüro Stadtentwicklung Hannover, abgerufen am 3. Februar 2023.
  3. ↑ Katharina Wolf: „Man muss halt immer weiter reden!“ Sid Auffarth, Alumnus und Bauhistoriker, begleitet seit 45 Jahren Hannovers Bauprojekte, in: LeibnizCampus Hannover, Ausgabe 17 vom Dezember 2016, S. 48–49, hier S. 49.
  4. ↑ Erfolgreiche Aktion "Roter Punkt": Kein Landtagsabriss in Hannover. In: myheimat.de. gogol medien GmbH & Co. KG, 6. Februar 2011, abgerufen am 19. Juli 2021.
  5. ↑ Denkmalstiftung: Zentrale schmeißt Hannover raus. In: www.haz.de. Hannoversche Allgemeine Zeitung (Online-Ausgabe), 16. August 2018, abgerufen am 19. Juli 2021.
  6. ↑ Wegbereiter*innen. In: bbs-hannover.de. Bürgerbüro für Stadtentwicklung, abgerufen am 19. Juli 2021.
  7. ↑ Conrad von Meding: Hannover hat jetzt Audio-Stadtradtouren. In: haz.de. Hannoversche Allgemeine Zeitung (Online-Ausgabe), 2. Juni 2018, abgerufen am 19. Juli 2021 (Mit Nachricht der Beendigung von Auffarths langjähriger Radtour-Reihe).
  8. ↑ Audio.StadtRadTouren. In: bbs-hannover.de. Bürgerbüro Stadtentwicklung, abgerufen am 19. Juli 2021.
  9. ↑ Ein Jubiläum. Der 100. Vortrag. In: hannover.de. 30. Januar 2023, abgerufen am 2. Februar 2023.
  10. ↑ Jens Schade: Am Borgentricktag wurde Sid Auffarth geehrt. In: myheimat.de. AZ Verlags-Service GmbH, Augsburg, 25. November 2015, abgerufen am 3. Februar 2023.
  11. ↑ Die ungedruckte Sammlung existiert in nur zwei öffentlich zugänglichen Exemplaren, die sich in der Technischen Universitätsbibliothek (TIB) der Universität Hannover befinden; Signaturen: H 01 B 125 und H 01 B 125a.