Siegbert Arno Warwitz (* 19. September 1937 in Münster) ist ein deutscher Sportwissenschaftler und Verkehrspädagoge. Als Professor an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe widmete er sich insbesondere der experimentellen Sportpsychologie, der Verkehrserziehung sowie der interdisziplinären Erforschung von Risiko- und Wagnisverhalten. Warwitz entwickelte Ansätze zur Förderung der Verkehrssicherheit und leistete einen Beitrag zur theoretischen Fundierung des mehrdimensionalen Lernens als didaktisches Modell.
Siegbert A. Warwitz wurde 1937 als ältestes von fünf Kindern von Alfons und Hildegard Warwitz (geborene Dünnebacke, Tochter des Kommunalpolitikers Joseph Dünnebacke) geboren. Er besuchte zunächst die Grundschulen in Sillium bei Hildesheim und in Recklinghausen und wechselte dann an das humanistische Gymnasium Petrinum Recklinghausen, wo er 1957 das Abitur erlangte. Anschließend trat er in die Heeresoffizierschule der Bundeswehr ein, die er an den Standorten Hannover, Burg Sonthofen und Regensburg durchlief, und schloss die Ausbildung zum Tastfunker mit der Ernennung zum Leutnant ab. Ab dem Sommersemester 1958 absolvierte er ein Studium der Germanistik an den Universitäten Münster, Innsbruck und Wien. 1964 legte er sein Erstes Staatsexamen für das Höhere Lehramt in Münster ab. 1967 erwarb er das Zweite Pädagogische Staatsexamen in Germanistik und Sport für das Höhere Lehramt in Tübingen und promovierte im darauffolgenden Jahr. Anschließend war er zunächst am Humanistischen Gymnasium Ravensburg tätig, bevor er 1973 auf einen Lehrstuhl an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe berufen wurde. Dort wirkte er bis 1977 und erneut von 1991 bis 1993 als Prodekan der Fakultät V. Zwischen 1983 und 1987 bekleidete er das Amt des Dekans. Des Weiteren engagierte er sich ab 1985 als verantwortlicher Senatsbeauftragter für den Aufbau der interdisziplinären Studiengänge Musisch-Ästhetischer Gegenstandsbereich und Verkehrspädagogik. Für seine „herausragenden Beiträge zur Verkehrssicherheit von Kindern“ wurde er im Jahr 1995 mit dem Bruno-Epple-Preis ausgezeichnet. Im September 2002 wurde Warwitz emeritiert, wirkte aber in Karlsruhe bis 2005 weiterhin mit Prüfungs- und Forschungstätigkeiten.
Die Forschung von Warwitz ist vor allem auf die experimentelle Sportpsychologie und die Verkehrserziehung für Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt den Themen der Wahrnehmung, dem Phänomen Spiel sowie den Herausforderungen von Wagnis und Risiko. Dabei erblickt Warwitz im Wagnis ein werterfülltes Handeln, das auf einer Wertebasis beruht und von einem Streben nach Sinn getragen wird. Dem Wagnis wird eine formende Funktion für die menschliche Persönlichkeit zugesprochen. Er sieht es als Mittel einer aktiven Selbstvervollkommnung, mit der die latenten Potenziale des Menschen wachsen und beitragen können, eine Lebensaufgabe zu erfüllen. Hierbei unterscheidet Warwitz zwischen Wagnis und Nervenkitzel. Darüber hinaus hat er verschiedene pädagogische Ansätze und Testverfahren im Bereich Sport und Verkehrssicherheit entwickelt. Darunter den Wiener Koordinationsparcours und das Fußgängerdiplom. Warwitz lebt in Tettnang im Bodenseekreis.
| Personendaten | |
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| NAME | Warwitz, Siegbert A. |
| ALTERNATIVNAMEN | Warwitz, Siegbert Arno |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Sportwissenschaftler und Pädagoge |
| GEBURTSDATUM | 19. September 1937 |
| GEBURTSORT | Münster |