Sikuli (Software)

Sikuli / SikuliX / OculiX
Basisdaten
Aktuelle Version OculiX 3.0.3
(Mai 2026)
Aktuelle Vorabversion 1.1.1
(17. Oktober 2015)
Betriebssystem plattformunabhängig (Windows, macOS, Linux, Android via ADB)
Programmier­sprache Java, Jython, JRuby
Kategorie Robotergestützte Prozessautomatisierung, Softwaretest
Lizenz MIT-Lizenz
deutschsprachig ja
oculix.org

Sikuli ist eine Familie quelloffener Werkzeuge zur visuellen Automatisierung von grafischen Benutzeroberflächen (GUIs) anhand von Screenshots. Sie umfasst drei aufeinanderfolgende Generationen unter MIT-Lizenz:

Sikuli wird mit Automatisierungssoftware wie Selenium, iMacros, Kantu oder AutoHotkey verglichen und kann zur Fernsteuerung von Webseiten oder Anwendungssoftware unter Windows, macOS, Linux und – über ADB oder VNC – Android und iOS genutzt werden.

Sikuli und seine Nachfolger sind Jython-basierte visuelle Skripting-APIs zur Erstellung von Automatisierungsskripten. Sie enthalten eine integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) zum visuell unterstützten Schreiben der auf Screenshots aufbauenden Skripte.

Geschichte

Sikuli (2009–2010, MIT)

Die Entwicklung des Open-Source-Projekts begann 2009 am Massachusetts Institute of Technology durch Tsung-Hsiang (Sean) Chang, Tom Yeh und Robert C. Miller. Das Konzept wurde auf der ACM UIST 2009 vorgestellt. Das Projekt wurde ab Ende 2012 im Sikuli Lab an der University of Colorado Boulder fortgesetzt und durch die National Science Foundation sowie Quanta Computer unterstützt.

SikuliX (2010–2025, Raimund Hocke)

Ab 2010 wurde das Projekt unter dem Namen SikuliX von Raimund Hocke als unabhängige Open-Source-Weiterführung übernommen und über fünfzehn Jahre gepflegt. Wesentliche Entwicklungen in dieser Phase:

  • Migration der Codebasis auf Java mit Jython als Skriptsprache
  • Integration von OpenCV für die Bilderkennung und Tesseract für die optische Zeichenerkennung (OCR)
  • Über zwanzig Major-Releases (Versionen 1.x bis 2.x)
  • Verlagerung der offiziellen Codebasis auf GitHub

Nachfolge als OculiX (seit 2026)

Im Mai 2026 wurde das Projekt unter dem Namen OculiX als MIT-lizenzierte Weiterführung durch Julien Mer übernommen, mit ausdrücklicher Zustimmung von Raimund Hocke. OculiX behält die Paketstruktur org.sikuli.* bei und wird auf Maven Central unter der Gruppe io.github.oculix-org veröffentlicht. Wesentliche technische Neuerungen:

  • Aktualisierung der Bildverarbeitung auf OpenCV 4.10 (über das eigenständige Paket Apertix)
  • Selbstständig gebündelte Tesseract- und Leptonica-Bibliotheken (über das Paket Legerix) für eine installationsfreie OCR
  • Erweiterte Unterstützung für Android über die Android Debug Bridge (ADB)
  • Internationalisierung der IDE in 22 Sprachen
  • Stable-Version 3.0.3 veröffentlicht auf Maven Central im Mai 2026

Einzelnachweise

  1. ↑ nightly.sikuli.de.
  2. ↑ Release 1.1.1. 5. April 2017 (abgerufen am 3. Juli 2018).
  3. ↑ George Lawton: Screen-Capture Programming: What You See is What You Script (Memento vom 25. November 2012 im Internet Archive). In: Computing Now, IEEE Computer Society. März 2010.
  4. ↑ Tom Yeh, Tsung-Hsiang Chang, Robert C. Miller: Sikuli: Using GUI Screenshots for Search and Automation. In: Proceedings of the 22nd Annual ACM Symposium on User Interface Software and Technology (UIST '09), 2009, S. 183–192. DOI:10.1145/1622176.1622213
  5. ↑ Sikuli Script – ursprüngliche Webpräsenz
  6. ↑ SikuliX1 GitHub Repository, Raimund Hocke (RaiMan)
  7. ↑ OculiX GitHub Repository
  8. ↑ OculiX auf Maven Central

Literatur