Silafluofen

Strukturformel
Strukturformel von Silafluofen
Allgemeines
Name Silafluofen
Andere Namen
  • Silonen
  • (4-Ethoxyphenyl)[3-(4-fluor-3-phenoxyphenyl)propyl]dimethylsilan
  • Neophan
  • Joker
  • Silatop
Summenformel C25H29FO2Si
Kurzbeschreibung

farblose oder gelbliche ölige Flüssigkeit

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 105024-66-6
EG-Nummer 405-020-7
ECHA-InfoCard 100.100.662
PubChem 92430
ChemSpider 83448
Wikidata Q7514043
Eigenschaften
Molare Masse 408,58 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,08 g·cm−3

Siedepunkt

zersetzt sich

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser (0,001 mg·l−1 bei 20 °C)

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP), ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 360F​‐​410
P: 201​‐​273​‐​308+313​‐​501
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Silafluofen ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Pyrethroid-Ether, welche 1984 in Japan von Yoshio Katsuda bei Dainippon gefunden wurde. In Deutschland erhielten Hoechst, in Nordamerika FMC Patente. 1991 wurde Silafluofen erstmals in Japan zugelassen. Es ist deutlich weniger fischtoxisch als die anderen Pyrethroide.

Gewinnung und Darstellung

Silafluofen kann durch eine mehrstufige Reaktion dargestellt werden. Zuerst wird 3-Chlor-4-fluoranilin mit Natriumnitrit diazotiert und dann das Diazoniumsalz in einer Sandmeyer-Reaktion mit Bromwasserstoff und Kupfer(II)-bromid bromiert wird. Der Bromsubstituent wird anschließend mit dem Grignard-Reagenz hergestellt aus 3-Brompropen gegen eine Allylgruppe ausgetauscht. Danach wird 4-Ethoxyphenyldimethylsilan unter Anwesenheit von Hexachloridoplatinsäure an die Doppelbindung der Allylgruppe addiert. Das Zwischenprodukt reagiert im letzten Schritt mit Natriumphenolat zum Endprodukt.

Verwendung

In Japan wird Silafluofen seit 1995 als Pflanzenschutzmittel in verschiedenen Kulturen eingesetzt. Für Fische ist es weniger giftig als andere Pyrethroide, was insbesondere beim Nassreisanbau von Bedeutung ist. Silafluofen wird als Insektizid und Termitizid vor allem im Holzschutz verwendet. Es eignet sich dafür wegen seiner Stabilität gegenüber Abbau im Boden, durch Sonnenlicht oder durch Basen.

Zulassung

Der Wirkstoff Silafluofen war in der EU nie für Pflanzenschutzmittel zugelassen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Eintrag zu Silafluofen in der Pesticide Properties DataBase (PPDB) der University of Hertfordshire, abgerufen am 17. Dezember 2013.
  2. ↑ Eintrag zu (4-ethoxyphenyl)(3-(4-fluoro-3-phenoxyphenyl)propyl)dimethylsilane in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. August 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. ↑ Eintrag zu (4-Ethoxyphenyl)(3-(4-fluor-3-phenoxyphenyl)propyl)dimethylsilan in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 23. Juli 2016. (JavaScript erforderlich)
  4. ↑ Datenblatt Silafluofen, PESTANAL bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 17. Dezember 2013 (PDF).
  5. 1 2 3 4 Yoshio Katsuda, Yoshihiro Minamite, Charunee Vongkaluang: Development of Silafluofen-Based Termiticides in Japan and Thailand. In: Insects. 2, 2011, S. 532–539, doi:10.3390/insects2040532.
  6. 1 2 New Applications of Silafluofen to Termite Control.
  7. ↑ Patent EP0224024B1: Neue Silanderivate, Verfahren zu ihrer Herstellung, sie enthaltende Mittel und ihre Verwendung als Schädlingsbekämpfungsmittel. Angemeldet am 21. Oktober 1986, veröffentlicht am 20. Juni 1990, Anmelder: Hoechst AG.‌
  8. ↑ Patent US4709068A: Compounds containing a dimethylsilane core and a phenoxybenzyl substituent are found to exhibit pyrethroid-like activity toward insects with low toxicity to fish. Angemeldet am 2. Juni 1986, veröffentlicht am 24. November 1987, Anmelder: FMC Corporation.‌
  9. ↑ Patent US4883789A: Substituted phenyltrialkylsilane insecticides. Angemeldet am 9. Februar 1987, veröffentlicht am 28. November 1989, Anmelder: FMC Corp, Erfinder: Scott M. Sieburth.‌
  10. 1 2 Alexander Grube: Totalsynthese neuer Spinosynanaloga. Cuvillier, Göttingen 2007, ISBN 3-86727-439-8, S. 28 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  11. ↑ Thomas A. Unger: Pesticide Synthesis Handbook. William Andrew, 1996, ISBN 0-8155-1853-6, Silafluofen, S. 970, doi:10.1016/B978-081551401-5.50752-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  12. ↑ Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Silafluofen in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands, abgerufen am 18. Februar 2016.