Silvia Codreanu-Windauer (* 1955 in Brașov (deutsch Kronstadt), Rumänien) ist eine Mittelalterarchäologin und war Referatsleiterin für die Oberpfalz und Niederbayern beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Sie hatte ihren Amtssitz in der Königlichen Villa in Regensburg.
Silvia Codreanu wurde in Kronstadt geboren, ging dort zur Grundschule und absolvierte am deutschsprachigen Honterus-Gymnasium 1974 ihr Abitur. Nach einigen Semestern des Geschichts- und Anglistikstudiums an der Lucian-Blaga-Universität in Sibiu (deutsch Hermannstadt) übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Deutschland und studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Kunstgeschichte des Mittelalters und mittelalterliche Archäologie, Vor- und Frühgeschichte und Provinzialrömische Archäologie. 1981 setzte sie ihr Studium an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg fort, wohin ihr Lehrer und Mentor Walter Sage gewechselt war. Für die Arbeit Der romanische Schmuckfußboden in der Klosterkirche Benediktbeuern erhielt sie 1982 ihren Master, und 1987 wurde sie unter Walter Sage mit der Arbeit Das bajuwarische Gräberfeld und die frühmittelalterlichen Siedlungsfunde aus Pliening, Oberbayern promoviert, nachdem sie sich zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn mit dem Gräberfeld von Pliening, Landkreis Ebersberg Oberbayern, intensiv beschäftigt hatte.

Im Jahr 1987 wurde Silvia Codreanu-Windauer als Wissenschaftliche Angestellte an der damaligen Außenstelle Regensburg im Referat Oberpfalz unbefristet angestellt. Seit diesem Jahr war sie an Grabungen in Regensburg beteiligt. Die größte Grabung mit dem aufsehenerregendsten Ergebnis war die Ausgrabung auf dem Neupfarrplatz, bei der die ehemalige mittelalterliche Synagoge freigelegt wurde. Das war ein wesentlicher Beitrag zur Geschichte des Judentums in Regensburg. Für die Öffentlichkeit wird dies auch weiterhin im „document Neupfarrplatz“ sichtbar gehalten. 1992 wurde sie Konservatorin auf Probe, 1993 Konservatorin, 1995 Oberkonservatorin und 2007 wurde sie zur Hauptkonservatorin berufen. Ein weiterer Höhepunkt ihres wissenschaftlichen Schaffens waren die Ausgrabungen auf einer Fläche von über 60 Hektar im Regensburger Stadtteil Burgweinting, wo neben Siedlungen und Gräberfeldern der Urnenfelderkultur auch römische Villae rusticae sowie frühmittelalterliche Dörfer und Nekropolen untersucht werden konnten. Im Jahr 2020 wurde Silvia Codreanu-Windauer pensioniert. Privat war sie Mutter von 1989 geborenen Zwillingen.
2021 wurde sie für „besonderes Engagement für die Bayerische Archäologie, weit über den dienstlich beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gesteckten Rahmen hinaus“ mit der Rainer-Christlein-Medaille der Gesellschaft für Archäologie in Bayern ausgezeichnet. Seit 2021 ist sie gewähltes Mitglied im Vorstand der Gesellschaft.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Codreanu-Windauer, Silvia |
| ALTERNATIVNAMEN | Codreanu, Silvia |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Mittelalterarchäologin |
| GEBURTSDATUM | 1955 |
| GEBURTSORT | Brașov (deutsch Kronstadt), Rumänien |