Simon Jacob

Simon Jacob (* um 1525 in Coburg; † 24. Juni 1564 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Mathematiker und Rechenmeister.

Leben und Werk

Jacob stammte aus Coburg. Er bekam seine Rechenmeisterausbildung bei Johann Neudörffer dem Älteren in Nürnberg. Dort traf er als Lehrassistent ab 1547 auch mit Caspar Schleupner zusammen, der später als Rechenmeister in Neiße und Breslau tätig war.

Spätestens 1552 zog er in die Reichsstadt Frankfurt am Main und heiratete dort 1553; er ist in der Predigergasse in der Nähe des Doms nachweisbar. Am 20. Juli 1556 erwarb er das Bürgerrecht von Frankfurt am Main, wo er als Simon Jacob von Coburg geführt wurde.

1557 veröffentlichte er sein kleines Rechenbuch auf den Linien und mit Ziffern im Verlag von Christian Egenolffs Erben, das vom Nürnberger Rechenmeister Nicolaus Werner (1520–1570) in dessen Rechenbuch von allerley Kauffmannschlag 1569 teilweise plagiiert wurde.

1565 folgte sein großes Rechenbuch Ein new und wolgegründt Rechenbuch, auff den Linien und Ziffern, das von seinem Bruder Pancratius Jacob (24. Juni 1560 Bürger von Frankfurt am Main, † 23. August 1583 in Frankfurt am Main), Ratsschreiber in Frankfurt am Main, postum mit einer eigenen Vorrede herausgegeben wurde. Der Vorrede beigefügt wurde eine lateinische Leichenpredigt des Predigers Johann Ulrich Strupp (12. April 1564 Bürger von Frankfurt am Main, † 5. November 1567 in Frankfurt am Main), eines jüngeren Bruders des Stadtphysikus Joachim Strupp aus Gelnhausen.

Jacob beschrieb darin in Anlehnung an Adam Rieses Rechenbuch und Michael Stifels Arithmetica integra sowohl die traditionelle Arithmetik mit dem Rechenbrett mit römischer Zahlschrift als auch die moderne nach dem Stellenwertsystem mit arabischen Ziffern. Sein Rechenbuch enthielt viele Beispiele, die für das kaufmännische Rechnen und die praktische Geometrie nützlich waren, wie es in der Handels- und Messestadt Frankfurt benötigt wurde. Jacob benutzte im Abschnitt über Wurzeln Bezeichnungen der deutschen Coß und berechnete gesuchte Größen mit der Regula falsi, verwendete aber keine mathematischen Symbole (Operatoren) und keine Gleichungen mit einer Unbekannten, also keine Algebra.

Werke

Zeitgenössische Bearbeitungen zu Jacobs Rechenbüchern

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Haller, Holl: Neues zu Leben und Werk von Simon und Pangratz Jacob. 2023, S. 356–357. Die Annahme des Geburtsjahrs um 1525 wird in diesem Aufsatz ausführlich begründet. Zu der Annahme um 1510 wird in der ADB keine Begründung angeführt.
  2. ↑ Haller, Holl: Neues zu Leben und Werk von Simon und Pangratz Jacob. 2023, S. 356–358. Vgl. Caspar Schleupner: Der Deutschen und Welschen, so wol der gantzen Welt Practica Rechnung. Scharffenberg, Breslau 1586 (Online), Vorrede.
  3. ↑ Haller, Holl: Neues zu Leben und Werk von Simon und Pangratz Jacob. 2023, S. 360–361.
  4. ↑ Hergenhahn: Nicolaus Werners Rechenbuch 1569. 2017.
  5. ↑ Haller, Holl: Neues zu Leben und Werk von Simon und Pangratz Jacob. 2023, S. 366–367.
  6. ↑ Haller, Holl: Neues zu Leben und Werk von Simon und Pangratz Jacob. 2023, S. 369.
  7. ↑ Jochen Hoock, Pierre Jeannin: Ars Mercatoria, Bd. 1, 1470–1600. Schöningh, Paderborn 1991, S. 109–113; Rainer Gebhardt: Zum ersten Rechenbuch von Simon Jacob. 2011, S. 123–125.
  8. ↑ Jochen Hoock, Pierre Jeannin: Ars Mercatoria, Bd. 1, 1470–1600. Schöningh, Paderborn 1991, S. 109–113.
  9. ↑ Wendler löst auf fol. 495r–496r die beiden Wortrechnungsrätsel am Ende von Jacobs Rechenbüchern.
Personendaten
NAME Jacob, Simon
ALTERNATIVNAMEN Simon Jacob von Coburg
KURZBESCHREIBUNG deutscher Mathematiker und Rechenmeister
GEBURTSDATUM um 1525
GEBURTSORT Coburg
STERBEDATUM 24. Juni 1564
STERBEORT Frankfurt am Main