Simon Sasslaber dingte 1687 bei Herrn Richter und Hofsteinmetzmeister Ambrosius Ferrethi als Lehrjunge auf, die Freisprechung erfolgte 1692. Sein Vater Pongratz Sasslaber lernte einst das Maurerhandwerk bei Meister Simone Retacco in Wien. Simon Sasslaber, 39-jährig, heiratete 1712 Anastasia Passerinin, 49 Jahre alt, eine Ferrethi-Tochter, Witwe nach dem Richter und Meister Giovanni Battista Passerini.
Die Bruderschaft hatte ihm Maximilian Trumler, einen angeheirateten Neffen, als Lehrjungen zugesprochen, er sprach ihn 1724 zum Gesellenfrei. Simon und Anastasia Sasslaber hatten keine Nachkommen, so verkauften sie dem jungen Meister Maximilian am 31. Mai 1735 anlässlich seiner Verheiratung und Geburt eines Sohnes Teile ihres Besitzes. Anastasia Sasslaber verstarb am 17. Juni 1741.
Streitfall der Meister Joseph Winkler und Simon Sasslaber 1725
MACHE NICHDS AUS DIR GLAUB ES MIR / KURTZ IST DAS MENSHENLEBEN / IETZ HAB ICH DEN GEIST AUFGEBEN / 68 JAHR HAB ICH GELEBT AUF ERDEN / IN TOTTES SCHANTS MUES IETZ GEWORFEN WERDEN / LIGT DA BEGRABEN TUGENDSAMB / SIMON SASSLABER WAR MEIN NAM / GEWESTER STEINMETZ MEISTER ALHIER / IST GESTORBEN DEN 25. APRIL ANNO 1740 / GOTT GIB IHM DIE EWIGE RUEHE. AMEN.
1717–1721: Schloss Valtice, damals Niederösterreich, jetzt Tschechien. Steinmetzmäßig vorgearbeitete Steinblöcke für Skulpturen, BildhauerGiovanni Giuliani und Schüler Benedikt Sondermayer.
1732–1735: Armen- und Invalidenhaus in Wien, Alsergrund, Erweiterung um 3 neue Höfe, private Stiftung v. Hofkammer-Rat Freiherr Ferdinand Ignaz von Thavonat hinterließ im Testament (7. Juli 1726) 600.000 Gulden dem Armenhaus. Architekt Franz Anton Pilgram, Schüler von Johann Lucas von Hildebrandt. Steinmetzmeister Simon Sasslaber und Franz Trumler.
Mess-Stiftung der Anastasia Sasslaberin, geb. Ferrethin, vom 18. Oktober 1719
Kirchenstiftung der Anastasia von 300 Gulden, für die verstorbene Ferrethische Familie, für die Eheleute, für das ehrsame Steinmetz-Handwerk und für die St. Sebastian und Rochus Bruderschaft mit Goldlettern geschrieben.
Sasslaber Simon. In: Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 5, Wien 1997.
Hellmut Lorenz und Wilhelm Georg Rizzi: Johann Lucas von Hildebrandts Palast für den Grafen Daun und Luigi A. Ronzoni: Die Skulpturenausstattung des Palais Daun-Kinsky. In: Palais Daun-Kinsky. Wien-Freyung. Wien 2001, S. 42 bzw. S. 117/118.
Helmuth Furch: Historisches Lexikon Kaisersteinbruch. 2 Bände. Museums- und Kulturverein, Kaisersteinbruch 2002–2004. ISBN 978-3-9504555-8-8.