Simon Schmid

Büste zeigt Simon Schmid, erstellt von Johann Nepomuk Haller, 1818

Simon Schmid (* 30. Januar 1760 in Miesbach; † 28. Juni 1840 in München) war ein deutscher katholischer Priester, Lehrer, Hofkaplan und Professor. Er gilt als früher Wegbereiter des Steindrucks (Lithographie), da er bereits Ende der 1780er Jahre Verfahren entwickelte, um Drucke von geätzten Steinplatten herzustellen.

Leben

Simon Schmid zeigte bereits in jungen Jahren eine ausgeprägte Begabung für Naturwissenschaften und Zeichnen. 1784 empfing er die Priesterweihe. 1786 trat er als Privatlehrer in den Haushalt des bayerischen Staatsrats Stephan von Stengel ein. Von 1787 bis 1789 unterrichtete Schmid an der Bürgerlichen Realschule Zu Unserer Lieben Frau in München und war gleichzeitig Professor für Logik und Naturgeschichte an der Münchner Militärakademie. 1804 wurde er als Pfarrer nach Oberhaching versetzt. Drei Jahre später erfolgte seine Zuweisung zum Landdekanat Miesbach. Später wirkte Schmid als Hofkaplan und Beichtvater der Kurfürstin Maria Leopoldine von Österreich-Este.

Simon Schmid starb 1840 im Alter von 80 Jahren in München.

Grabstätte

Grab von Simon Schmid auf dem Alten Südlichen Friedhof in München

Die Grabstätte von Simon Schmid befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 24 – Reihe 10 – Platz 12, Standort).

Arbeiten zum Steindruck

Während seiner Tätigkeit als Lehrer in München beschäftigte sich Schmid intensiv mit der Frage, wie sich Zeichnungen und Schriften von Steinplatten vervielfältigen ließen. Ausgangspunkt war ein in der Nähe des heutigen St.-Benno-Brunnens an der Nordseite der Münchner Frauenkirche eingemauerter Grabstein, dessen Inschrift mit Salpetersäure geätzt worden war. Dieser regte Schmid um 1787 zu eigenen Experimenten an. Er zeichnete mit geschmolzenem Wachs große Frakturbuchstaben auf Marmorplatten und behandelte diese anschließend mit Scheidewasser (Salpetersäure). Die erhabenen Stellen wurden mit Druckerschwärze eingefärbt und mittels eines beweglichen Zylinders auf Papier übertragen.

Im Laufe der folgenden Jahre fertigte Schmid auf diese Weise: Landkarten, Pflanzenabbildungen, anatomische Lehrtafeln, geometrische Zeichnungen sowie Unterrichtsmaterialien für den Schulgebrauch.

In einem Brief vom März 1810 an den Galerieinspektor Johann Georg von Dillis schilderte Schmid seine frühen Versuche ausführlich. Anlass war eine Anfrage des Kronprinzen Ludwig I. (Bayern), der sich über die Entstehung der Lithographie informieren wollte.

Nach Schmids Darstellung wurde er außerdem durch ein älteres Nürnberger Kunstbuch angeregt, das Anleitungen zum Ätzen von Zeichnungen auf Stein enthielt. Mit Hilfe dieser Verfahren fertigte er unter anderem Darstellungen eines Vogels im Stil eines Holzschnitts sowie verschiedene Lehrtafeln an.

Verhältnis zu Alois Senefelder

Nach späteren Berichten besuchten die Brüder Alois Senefelders die Münchner Militärakademie, an der Schmid unterrichtete. Es wird vermutet, dass sie Schmids Lehrmaterialien kannten und ihren Bruder auf die Möglichkeit aufmerksam machten, Drucke von Steinplatten herzustellen.

Senefelder entwickelte dieses Verfahren anschließend technisch weiter und machte die Lithographie zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Druckverfahren. Schmid selbst verfolgte seine Versuche aufgrund seiner kirchlichen und schulischen Verpflichtungen nicht weiter.

Ob Schmid als eigentlicher Erfinder der Lithographie oder als wichtiger Vorläufer Senefelders anzusehen ist, wird in der Fachliteratur unterschiedlich beurteilt. Unbestritten ist jedoch, dass seine Experimente zeitlich deutlich vor den Veröffentlichungen Senefelders lagen und einen bemerkenswert frühen Beitrag zur Entwicklung des Steindrucks darstellen.

Werke

Von Simon Schmid sind mehrere hochgeätzte Lithographien erhalten geblieben. Der Kunsthistoriker Luitpold Dussler nennt unter anderem:

Rezeption

Die Bedeutung Simon Schmids für die Frühgeschichte der Lithographie wurde erst im 19. und 20. Jahrhundert stärker gewürdigt.

Ehrung

Eine Büste von Simon Schmid steht auch in der Ruhmeshalle in München.

Literatur

Commons: Simon Schmid (1760-1840) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Simon Schmid. Grabinschrift, Infos zum Grab und zur Person. In: campo-santo.de.
  2. ↑ Grab Simon Schmid. Daten, Bild, Lage. In: stadtgeschichte-muenchen.de. 17. Juli 2026.
Personendaten
NAME Schmid, Simon
KURZBESCHREIBUNG katholischer Priester, Lehrer, Hofkaplan und Professor, Wegbereiter der Lithographie
GEBURTSDATUM 30. Januar 1760
GEBURTSORT Miesbach
STERBEDATUM 28. Juni 1840
STERBEORT München