Simon Jonathan Sebag Montefiore (* 27. Juni 1965 in London) ist ein britischer Historiker, Journalist und Autor.
Simon Sebag Montefiore ist ein Nachkomme von Joseph Sebag-Montefiore und Moses Montefiore, einflussreichen jüdischen Politikern in England. Er studierte Geschichte am Gonville and Caius College in Cambridge und unternahm mehrere ausgedehnte Reisen in den 1990er Jahren in die ehemalige Sowjetunion, vor allem in den Kaukasus, die Ukraine und Zentralasien.
Simon Sebag Montefiore ist der Bruder von Hugh Sebag-Montefiore und mit der britischen Schriftstellerin Santa Montefiore verheiratet, mit der er in London lebt und zwei Kinder hat. Ein Cousin, der britische Beamte Julius Jacobs, starb 1946 beim Bombenanschlag der radikal-zionistischen Terrororganisation Irgun auf das King David Hotel in Jerusalem.
Sebag Montefiore arbeitete als Banker, Journalist für auswärtige Angelegenheiten und Kriegsberichterstatter, der die Konflikte während des Niedergangs der Sowjetunion beschrieb.
Montefiore verfasste eine Biografie über Katharina die Große und ihren Vertrauten Grigori Alexandrowitsch Potjomkin sowie eine Darstellung der Zarendynastie der Romanows. Seine zweibändige Biografie des sowjetischen Diktators Josef Stalin wurde in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Daneben schrieb er eine Romantrilogie, die in der Sowjetunion zur Zeit Stalins spielt.
In einem Interview erwähnte Montefiore eine Parallele zwischen Wladimir Putin und den Zaren, und zwar sowohl die große Furcht, gestürzt zu werden, als auch „der totale Glaube an sich selbst, dass er allein Russland retten kann.“ Putin sei überzeugt, zu dieser „Rettung“ sei „eine nationalistische Autokratie orthodoxen Glaubens“ nötig, welche er ausgebaut habe. Zur im US-Wahlkampf 2016 zu erkennenden Putin-Sympathie von Donald Trump meinte Montefiore: „Trump […] hat keine Vorstellung von der russischen Herrschaft.“
2011 veröffentlichte er eine Geschichte der Stadt Jerusalem. Seine weiteren historischen Sachbücher behandeln die Geschichte der Menschheit anhand ausgewählter prominenter Familien sowie die Geschichte des Nahen Ostens zwischen 1900 und der Gegenwart.
In der internationalen Presse sowie in deutschen und Schweizer Feuilletons erschienen überwiegend positive Rezensionen zu seinen Sachbüchern. Seine beim Publikum sehr erfolgreichen Bücher über den jungen Stalin und das Leben in der engsten Umgebung Stalins (Stalin. Am Hof des roten Zaren) wurden hingegen von einigen Historikern kritisiert, die zur Geschichte des Stalinismus beziehungsweise zur Geschichte Russlands und der Sowjetunion forschen. Diese Bücher seien reißerisch und würden wissenschaftlichen Ansprüchen nicht gerecht. Montefiore verkörpere „ein in der Stalinismusforschung neuartiges Phänomen – das unverhohlene Bestreben, Stalins Leben und Herrschaft einem größtmöglichen Massenpublikum in leicht konsumierbarer Form nahe zu bringen und auf diese Weise kommerziell auszubeuten.“
| Personendaten | |
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| NAME | Sebag Montefiore, Simon |
| ALTERNATIVNAMEN | Sebag Montefiore, Simon Jonathan (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Historiker, Journalist und Autor |
| GEBURTSDATUM | 27. Juni 1965 |
| GEBURTSORT | London |