Ähnlich wie Krieg widmet sie sich in ihren Bildern einer neuen Gegenständlichkeit – in Abkehr von dem zeitweise vorherrschenden Mainstream der Abstraktion in der postmodernen Malerei. Ihr frühes Werk war noch stärker durch Comic- bzw. Pop-Art-Einflüsse und von einer ironisch-pointierten Auseinandersetzung u.a. mit dem Manierismus geprägt. Die Reihen Österreich farbig und Jahreszeiten, in denen Landschaften, Frauenakte und -porträts sowie gesellschaftliche Klischees zentrale, miteinander korrespondierende und miteinander verschmelzende Motive darstellen, sind Beispiele einer eigenständigen Neukombination und Interpretation von bekannten Stilelementen und Typen.
In ihrer Schaffensphase seit Mitte der 2000er Jahre vereint sie expressionistische und surrealistische, teilweise auch abstrakt erscheinende Elemente, die in ihrer eigenen Ausdrucksart zu einem „erstaunlichen“ Neuen Realismus zusammenfinden und in denen die Künstlerin Motive der Wissenschaft, Religion und Mystik aufgreift. Sie hebt hier die Grenzen von Außen- und Innenräumen auf, wobei mehrere Realitätsebenen geschaffen werden. Hier ist ein Verweis auf die Kunst- bzw. Literaturgeschichte für das Verständnis hilfreich. So kann für eine Interpretation dieser meist großflächigen Gemälde gelten, was Alfred Döblin über Franz Kafka und dessen Erzählkunst schrieb: „Es sind Berichte von völliger Wahrheit, ganz und gar nicht wie erfunden, zwar sonderbar durcheinander gemischt, aber von einem völlig wahren, sehr realen Zentrum geordnet.“
Lucas Werke sind u.a. auf Ausstellungen in New York, Madrid, Mailand und Berlin präsentiert worden.
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
2000: Simone Lucas. Deutsche Bundesbank, Frankfurt a. M.
2006: Cynthia I love you. Kunstraum Düsseldorf (mit Ina Weber)
2007: Das sichtbare Universum. Anna Klinkhammer Galerie, Düsseldorf
2009: Simone Lucas. Jack Tilton Gallery, New York
2010: I Don’t Need Fancy. Villa de Bank, Enschede (mit Sven Kroner)
2011: Wenn ich den Gedanken nicht verliere, kann nichts passieren. Anna Klinkhammer Galerie, Düsseldorf
2012: Die Verräterin. Kunstverein Arthaus e.V., Schloss Ahaus
2021: „The slow Eye“, Galerie Martin Mertens, Berlin „Nachtland“, Neue Galerie Gladbeck „Innere Planeten“, Museum Bensheim „Mind and Matter“, Galerie der Stadt Backnang
2022 „Licht und Materie“, Galerie Rupert Pfab, Düsseldorf
2023 „Messung“, Mannheimer Kunstverein e.V. „Simulacrum“, Haus Beda, Bitburg, (mit Sven Kroner)
Gruppenausstellungen
1999: Höhe × Breite. Bayerische Landesbank International S.A., Luxemburg