Simone Sommer (* 1967 in Eberbach, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg) ist eine deutsche Biologin und Professorin für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik an der Universität Ulm. Im Rahmen ihres Forschungskonzepts „EcoHealth“ untersucht Simone Sommer die Auswirkungen anthropogener Umweltveränderungen auf ökologische Prozesse, den Gesundheitszustand von Wildtieren sowie die Entstehung und Zunahme zoonotischer Infektionen. Dazu kombiniert sie Feldforschung in tropischen Ökosystemen (vorwiegend Afrika, Mittel- und Südamerika) und Europa mit Laboruntersuchungen und molekularer Hochdurchsatzsequenzierung zur Immungenvariabilität (MHC-Gene, TLR), der Zusammensetzung und Funktionalität von Mikrobiomen, und zur Parasiten- und Pathogenbelastung.
Simone Sommer studierte Biologie von 1987 bis 1994 Zoologie, Evolutionsbiologie, Ökologie, Botanik, Parasitologie, Mikrobiologie und Populationsgenetik an den Universitäten Heidelberg und Tübingen. Sie hat 1997 bei den Zoologen Jörg Ganzhorn und Klaus Schmidt-Koenig an der Universität Tübingen (Verhaltensphysiologie) und Max-Planck-Institut für Immunologie über die Populationsökologie und Immungenetik einer hochbedrohten Säugetierart in Madagaskar promoviert. Sie habilitierte sich 2004 im Fach Zoologie an der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg zum Thema ‚Populationsökologische und –genetische Konsequenzen von Sozialsystemen und anthropogenen Einflüssen’ und erhielt die venia legendi für Zoologie und Tierschutz, sowie 2006 für Evolutionsökologie an der Universität Potsdam. Nach Stationen in USA, Universität Hamburg (Tierökologie und Naturschutz), Südafrika, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (Evolutionäre Genetik) und Universität Potsdam (Evolutionäre Ökologie) leitet sie seit 2014 das Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik der Universität Ulm.
Ihre Doktorarbeit wurde durch die Landesgraduiertenförderung Baden-Württembergs gefördert und durch den Fritz-Frank Preis der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde 1998 ausgezeichnet. 2000 erhielt sie den Hamburg: summa cum laude Award des Senats der Stadt Hamburg. Ihre Forschung wird durch diverse Förderinstitutionen unterstützt. Simone Sommer ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen und beratenden Gremien. Von 2008 bis 2015 war sie gewählte Fachkollegiatin für Zoologie und Anthropologie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), seit 2020 ist sie ernanntes Mitglied der Interdisziplinären DFG-Kommission für Pandemieforschung, und des Senats- und Bewilligungsausschusses für Sonderforschungsbereiche. Im Jahr 2024 wurde Simone Sommer in der Sektion Organismische und Evolutionäre Biologie in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sommer, Simone |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Biologin und Professorin für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik |
| GEBURTSDATUM | 1967 |
| GEBURTSORT | Eberbach/Neckar, Baden-Württemberg |