Sine Hansen (* 1942 in Hohensalza; † 2009 in Braunschweig) war eine deutsche Malerin des Pop Art, deren großformatige Darstellungen von Alltagsgegenständen, Werkzeugen und technischen Geräten zu monumentalen Ikonen stilisiert wurden. Nach frühen Erfolgen in den 1960er-Jahren erfuhr ihr Werk posthum Aufmerksamkeit.
Hansen wurde 1942 in Hohensalza, dem heutige polnischen Inowrocław, geboren und wuchs in Husum auf. 1961 zog sie zum Studium an die damalige Werkkunstschule, die wenig später zur staatlichen Hochschule für Bildende Künste wurde, nach Braunschweig. An der Dort studierte sie u. a. bei Peter Voigt, Johann Georg Geyger und Roland Dörfler und wurde 1966 Meisterschülerin.
1966 erhielt sie ein Forschungsstipendium in Amsterdam, 1966/1967 folgten Studienaufenthalte in Paris. Ihre erste Einzelausstellung bestritt sie 1965 in Köln, womit sich die frühe Resonanz auf ihr Werk manifestierte. 1967 nahm sie an der Ausstellung Figurationen im Württembergischen Kunstverein Stuttgart teil – als einzige Frau neben Künstlern wie Georg Baselitz, Gerhard Richter und Sigmar Polke; 1971 folgte die Teilnahme an Aktiva 71 im Haus der Kunst, München. 1978 heiratete sie den Künstler Jobst Meyer. Hansen machte Braunschweig zu ihrem Lebensmittelpunkt, wurde Mutter zweier Töchter und starb 2009 in Braunschweig.
Hansens Malerei verbindet Einflüsse von Pop Art, Op Art und Hard Edge; häufig isoliert sie massenproduzierte Alltagsobjekte auf intensiven monochromen Hintergründen. Ein von ihr selbst formulierter Leitgedanke ist die „Kontrollierbarkeit der Aggressivität“, wobei zu Zeichen gewordene Gegenstände – etwa Werkzeuge – Informationen tragen und in ungewohnter Weise fungieren. Frühe Arbeiten wie Beglühte Sicherheit (1965) zeigen überdimensionierte Sicherheitsnadeln unter reihenweise angeordneten Glühbirnen, wodurch eine spannungsgeladene Szene entsteht. Ab Mitte der 1960er-Jahre verdichtete sie Werkzeuge – Zangen, Scheren oder Kranhaken – zu großflächigen, farbintensiven Tempera-Bildern; 1966 entstand Hey Heart, das später das Katalogcover der Ausstellung Figurationen zierte. Die zunehmend komplexen Farbzerlegungen ihrer Bildkörper gingen unter anderem auf Experimente mit einem Polarimeter an der Technischen Universität zurück, mit dem mechanische Spannungen in Festkörpern sichtbar gemacht werden. Zeitgenössische Stimmen beschrieben ihre Bildsprache als emblematisch, plakatartig und zugleich heiter, deren aggressive Spannung durch harte Konturen und glatte, anti-individuelle Farbaufträge getragen wird. Nach einer Verlangsamung ihrer Karriere ab dem späten 1970er-Jahre wandte sie sich in den 1990er-Jahren verstärkt der reinen Farbe und optischen Effekten zu. Seit einer Wiederentdeckung durch eine Wiener Galerie 2021 und der großen Retrospektive 2025 im Kunstverein Braunschweig wird ihr Werk kunsthistorisch neu verortet; parallel zeigte das Städtische Museum Braunschweig das Gemälde Rosa (1971) erneut öffentlich.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hansen, Sine |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Malerin der Pop Art |
| GEBURTSDATUM | 1942 |
| GEBURTSORT | Hohensalza |
| STERBEDATUM | 2009 |
| STERBEORT | Braunschweig |