Singerstraße

Singerstraße
Wappen
Straße in Berlin
Basisdaten
Ort  Berlin
Ortsteil  Friedrichshain, Mitte
Angelegt  um 1690
Neugestaltet  ab 1960
Hist. Namen  Grüner Weg (vor 1723–1926), Paul-Singer-Straße (1926–1933), Brauner Weg (1933–1947)
Name erhalten 
Anschluss­straßen 
Querstraßen  Neue Blumenstraße, Ifflandstraße, Lichtenberger Straße, Krautstraße, Andreasstraße, Koppenstraße
Plätze 
Nummern­system 
Bauwerke 
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 1300 Meter
Berlin 1896, mit Grünem Weg (Mitte waagerecht)

Die Singerstraße ist eine Straße in den Berliner Ortsteilen Mitte (Bezirk Mitte) und Friedrichshain (Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg).

Lage

Die Singerstraße beginnt an der Schillingstraße, kreuzt die vierstreifige Lichtenberger Straße und endet am Franz-Mehring-Platz. Sie verläuft südlich parallel zur Karl-Marx-Allee. Der westliche Straßenabschnitt gehört zu Berlin-Mitte, der östliche zu Berlin-Friedrichshain. Die Lichtenberger Straße bildet die Bezirksgrenze.

Bis etwa 1965 begann die Singerstraße erst an der Ifflandstraße (Einmündung der damaligen Blumenstraße).

Geschichte

Wahrscheinlich um 1690 wurde der Grüne Weg in der entstehenden östlichen Stralauer Vorstadt angelegt, der ab 1716 innerhalb der erweiterten neuen Zollmauer lag. Zu dieser Zeit bestanden dort Gärten. Im 19. Jahrhundert wurde der Weg während der baulichen Erschließung dieses Gebietes in mehreren Etappen bis 1868 bis zum Küstriner Platz verlängert. Dort entstanden dichtbewohnte Wohn- und Geschäftshäuser, in denen viele Arbeiter und andere einkommensschwache Familien lebten. Ab 1890 fuhr dort eine Pferdebahnlinie zum Küstriner Platz, aus der später eine Straßenbahnlinie wurde.

Planschbecken an der Singerstraße Ecke Ifflandstraße, Blick zum entstehenden Fernsehturm, 1968

Im Jahr 1926, in der Weimarer Republik erhielt der Verkehrsweg nach dem SPD-Mitbegründer Paul Singer den neuen Namen Paul-Singer-Straße. Am 27. Oktober 1933 wurde der Name aus politischen Gründen in Brauner Weg geändert. In den Jahren 1943 bis 1945 erhielten die Gebäude durch Kriegseinwirkungen schwere Beschädigungen. Noch kurz vor dem Ende des Krieges, ab dem 12. April 1945 fuhr die verkürzte Straßenbahnlinie Nr. 3 vom Küstriner Platz durch diese Straße bis nach Moabit.

Unter der sowjetischen Stadtkommandantur wurde die Straße 1946 in Singerstraße umbenannt. In den folgenden Jahrzehnten ließ der neu gegründete Magistrat die zerstörten Gebäudeteile und Reste der Altbausubstanz abräumen und dort Neubauten errichten. – In dem DEFA-Film Die Legende von Paul und Paula von 1973 ist in der ersten Szene die Sprengung eines Altbaus in der Singerstraße zu sehen. Der Film spielt danach vor allem in einer Neubauwohnung in der Nr. 51 sowie in einer Altbauwohnung auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Nach dem Mauerfall und der deutschen Wiedervereinigung entstanden vor allem in den 2020er Jahren etliche Neubauten in dieser Straße und vorhandene Gebäude konnten umfassend modernisiert werden.

Bestehende Gebäude und Anlagen

Skulptur Große Liegende in der Singerstraße Ecke Andreasstraße
Gedenkstele in der Singerstraße Ecke Koppenstraße

In der Singerstraße stehen mehrere Neubauten, es gibt außerdem einige größere Grünflächen.

Ehemalige Gebäude

Bis 1945 standen in der Paul-Singer-Straße Wohn- und Geschäftshäuser mit kleinen Fabriken, Geschäften und weitere Gewerbeeinheiten. Es gab 125 (1898) bzw. 117 (1929) Hausnummern, die von der Blumenstraße auf der südlichen Straßenseite bis zum Küstriner Platz und auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder zurück verliefen.

Im Gebiet der heutigen Singerstraße:

Literatur

Commons: Singerstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Berlin-Plan von 1698 und Dusableau-Plan von 1723 (gesüdete Karten, unten links), mit eingezeichnetem Grüner Weg, 1723 mit Straßennamen
  2. ↑ Hermann Vogt: Die Straßen-Namen Berlins, Berlin 1885, S. 32, mit Details.
  3. ↑ Horst Fritsche: Die Namen der aktuellen und historischen Straßen und Plätze in Berlin-Mitte, 2002, S. 287f.
  4. ↑ 1940–1949 Straßenbahnen Berlin, zum 12. April 1945 (als Brauner Weg), bis etwa 1960.
  5. ↑ Singerstraße 51 Filmkulissen, mit Foto der Vorderansicht des Hauses Nr. 51.
  6. ↑ Gymnasium und Aula, Singerstr. 8a, Ifflandstr.
  7. ↑ Singerstraße 22
  8. ↑ Große Liegende Bildhauerei in Berlin.
  9. ↑ Gedenkstele für 7 antifaschistische Widerstandskämpfer. In: bildhauerei-in-berlin.de. Abgerufen am 26. April 2026.
  10. ↑ Singerstraße 51 Wo war das, mit Foto des Hauses.
  11. ↑ Lieblingsfilme MDR.
  12. ↑ Grüner Weg. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1898, III, S. 209–212. (unter Nr. 122 L. Döblin, der Bruder von Alfred Döblin); auch Paul-Singer-Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1929, IV, S. 768–772. und in den anderen Jahren unter den jeweiligen gültigen Straßennamen.

Koordinaten: 52° 30′ 55,3″ N, 13° 25′ 49,2″ O