
Gessiron Alves Franco, bekannt als Siron Franco, (* 25. Juli 1947 in Cidade de Goiás) ist ein brasilianischer Maler, Zeichner und Bildhauer.
Siron Franco kommt aus einer Familie die in ärmlichen Verhältnissen lebte und hat zehn Geschwister. Nach Kindheit und Jugend in Goiânia heiratete er noch vor dem Umzug nach São Paulo Goiaci Milhomen. In São Paulo arbeitete er 1969 bis 1971 mit dem wegen jüdischer Herkunft vertriebenen deutschen Maler, Grafiker und Publizisten Walter Lewy, dem bedeutendsten Vertreter des brasilianischen Surrealismus. 1975 gewann er den Internationalen Preis für Malerei der Biennale von São Paulo, und beim 24º Salão Nacional de Arte Moderna im Museu Nacional de Belas Artes den „prêmio de viagem ao exterior“, einen Förderpreis für Reisen nach Übersee, den er zwischen 1976 und 1978 für Aufenthalte in Europa nutzte.
Das eigenständige und umfangreiche Werk mit Bezügen zu Surrealismus, Phantastischer Malerei und Moderne reflektiert die brasilianische Kultur und die zeitgenössische Kunst Europas und Amerikas. Zum Programm des Künstlers gehört der Versuch, sich als teilnehmender Bürger in den sozialen und politischen Prozess einzumischen, manchmal auch in der Sprache der Kunst. Einige Installationen Francos haben den Charakter von Interventionen und sind als Kritik an Zuständen in den Städten Brasiliens interpretierbar. Mit dem „Monumento às Nações Indígenas“, dem Denkmal für die Indigenen Nationen ehrt Franco die Kreativität der brasilianischen Ureinwohner als Beitrag zur brasilianischen Kunst und Kultur, und auch als eine der Quellen seiner eigenen Kunst. Das 1992 geschaffene, über 3700 Quadratmeter umfassende Denkmal aus 500 je 2,30 Meter hohen Betonstelen wurde durch Vandalismus zerstört.
Das malerische Werk Siron Francos ist in Galerien und Museen in Brasilien und im Ausland solide präsent. Obwohl es Bilder im Gesamtwerk gibt, die auf den ersten Blick plakativ und dekorativ wirken, ist die Bildsprache nie harmlos. Sie spielt auf europäische Konzepte der Moderne und Postmoderne bewusst an; freundlich irritierend wie Magritte, sezierend wie Grosz und Bacon. Die Ikonografie vermittelt einen kritischen Subtext, der in brasilianischen und lateinamerikanischen Kulturen (auch bezüglich jeweils gegenwärtiger Ereignisse) verstanden wird.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Franco, Siron |
| ALTERNATIVNAMEN | Franco, Gessiron Alves |
| KURZBESCHREIBUNG | brasilianischer bildender Künstler |
| GEBURTSDATUM | 25. Juli 1947 |
| GEBURTSORT | Cidade de Goiás |