Die 115 × 75cm große Bronze-Statue wurde am 3. August 1758 bei Ausgrabungen in der Villa dei Papiri gefunden und wurde schnell einer der bekanntesten Funde aus Herculaneum. Wenig später wurde sie in der Buchserie Le Antichità di Ercolano Esposte abgebildet.
Einordnung
Der Klassische Archäologe Camillo Praschniker sah die Statue als hellenistisches Original an und ordnete sie 1924 dem Bildhauer Piston zu, dies wurde jedoch in der Forschung allgemein abgelehnt. Der Klassische Archäologe Martin Robertson ordnet das Werk als römische Kopie eines vermutlich schon einige Jahrhunderte vor dem Vesuv-Ausbruch hergestellten Originals ein. Heute wird sie allgemein als römische Arbeit des 1. Jahrhunderts n. Chr. in Anlehnung an ein Vorbild aus dem Umkreis des Lysipp (?), um 320 v. Chr., angesehen.
Nachbildungen
Aus griechischer oder römischer Zeit sind keine Nachbildungen bekannt, die heute existierenden Nachbildungen stammen folglich von dem Fund aus Herculaneum. Nachbildungen (u.a. von Giorgio Sommer) an öffentlich zugänglichen Orten sind in:
Francis Haskell, Nicholas Penny: Taste and the Antique. The Lure of Classical Sculpture 1500–1900. Yale University Press, New Haven 1981, S. 267–269.
Carol C. Mattusch: The Villa dei Papiri at Herculaneum: Life and Afterlife of a Sculpture Collection. J. Paul Getty Museum, Los Angeles 2005, S. 88 f., 216–222
↑Camillo Praschniker: Eine neue Replik des Ares Ludovisi. In: Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes. Band 21–22, 1922–1924, S. 216–218 (Digitalisat).
↑Martin Robertson:A History of Greek Art. Cambridge University Press, Cambridge 1975.
↑Uwe Peltz: Der sitzende Hermes von Herculaneum – eine Kopie von Giorgio Sommer. In: Zeitschrift für Kunsttechnologie und Konservierung. Heft 1/2005, S. 75–91 (Dokumentation des Fertigungsprozesses und der Serienkopien der Kunstgießerei Sommer in Neapel; Digitalisat).