Sitzender Hermes

Sitzender Hermes im Archäologischen Nationalmuseum Neapel

Der Sitzende Hermes (auch Ruhender Hermes oder Sitzender Merkur) ist eine Statue im Archäologischen Nationalmuseum Neapel. Sie stellt den Götterboten Hermes dar und stammt aus der Villa dei Papiri in Herculaneum. Es gibt neuzeitliche Nachbildungen an zahlreichen Orten der Welt.

Beschreibung

Die 115 × 75 cm große Bronze-Statue wurde am 3. August 1758 bei Ausgrabungen in der Villa dei Papiri gefunden und wurde schnell einer der bekanntesten Funde aus Herculaneum. Wenig später wurde sie in der Buchserie Le Antichità di Ercolano Esposte abgebildet.

Einordnung

Der Klassische Archäologe Camillo Praschniker sah die Statue als hellenistisches Original an und ordnete sie 1924 dem Bildhauer Piston zu, dies wurde jedoch in der Forschung allgemein abgelehnt. Der Klassische Archäologe Martin Robertson ordnet das Werk als römische Kopie eines vermutlich schon einige Jahrhunderte vor dem Vesuv-Ausbruch hergestellten Originals ein. Heute wird sie allgemein als römische Arbeit des 1. Jahrhunderts n. Chr. in Anlehnung an ein Vorbild aus dem Umkreis des Lysipp (?), um 320 v. Chr., angesehen.

Nachbildungen

Aus griechischer oder römischer Zeit sind keine Nachbildungen bekannt, die heute existierenden Nachbildungen stammen folglich von dem Fund aus Herculaneum. Nachbildungen (u. a. von Giorgio Sommer) an öffentlich zugänglichen Orten sind in:

Literatur

Commons: Sitzender Hermes – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Inventarnummer 5625.
  2. ↑ Le Antichità di Ercolano Esposte Band ?, S. ?.
  3. ↑ Camillo Praschniker: Eine neue Replik des Ares Ludovisi. In: Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes. Band 21–22, 1922–1924, S. 216–218 (Digitalisat).
  4. ↑ Charles Picard: Manuel d’archéologie grecque. La sculpture. Band 3, Teil 2. Édition J. Picard, Paris 1947, S. 727 f.; Steven Lattimore: Ares and the Heads of Heroes. In: American Journal of Archaeology. Band 83, 1979, S. 71 Anm. 4; Rainer Vollkommer: Piston. In: Rainer Vollkommer (Hrsg.): Künstlerlexikon der Antike. Band 2: L–Z. Addendum A–K. K. G. Saur, München/Leipzig 2004, ISBN 3-598-11414-1, S. 264..
  5. ↑ Martin Robertson: A History of Greek Art. Cambridge University Press, Cambridge 1975.
  6. ↑ Uwe Peltz: Der sitzende Hermes von Herculaneum – eine Kopie von Giorgio Sommer. In: Zeitschrift für Kunsttechnologie und Konservierung. Heft 1/2005, S. 75–91 (Dokumentation des Fertigungsprozesses und der Serienkopien der Kunstgießerei Sommer in Neapel; Digitalisat).