Skoltebyen (norwegisch „Stadt der Skoltsamen“) oder Sääʹmsijdd (skoltsamisch „Samendorf“) wird der historische Dorfkern des Ortes Neiden in der Kommune Sør-Varanger (Region Finnmark) in Norwegen genannt, der seit 2000 als Kulturdenkmal Norwegens unter staatlichem Schutz steht. Es ist eines der ursprünglichen Siedlungsorte der Skoltsamen und wird von Äʹvv skoltsamisches Museum verwaltet. Das Kulturdenkmal liegt im Zentrum von Neiden zwischen der Europastraße 6 und dem Fluss Neidenelva in der Nähe der Brücke über die Stromschnellen Skoltefossen und der Mündung der Straße Rv 893 (aus Finnland).

Skoltebyen ist der ursprüngliche Siedlungsteil der Kommune Neiden. Es diente ursprünglich im Frühling und Sommer als temporäres Siedlungsgebiet der ehemals halbnomadischen Skoltsamen, welche in der Umgebung von Neiden und des Flusses Munkelva siedelten. Die Skoltsamen gingen hier dem Lachsfischfang, dem Beerensammeln und der Ernte von Riedgras und Schachtelhalm nach.
Als nach dem Frieden von Fredrickshamn und nach Abtretung der finnischen Gebiete von Schweden an Russland im Jahr 1826 die Grenze zwischen Schweden und Russland gezogen wurde, waren die Skoltsamen auf zwei Nationen aufgeteilt und ihre ursprüngliche Bewegungsfreiheit durch die Nähe zur Grenze stark eingeschränkt. Skoltebyen wurde ab diesem Zeitpunkt zu einem permanenten Wohnsitz der Skoltsamen. Mit der Selbständigkeit Norwegens gehört Skoltebyen seit 1905 zu Norwegen.
Bemühungen zur Bewahrung der bedrohten Sprache und Kultur der Skoltsamen, die heute im Grenzbereich von Norwegen, Finnland und Russland leben, hatten im Rahmen eines bilateralen Projektes zwischen Norwegen und Russland, das von 1997 bis 2001 durchgeführt wurde, zu Überlegungen geführt, Maßnahmen für die Bewahrung des kulturellen Erbes der Skoltsamen zu ergreifen. Unter den Maßnahmen wurden die Erfassung, Dokumentation und Erforschung historischer Stätten und Handelsplätze der Skoltsamen im Nordnorwegen und in der Region Murmans Russlands diskutiert. Dies führte in Norwegen unter Einbeziehung der politischen Vertreter der Samen zu dem Beschluss, den ehemaligen skoltsamischen Siedlungsraum in Neiden zu bewahren und dort auch ein eigenes skoltsamisches Museum zu gründen.
Im Jahre 2000 wurde Skoltebyen durch das „Kulturdenkmalgesetz“ (Kulturminneloven) zu einem geschützten Areal ausgerufen, um seine historische und seine religiöse Bedeutung zu bewahren sowie seine landschaftliche Einheit zu schützen und darüber hinaus die Bewahrung und Weiterentwicklung der Kultur der Skoltsamen zu unterstützen. Der Bau des Museums verzögerte sich, dieses wurde erst im Juni 2017 eröffnet.




Das geschützte Areal beträgt 230.700 m² und umfasst ein Ensemble von rund hundert Denkmälern. Darunter befinden sich 5 geschützte Bauten, Spuren von Torfhütten, eingesunkene Holzfundamente und mehrere Grabstätten. Besonders erwähnenswert sind:
Vom Häuserbestand des Skoltebyen ist derzeit nur ein Haus bewohnt, bis 1980 lebten noch mehrere Familien auf dem Gelände.
Auch der Skoltefossen, eine Stromschnelle im Fluss Neidenelva gehört zum Schutzgebiet. Er liegt an einem der lachsreichsten Flüsse Norwegens, das dort übliche Fischen mit einem Wurfnetz (no. kastenotfiske, fi. käpälä) wurde ursprünglich von finnischen Siedlern in Neiden (→ siehe Kvenen) eingeführt, gilt aber als lokale Tradition der Neiden-Skoltsamen.
Für die Erhaltungsarbeiten am Gelände ist das Äʹvv Skoltsamische Museum verantwortlich, besonderes Augenmerk wird auf die Erhaltung der Landschaft gelegt, welche durch Freiwilligenarbeit von Jugendlichen im Sommer durchgeführt wird.
Koordinaten: 69° 41′ 21,5″ N, 29° 22′ 35,7″ O