

Sławomir Elsner (* 1976 in Wodzisław Śląski) ist ein deutsch-polnischer Künstler.
Sławomir Elsner studierte von 1995 bis 2002 Freie Kunst an der Kunsthochschule Kassel und war 2001 Meisterschüler bei Norbert Radermacher. 1999 erhielt Elsner eine Studienförderung durch das Cusanuswerk. Seine Werke befinden sich in der Sammlung der Deutschen Börse, im Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, in der Staatliche Graphischen Sammlung München, im Bechtler Museum of Modern Art (North Carolina, US), in der Rubell Family Collection (US), in der me Collectors Room Berlin, in den Museen Böttcherstraße (Paula Modersohn-Becker Museum und Ludwig Roselius Museum), im Münchner Lenbachhaus, im Märkischen Museum Witten, im Nationalmuseum Gdańsk, in der Graphischen Sammlung der Hessen Kassel Heritage, in der Sammlung der Graphischen Gesellschaft zu Berlin und im Museum Wiesbaden.
Sławomir Elsner lebt und arbeitet in Berlin.
In seinem Werk beschäftigt sich Elsner mit der Wirkung verschiedener Medien und den durch sie erzählten Geschichten. Er hinterfragt den Abbildungscharakter von Bildern und regt den Betrachter dazu an, seine eigenen Seherfahrungen kritisch zu prüfen. Dabei geht er stets der Frage nach, ob Bilder die Wirklichkeit wiedergeben oder sie deformieren.
1999 schuf er die zwanzigteilige Fotoserie „Sławomir“, für die er jeweils für den Moment der Aufnahme verschiedene Berufe annahm. Jede Inszenierung fand in authentischer Umgebung statt. Die kleinformatigen, gerahmten Fotos wirken wie Erinnerungsbilder, die traditionell als Beweis für Identität und Zugehörigkeit zu einer Gruppe gelten.
In der siebenteiligen fotografischen Werkserie „Hochzeitsfoto“ (2002) diente eine festlich gekleidete Familie sieben verschiedenen Brautpaaren als Hintergrundkulisse. Den intimen Moment der ersten Aufnahme als Ehepaar teilten die Brautleute mit einer komplett fremden Familie. Jedoch war diese innere Dissonanz nicht sichtbar, irgendwann glaubte man sogar, Ähnlichkeit in Gesichtszügen zu sehen.

Elsner ist international für seine naturalistische Malerei und seine abstrakten Aquarelle bekannt. Vor allem aber ist er berühmt für seine virtuosen farbigen Zeichnungen. Seine Technik der Farbstiftzeichnung ist so faszinierend wie einmalig und wird von Elsner auf innovative Art angewendet, sodass daraus Gemälde entstehen. Typische Arbeiten von ihm in dieser Technik sind die außergewöhnlichen, verwirrend unscharf wirkenden, aber scharf mit Farbstiften gezeichneten Adaptionen von berühmten Bildern der Kunstgeschichte. Als Grundlage für seine Zeichnungen und Malereien dienen meist Fotografien. Seine erste große Werkgruppe „Untitled“ von 2004 entstand nach den Aufnahmen, in denen er das sich nach dem Ende des Sozialismus verändernde Polen dokumentierte: Die Einwohner verschönerten das von Betongrau dominierte Stadtbild mit bunten Farben. Diese Eingriffe in den städtisch-vorstädtischen Lebensraum übertrug Elsner mit Mitteln der Malerei auf Leinwand und zeigte dabei sowohl die tröstende und symbolisch für Selbstbestimmung stehende Farbfreude, als auch Absurdität und Oberflächlichkeit solcher Ausschmückung im Verhältnis zur architektonischen Form.

Für seine abstrakten Aquarellarbeiten, wie der Serie "Just Watercolors" von 2015, trägt der Künstler bis zu einhundert monochrome Schichten auf. Das Einzige, das er dabei steuert, ist der zeitliche Abstand zwischen dem Auftragen der Schichten und das Verhältnis zwischen Wasser und Farbe: „Der Rest passiert von ganz allein. Die Strukturen entstehen nicht, weil ich sie male, sondern weil die Farben und das Papier eine Verbindung miteinander eingehen.“
Sławomir Elsner arbeitet meistens in Serien. Die einzelnen Sujets bedienen sich dabei einer großen Spannbreite. Es entstehen Farbflächen von großer Leuchtkraft und Intensität, die den Bildträger, das Papier, vergessen machen und auf magisch anmutende Weise aus sich selbst heraus zu leuchten scheinen.




| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Elsner, Sławomir |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-polnischer Künstler |
| GEBURTSDATUM | 1976 |
| GEBURTSORT | Wodzisław Śląski |