
Die Établissements Billard waren ein französischer Hersteller von Eisenbahnfahrzeugen, der unter diesem oder ähnlichen Namen von 1920 bis 1965 in Tours existierte. Seit 1968 trägt das Unternehmen die Firmenbezeichnung Socofer.

Das Unternehmen war auf den Bau von Schienenbussen, Kleinlokomotiven und Draisinen, vor allem für Schmalspurbahnen, spezialisiert. Unter dem Namen Billard, Chatenay et Cie gegründet, firmierte es ab 1928 als Société des Anciens Établissements Billard & Cie. Mit dem Namen Billard werden insbesondere Verbrennungstriebwagen für schmale Spuren verbunden, die auch in den französischen Überseegebieten, in Afrika und weiteren europäischen Ländern Verwendung fanden.
Billard-Schienenbusse wurden für französische Nebenbahnen, unter anderem die meterspurigen Compagnie de chemins de fer départementaux (CFD) und Tramways d’Ille-et-Vilaine, gebaut. Kleinlokomotiven mit einer Spurweite von 60 cm entstanden für die Industrie und militärische Zwecke. An die Staatsbahn SNCF lieferte Billard normalspurige Rangierlokomotiven der Baureihe Y 7100. Daneben baute Billard Güterwagen und Beiwagen für den Personenverkehr.
Zahlreiche Billard-Fahrzeuge sind erhalten und werden teilweise auf Museumsbahnen eingesetzt. Bei den Chemins de fer de Provence und den Chemins de fer de la Corse sind umgebaute beziehungsweise modernisierte Billard-Fahrzeuge nach wie vor im regulären Betrieb.
Unter dem Namen Socofer ist das Unternehmen nach wie vor im Bahnbereich tätig. Seit 2013 besteht für die Unterhaltung von Lokomotiven eine Partnerschaft mit dem deutschen Unternehmen Vossloh.




Charakteristisch für die meisten Billard-Triebwagen ist der tiefliegende Wagenboden. Der Motor liegt quer zur Fahrzeugachse an einem Wagenende, auf dieser Seite ist der Führerstand auf einem Podest leicht erhöht.
Legende: A = Autorail / Schienenbus, Zahl = ungefähre Leistung in PS, D = Dieselantrieb, C = Crémaillère / Zahnstange, R = Écartement réduit / Schmalspur unter 1000 mm, ggf. letzte Ziffer = abweichende Bauart
Die Schmalspurlokomotiven haben, wenn nicht anders angegeben, eine Spurweite von 600 mm. Sie wurden u. a. für die Versorgung der Maginot-Linie und während der deutschen Besetzung Frankreichs von der Organisation Todt verwendet.
Legende: T = Locotracteur / Klein- oder Rangierlokomotive, Zahl = ungefähre Leistung in PS, D = Diesel, P = Pétrole / Öl, G = Gaz / Gas, ggf. letzte Ziffer = Zahl der Achsen