| Parker Solar Probe | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Emblem der Mission | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| NSSDC ID | 2018-065A | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Missionsziel | Erforschung der Sonne | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Betreiber | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Hersteller | Applied Physics Laboratory | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Trägerrakete | Delta IV Heavy D-380 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Startmasse | 685 kg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Instrumente | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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SWEAP, WISPR, FIELDS, IS☀IS-EPI, HeliOSSP | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Verlauf der Mission | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Startdatum | 12. August 2018, 07:31 UTC | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Startrampe | Cape Canaveral AFS, SLC-37B | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Parker Solar Probe (vormals Solar Probe Plus) ist eine Raumsonde der NASA zur Erforschung der Sonne, insbesondere ihrer äußersten Atmosphärenschicht, der Korona. Die Raumsonde startete am 12. August 2018. Sie erreichte am 13. Dezember 2025 die größte Annäherung an die Sonne beim Passieren ihres 26. Perihels.
Benannt wurde die Sonde nach dem US-amerikanischen Astrophysiker Eugene N. Parker (1927–2022), der den Begriff „solar wind“ (Sonnenwind) prägte.
Die Sonde soll die Korona erforschen:
Die äußere Korona wird zur Klärung der Fragen statistisch ausgewertet. Die Ergebnisse sollen ein Erklärungsmodell liefern. Dazu nähert sich Parker Solar Probe der Sonnenoberfläche bis auf 8,5 Sonnenradien (ca. 5,9 Millionen km, bzw. 4 % des Erdbahnradius).

Die Idee einer Raumsonde, die die Sonne aus extremer Nähe untersuchen soll, wurde zum ersten Mal im Oktober 1958 in einer Studie der US-amerikanischen National Academy of Sciences erwähnt. Da die hohen Temperaturen in Sonnennähe damals noch nicht beherrschbar waren, wurden jahrzehntelang nur Studien angefertigt. Erste Missionen in Sonnennähe gab es in den 1970er Jahren mit den Sonden Helios 1 und 2, die ein Gemeinschaftsprojekt der Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) und der NASA waren.

Nach einer anfänglichen Missionsplanung sollte Parker Solar Probe von einer Atlas V 551 mit einer zusätzlichen Star-48-Kickstufe zum Jupiter gestartet werden und von ihm durch ein Swing-by-Manöver in eine hochelliptische, 90° zur Ekliptik geneigte, polare Sonnenumlaufbahn umgelenkt werden, deren Perihel nur drei Sonnenradien über der Sonnenoberfläche liegen sollte. Um der extremen Hitze in dieser geringen Entfernung zu widerstehen, war ein in Richtung Sonne spitzkegeliger Sonnenschutz vorgesehen, der in manchen Designstudien vor Hitze glühend dargestellt wurde. Im Schatten dieses 2,7 m breiten Sonnenschutzes hätte sich der eigentliche Sondenkörper befunden, und lediglich die Spitzen der Plasmaantennen hätten aus seinem Schattenkegel hinausgeragt. Da beim Vorbeiflug am Jupiter und wegen der hohen Temperaturen in extremer Sonnennähe keine Solarzellen eingesetzt werden können, sollte Solar Probe die notwendige elektrische Energie aus drei Multi-Mission Radioactive Thermoelectric Generators (MMRTGs) erhalten, die direkt unterhalb des Sonnenschutzschildes angebracht werden sollten. Während der ca. neunjährigen Mission sollte die Solar Probe zweimal das Perihel von vier Sonnenradien über dem Sonnenmittelpunkt mit einer Geschwindigkeit von 308 km/s passieren und die Sonne, von Süden kommend, überfliegen. Die Startmasse der Solar Probe sollte ca. 856 kg betragen. Wegen der MMRTGs erwies sich das Konzept jedoch als zu teuer für die NASA. Aus wissenschaftlicher Sicht war die Beobachtungszeit im Verhältnis zur Missionsdauer zu gering. Bei zwei Umläufen hätten sich in zehn Jahren nur ca. 100 Stunden lang wissenschaftliche Daten gewinnen lassen. Ein ähnliches Missionsprofil hatte die Raumsonde Ulysses, die aber wesentlich weiter von der Sonne entfernt blieb.

Die NASA gab beim Applied Physics Laboratory (APL) der Johns Hopkins University (JHU), das bereits die ursprüngliche Solar Probe plante, eine zweite Studie in Auftrag für eine Sonde ohne RTGs. Im Jahr 2008 publizierte das JHU-APL ein deutlich modifiziertes Design der Parker Solar Probe mit einem flachen, sechseckigen Sonnenschutzschild mit abgerundeten Ecken, der an den beiden Seiten, an denen die Solarzellenflügel angebracht sind, breiter ist als an den anderen. Die Sonde nähert sich durch Vorbeiflüge an Venus an die Sonne an. Die Sonde sollte sich statt auf drei Sonnenradien nur noch auf circa 8,5 Sonnenradien nähern.
Die Startmasse der Sonde betrug 635 kg. Mit einer Höhe von etwa drei Metern und einem Durchmesser von rund einem Meter unterhalb der Kühlung wirkt die Sonde fast zierlich. Strukturell besteht die Sonde aus einem sechsseitigen Prisma mit dem markantesten Merkmal, dem Hitzeschutzsystem (TPS): Mit einem Durchmesser von 2,3 Metern dient es als Sonnenschirm. Dieser Schutzschild ist nur 11,4 Zentimeter dick, besteht aber aus einem speziellen Carbon-Verbundstoff, der die Instrumente dahinter im Schatten hält. Alle Systeme mit Ausnahme weniger Antennen sind hinter diesem Schild angebracht oder können hinter ihn geklappt werden. Die Sonde hat autonome Systeme zur ständigen Lagekorrektur, die unabhängig vom Bordcomputer funktionieren. Hinter dem Sonnenschild befinden sich Sonnensensoren. Sobald Sonnenlicht einen der Sensoren erreicht, drehen die Reaktionsräder die Sonde, bis der Sensor wieder im Schatten ist, andernfalls würde die Sonde in kurzer Zeit durch die Hitze der Sonne zerstört.
Durch die spiralförmige Annäherung an die Sonne und die kurze endgültige Umlaufbahn, konnte Parker Solar Probe der Sonne während der Primärmission 24 Mal nahekommen anstatt nur zweimal, wie es bei der ursprünglichen Solar Probe geplant war. Durch den größeren minimalen Sonnenabstand im Vergleich zur Solar Probe beträgt die Wärmeeinstrahlung nur ein Sechzehntel des Werts, der bei Solar Probe erreicht worden wäre. Um den extremen Bedingungen der Sonne zu trotzen, ist die Parker Solar Probe mit dem Thermal Protection System (TPS) ausgestattet. Dieser Schutzschild muss einen Wärmefluss von fast 1 MW/m² ertragen; die Sonneneinstrahlung ist etwa 475 mal intensiver als in Erddistanz. Dieser 2,4 Meter breite und 115 mm dicke Hitzeschild reduziert die Außentemperaturen so effektiv, dass dahinter konstante 30 °C herrschen. Entwickelt vom Johns Hopkins Applied Physics Laboratory und gefertigt von Carbon-Carbon Advanced Technologies, besteht das System aus einem speziellen Kohlenstoff-Verbundschaum zwischen zwei Carbonplatten. Eine weiße Keramikbeschichtung auf der Vorderseite sorgt für maximale Reflexion. Das TPS ist für Belastungen bis zu 1.650 °C ausgelegt und garantiert so die Sicherheit der wissenschaftlichen Instrumente. Einige Teile der Sonde ragen nach dem Design hinter dem Sonnenschild hervor, darunter auch einige der Sensoren.
Dass die Parker Solar Probe der Sonne so nahe kommen kann, verdankt sie der Nutzung von 3,7 Litern deionisiertem Wasser als Kühlmittel. Die Wahl fiel aus rein physikalischen Gründen auf Wasser, um das extreme Temperaturfenster von 10 °C bis 125 °C zu meistern. Wasser kann pro Volumeneinheit mehr Energie aufnehmen als fast jede andere Substanz. Bei einem limitierten Tankvolumen von nur 3,7 Litern ist diese Effizienz unverzichtbar. Während komplexe chemische Kühlmittel unter dem massiven Beschuss durch hochenenergetische Teilchen zerfallen würden, bleibt die Molekülstruktur von Wasser stabil. Die Kombination robuster Komponenten besteht aus einem beheizten Tank mit Radiatoren, die das Einfrieren des Kühlmittels während der Startphase und in den Kälteperioden im Schatten des Hitzeschilds verhindern. Aluminiumlamellen vergrößern die Oberfläche massiv, um die aufgenommene Hitze der Solarpaneele effizient in den Weltraum abzustrahlen. Zirkulationspumpen halten den Fluss des Mediums zwischen den Hitzequellen (Solarzellen) und den Kühlkörpern aufrecht. Damit das Wasser bei den auftretenden 125 °C nicht verdampft, steht das gesamte System unter hohem Druck. Dieser hebt den Siedepunkt weit genug an, um das Kühlmittel auch bei extremer Sonneneinstrahlung flüssig und funktionsfähig zu halten.
Während der eigentliche Körper der Parker Solar Probe strikt im kühlen Schatten des Hitzeschildes bleibt, muss die Sonde für ihre Energieversorgung die Solarzellen der Sonne aussetzen. Statt früherer Planungen mit sekundären Solarzellenflügeln ist das Solarzellenpaddel in der Startversion nur noch einteilig. Dafür nutzt sie ein zweistufiges Solarzellensystem, einerseits das flexible Primär-Segel im Anflug. Auf dem Weg zur Sonne klappen zwei große Solarzellenflügel aus. Um die Paneele Überhitzung zu schützen, werden sie schrittweise um bis zu 75° nach hinten geschwenkt. Ziel ist es, die Temperatur der Zellen stets unter 180 °C zu halten. Sobald die Distanz zur Sonne weniger als 0,25 AE (etwa 37 Millionen Kilometer) beträgt, ziehen sie sich komplett in den schützenden Schatten zurück – genau wie beim Start. Zum anderen dienen die sekundären Solarzellen als Hochtemperatur-Spezialisten. In der extremen Nähe zur Sonne schauen diese schmalen Flächen gerade so weit hinter dem Schutzschild hervor, wie es für die Stromerzeugung nötig ist. Da sie der vollen Strahlung ausgesetzt sind, werden sie von der Rückseite aktiv flüssigkeitsgekühlt. Je tiefer die Sonde in die Korona eintaucht, desto weiter werden auch diese Flächen eingezogen, um die Hitzeaufnahme zu minimieren. Beide Arrays mit ihren kompakten Flächen messen zusammen nur 1,6 Quadratmeter (etwa zwei Paneele von 1,1 m × 0,7 m) und erzeugen 388 Watt. Diese geringe elektrische Leistung ist eine strategische Notwendigkeit. Zusätzliche Leistung bei der Stromerzeugung würde das System weiter aufheizen.
Das Raumfahrzeug verfügt über drei Antennentypen. Eine Hochleistungsantenne (HGA) für die Übertragung von wissenschaftlichen Daten mit hoher Datenrate. Zwei Fächerantennen zur Unterstützung der Befehlsübertragung und der Echtzeit-Übertragung von Status- und Betriebsdaten im Normalbetrieb. Zwei Niedergewinnantennen (LGAs) zur Unterstützung der Befehlsübertragung und der Echtzeit-Übertragung von Status- und Gesundheitsdaten im Notfallbetrieb.
Sobald sich die Sonde näher als 0,25 AE zu Sonne befindet, beginnt die Aufzeichnung von wissenschaftlichen Daten.
Parker Solar Probe trägt im Wesentlichen vier Instrumente:

Die Instrumente der Sonde wurden 2017 geliefert und die gesamte Sonde im Sommer 2017 intensiven Tests unterzogen. Die Sonde wurde im Herbst 2017 an das Goddard Space Flight Center ausgeliefert und nach weiteren Tests am 2. April 2018 zum Startplatz nach Florida geflogen.
Um sich von der Erdumlaufbahn aus der Sonne anzunähern, musste die Sonde stark abgebremst werden. Der mitgeführte Treibstoff reichte dazu bei weitem nicht aus; man nutzte die Swing-by-Technik: Die Sonde wurde so am Planeten Venus vorbei gelenkt, dass ein Teil ihrer Bewegungsenergie auf Venus übertragen wurde. Dadurch geriet sie auf eine elliptische Bahn, die sie näher an die Sonne führte. Die Route wurde so berechnet, dass die Sonde auf ihrer Bahn weitere Male die Venus passiert, insgesamt sieben Mal. In der Zeit zwischen zwei Vorbeiflügen umrundete die Sonde mehrmals (zwischen zwei und sieben Mal) die Sonne und kam ihr bei jedem Umlauf im Perihel besonders nahe. Bei jedem Venusvorbeiflug gab die Sonde weitere Bahnenergie an die Venus ab, wodurch die Umlaufbahn stärker elliptisch wurde und das Perihel noch näher an die Sonne rückte.
Nach dem siebten und letzten Swing-by-Manöver erreichte die Sonde am 24. Dezember 2024 erstmals ihren sonnennächsten Punkt. Sie näherte sich damit der Sonnenoberfläche bis auf 8,5 R☉ (5,9 Mill. km). Die heliozentrische Geschwindigkeit der Sonde erreicht dabei 200 km/s. Diese endgültige Umlaufbahn hat ein Aphel (sonnenfernster Punkt) von 0,73 AE (110 Mill. km) mit 3,4° Neigung zur Ekliptik und eine Umlaufzeit von 88 Tagen. Die Missionsdauer war ursprünglich mit 24 Orbits um die Sonne und bis 2025, also etwa sieben Erdenjahre, angesetzt.

Der Start der Raumsonde in Cape Canaveral war für den 11. August 2018 vorgesehen und wurde wegen technischer Probleme (Heliumdruck) um einen Tag verschoben. Das Startfenster war vom 12. bis 23. August 2018 offen. Der Start erfolgte schließlich am 12. August 2018 um 07:31 UTC (3:31 EDT Ortszeit) mit einer Delta IV Heavy und einer Nutzlast-Startmasse von 685 kg. Der Kurs führte zunächst zur Venus.
Der erste Vorbeiflug an der Venus erfolgte am 3. Oktober 2018. Drei Monate nach dem Start erreichte sie das erste Perihel mit 35 Sonnenradien (R☉) Abstand vom Sonnenmittelpunkt. Während des Perihels ist eine Kommunikation mit der Sonde nicht möglich; die in dieser Zeit gesammelten Daten können erst wieder in größerem Abstand zur Sonne gesendet werden.
Die Mission wurde mit der Collier Trophy 2024 ausgezeichnet.