
Gaius Julius Solinus war ein spätantiker lateinischer Grammatiker und Kompilator. Er wirkte vermutlich in der Mitte des 3. Jahrhunderts.
Sein Hauptwerk ist die paradoxographische Schrift De mirabilibus mundi („Die Wunder der Welt“), auch unter den Titeln Collectanea rerum memorabilium („Gesammelte Denkwürdigkeiten“) und Polyhistor bekannt. Theodor Mommsen datierte das Werk in die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts. Das Werk ist einem Adventus gewidmet. Identifiziert man diesen mit Marcus Oclatinius Adventus, Konsul des Jahres 218, so erfordert das eine frühe Datierung. Der Inhalt ist zum größten Teil eine Zusammenstellung von Merkwürdigkeiten und Kuriositäten, die der Autor hauptsächlich aus der Naturgeschichte des Plinius und der Erdbeschreibung des Pomponius Mela exzerpiert hatte. Nach Mommsen verwendete Solinus auch eine Chronik (vermutlich des Cornelius Bocchus) sowie Chorographia pliniana, einen Auszug (Epitome) aus dem Werk des Plinius aus hadrianischer Zeit.
Es scheint zwei Ausgaben gegeben zu haben, wobei die zweite unter dem Titel Polyhistor erschienene im Gegensatz zur ersten vom Autor autorisiert war. Das Werk war im Mittelalter sehr populär, es kursierten Auszüge und sogar Versfassungen (zum Beispiel von Theoderich von St. Truiden). Mitunter wurde damals angenommen, dass Polyhistor der Name des Autors sei.
Der frühe Herausgeber Claudius Salmasius fand ein Fragment eines Gedichts namens Pontica in heroischen Hexametern, das vermutlich ebenfalls von Solinus stammt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Solinus |
| ALTERNATIVNAMEN | Solinus, Gaius Julius |
| KURZBESCHREIBUNG | römischer Grammatiker und Kompilator |
| GEBURTSDATUM | 4. Jahrhundert |
| STERBEDATUM | 4. Jahrhundert |