| SOLWODI | |
|---|---|
| Gründung | 1985 |
| Gründer | Lea Ackermann |
| Sitz | Koblenz |
| Motto | SOLWODI – Solidarity with women in distress |
| Schwerpunkt | Betreuung und Beratung von Betroffenen von Menschenhandel, Zwangsprostitution, Zwangsverheiratung, Weiblicher Genitalverstümmelung, "Ehrgewalt" |
| Aktionsraum | Deutschland, Rumänien, Ungarn, Österreich, Kenia |
| Vorsitz | Maria Decker |
| Website | solwodi.de |
Solwodi (Abkürzung von „Solidarity with Women in Distress“, dt.: Solidarität mit Frauen in Not) ist eine Frauenrechtsorganisation, die sich für Frauen mit Flucht- und Migrationskontext einsetzt, die von Gewalt betroffen sind:
Die Ordensfrau Lea Ackermann von der Gemeinschaft der Missionsschwestern Unserer Lieben Frau von Afrika (Weiße Schwestern) gründete diese seit 1987 in Deutschland aktive Organisation im Jahr 1985 in Mombasa an der kenianischen Küste. Die promovierte Erziehungswissenschaftlerin war von ihrer Ordensleitung für die Ausbildung von Religionslehrern nach Mombasa entsandt worden und sah sich dort mit dem Leid der Prostituierten konfrontiert. Lea Ackermann schlug ihrer Provinzialoberin vor, etwas für die Frauen und Mädchen zu tun, die sich wegen ihrer Armut prostituieren, was diese begrüßte, jedoch dafür kein Geld in Aussicht stellen konnte. Also schrieb Schwester Lea 100 Briefe an Verwandte und Bekannte in Deutschland, in denen sie um zehn Mark pro Spender und Monat für ein Frauenzentrum bat, das in einem verfallenen Lagerhaus, zu einer Bildungs- und Arbeitsstätte für den Ausstieg aus der Prostitution umfunktioniert, errichtet wurde.
SOLWODI Deutschland e.V. hat seinen Sitz in Koblenz und ist der Dachverein von SOLWODI. Er hat unter sich fünf Landesvereinen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin und Bayern. Der Schwerpunkt liegt auf der Betreuung und Beratung von Frauen und Mädchen mit Migrations- und Fluchthintergrund, die Betroffene von Menschenhandel, Zwangsprostitution, Zwangsverheiratung, FGM/C, "Ehrgewalt" sowie weiterer Formen geschlechtsspezifischer Gewalt sind.

SOLWODI hat insgesamt 21 Fachberatungsstellen: in Aachen, Augsburg, Berlin, Bonn, Braunschweig, Duisburg, Fulda, Gemünden am Main, Koblenz, Ludwigshafen am Rhein, Mainz, München, Oberhausen, Osnabrück, Passau, Regensburg, Rehau und Würzburg. Die Mitarbeiterinnen bieten eine umfassende, ganzheitlich ausgerichtete psychosoziale Betreuung und Beratung, sichere Unterbringung in sieben SOLWODI-Schutzunterkünften, Vermittlung juristischer und medizinischer Hilfe sowie Unterstützung bei der Rückkehr in die Heimatländer, wenn Migrantinnen zurückkehren wollen oder es müssen.
Um effektiv helfen zu können, ist Solwodi Deutschland mit anderen Beratungsstellen und Organisationen im In- und Ausland vernetzt. In Deutschland hat die Organisation 75 feste Mitarbeiterinnen (davon 16 Ordensfrauen), ehrenamtliche Arbeitskreise (AK) sowie 16.000 Freunde und Förderer. Solwodi ist Mitglied der Europäischen Bewegung Deutschland und wird unter anderem von Zonta International und der Peter Ustinov Stiftung unterstützt. Solwodi setzt sich für ein „Europa ohne Prostitution“ ein und ist Gründungsmitglied von CAP international (Coalition against Prostitution). 2020 war SOLWODI Deutschland e. V. zudem Gründungsmitglied des Bündnisses Nordisches Modell.
Vom 2. bis 5. April 2019 richtete Solwodi in Mainz zusammen mit CAP INTL und Armut und Gesundheit in Deutschland e. V. in Mainz den 3. Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen aus, an dem 400 internationale NGOs und Privatpersonen teilnahmen. Auf dem Kongress wurde als Abschlussdokument die „Mainzer Erklärung“ verabschiedet, in der u. a. für Deutschland die Einführung des „Nordischen Modells“ (Sexkaufverbot) als gesetzgeberisches Instrument für den Bereich Prostitution gefordert wurde. Bis 28. Februar 2020 hatten sich 1620 Privatpersonen und Organisationen dem Appell zur Einführung des Nordischen Modells angeschlossen. In ihrer Kampagne „Mach den Schluss-STRICH! Keine Frauensklaverei in Deutschland“ generierte Solwodi seit 2013 weitere 33.600 Unterschriften für das Vorhaben. Die insgesamt 35.220 Unterschriften hat Lea Ackermann am 2. März 2020 in Berlin an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben.
Solwodi wird derzeit von einem dreiköpfigen Vorstand geleitet: Maria Decker sowie Christina Krack und Barbara Wellner. Lea Ackermann begleitete als Solwodi-Gründerin den Verein bis zu ihrem Tod Ende Oktober 2023 weiterhin unterstützend und repräsentierte bei Workshops und Vorträgen die Organisation in der Öffentlichkeit.