Song Huizong

Sòng Huīzōng (宋徽宗)
Familienname: Zhào (趙)
Vorname:Jí (佶)
Postumer Titel:
(vollständig)
Kaiser Tishen Hedao Junlie
Xungong Shengwen Rende
Xianci Xianxiao Huangdi
體神合道駿烈遜功聖文仁德
憲慈顯孝皇帝
Tempelname: Huīzōng (徽宗)
Regierungszeit: 24. Februar 1100–18. Januar 1126
Äranamen: Jiànzhōngjìngguó (建中靖國) 1101

Chóngníng (崇寧) 1102–1106

Dàguān (大觀) 1107–1110

Zhènghé (政和) 1111–1118

Chónghé (重和) 1118–1119

Xuānhé (宣和) 1119–1126

Huizong (chinesisch 徽宗, Pinyin Huīzōng, W.-G. Hui-tsung, * 2. November 1082 in Bianliang (heute Kaifeng, Henan); † 4. Juni 1135 in Wuguocheng (heute Yilan, Heilongjiang)) regierte China als 8. Kaiser der (Nördlichen) Song-Dynastie vom 24. Februar 1100 bis 18. Januar 1126.

Leben

Huizong, der Sohn des Kaisers Song Shenzong, erlangte mit 18, nach dem Tod seines älteren Bruders Zhezong 1100, die Kaiserkrone, konnte aber erst ein Jahr später, nach dem Tod seiner Mutter 1101, die Regierungskontrolle übernehmen.

Dichter und Maler

Huizong: Gedicht und Kalligrafie

Entgegen der stark neokonfuzianischen Prägung seiner Epoche fühlte sich Huizong zum Daoismus hingezogen und bekämpfte zeitweise den Buddhismus. Dem entsprach auch eine ausgeprägte künstlerische Grundhaltung seiner Persönlichkeit, die ihn sich als Dichter, Maler und Kalligraph probieren ließ. Bekannt geworden sind insbesondere seine Vögel- und Blumenbilder (z. B. Zwei Finken auf Bambuszweigen, Taube auf einem Pfirsich-Ast). Sein Kalligraphiestil „Schlankes Gold“ (auch Mager-Gold) (瘦金 shòujīn) stellt einen Höhepunkt der chinesischen Kalligrafie dar und wurde oft als „Kaiserlicher Stil“ nachgeahmt. Als Dichter war er einer der bedeutendsten Repräsentanten der Ci-Lied-Dichtung. Der Kaiser war nicht nur selbst Künstler, sondern auch Mäzen. Für die Förderung der Künste scheute er keine Kosten, u. a. unterstützte er den bedeutenden Ci-Dichter Zhou Bangyan, sammelte in seinem Palast um die 6000 Gemälde und förderte die Kalligrafie- und Malschule der kaiserlichen Hanlin-Akademie.

Verlust Nordchinas; Gefangenschaft im Jin-Reich; Tod

Die Außenpolitik von Kaiser Huizong war von fatalen Fehleinschätzungen geprägt: So glaubte er, den Stammesfürsten der Jurchen, Aguda, der 1115 die Jin-Dynastie gegründet und den Kaisertitel angenommen hatte, als Bundesgenossen gegen die Kitan (Liao-Dynastie) gewinnen zu können. Daher ging er mit ihm 1120 eine diesbezügliche Allianz ein. 1122 griffen die vereinten Heere der Song und Jin das Liao-Reich an. Allerdings besiegten die Jurchen die Streitkräfte der Kitan nahezu im Alleingang. Daher zogen die Song auch nicht den erhofften territorialen Profit aus dem Bündnis; vielmehr wandten sich die Jurchen nach der Zerschlagung des Liao-Reichs 1125 gegen ihren früheren Alliierten, als sie dessen militärische Schwäche erkannten. Ohne auf großen Widerstand zu stoßen, drangen sie nach Henan und Shandong vor.

Huizong übernahm hierfür die persönliche Verantwortung und trat im Januar 1126 zugunsten seines Sohnes Qinzong zurück. Er wurde jedoch samt seinem Nachfolger und etwa 3000 Mitgliedern seines Hofstaats von den Jurchen im Januar 1127 bei deren Einnahme der Song-Hauptstadt Kaifeng gefangen genommen und in die Umgebung von Harbin in die Mandschurei verschleppt. Ab 1127 eroberten die Jurchen große Teil Nordchinas. Zahlreiche dortige Bauern verloren ihr Land, bildeten Banden und zogen plündernd herum; Flüchtlingsscharen suchten im Süden Unterschlupf. Auch der neue Kaiser, Huizongs Sohn Gaozong (regierte 1127–1162), musste mit seinem Hof nach Süden fliehen und die Hauptstadt nach Hangzhou verlegen, wodurch die Südliche Song-Dynastie entstand. Huizong starb am 4. Juni 1135 nach Jahren erzwungener körperlicher Arbeit im Alter von 52 Jahren in der Mandschurei. Erst 1142 setzte Gaozong die Rückführung seines Leichnams ins Song-Reich durch.

Literatur

Commons: Song Huizong – Sammlung von Bildern

Anmerkungen

  1. ↑ Herbert Franke, Rolf Trauzettel: Das Chinesische Kaiserreich. (= Fischer Weltgeschichte, Band 19). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1993 (Originalausgabe 1968), ISBN 3-596-60019-7, S. 207; Jacques Gernet: Die chinesische Welt. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988 (französische Originalausgabe Paris 1972), ISBN 3-518-38005-2, S. 305.
  2. ↑ Jacques Gernet: Die chinesische Welt, 1988, S. 305; Kai Vogelsang: Geschichte Chinas, Reclam Verlag, 7. Auflage, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-15-010933-5, S. 332 f.
VorgängerAmtNachfolger
ZhezongKaiser von China
1100–1126
Qinzong
ZhezongKaiser der Song-Dynastie
1100–1126
Qinzong
Personendaten
NAME Song Huizong
ALTERNATIVNAMEN 徽宗 (chinesisch)
KURZBESCHREIBUNG 8. Kaiser der Song-Dynastie
GEBURTSDATUM 2. November 1082
GEBURTSORT Kaifeng
STERBEDATUM 4. Juni 1135