Ausschnitt einer Karte von 1903 mit Sorbon Haoussa (Sorbo Haoussa) im Zentrum
Eine Gruppe um den französischen Kapitänleutnant Émile Hourst, der eine hydrographische Expedition auf dem Fluss Niger durchführte, erreichte Sorbon Haoussa am 2. April 1896. Die Forschungsmission wurde hier von Yusuf Ousman, dem Anführer der Kurtey, empfangen.
Im Zuge der militärischen Besetzung der späteren Nigerkolonie schuf Frankreich im Jahr 1900 das Dritte Militärterritorium (troisième Territoire militaire), aus dem 1904 das Militärterritorium Niger (Territoire militaire du Niger) hervorging. Bevor Zinder 1901 als dessen Hauptstadt festgelegt wurde, diente unter Oberst Marie-Étienne Peroz für kurze Zeit Sorbon Haoussa als provisorischer Verwaltungssitz des Militärterritoriums. Im französischen Militärlager von Sorbon Haoussa wurde 1900 eine Schule eröffnet, die nach jenen in Doulsou und Dosso drittälteste in Niger. Sorbon Haoussa blieb zunächst noch Hauptort des großen Zarma-Kreises (cercle du Djerma) am linken Flussufer, der die Sektoren Tillabéri, Dosso, Gaya und Sandiré umfasste. Der Kreiskommandant Henri Salaman verlegte den Hauptort 1902 in das neugegründete Niamey.
Bei der Volkszählung 2012 hatte Sorbon Haoussa 958 Einwohner, die in 150 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 897 in 124 Haushalten und bei der Volkszählung 1988 belief sich die Einwohnerzahl auf 948 in 115 Haushalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Westlich von Sorbon Haoussa führt die 2020 eröffnete Djibo-Bakary-Brücke über den Fluss Niger. Es gibt eine Schule im Dorf.
↑Ibrahim Oumarou Sadou, Souleymane Amadou:Monographie de la région de Tillabéri.(PDF)Institut National de la Statistique, République du Niger,Oktober 2016,S.19,archiviertvomOriginalam28.Dezember 2021;abgerufen am 17.Januar 2022(französisch,Figure 2: Carte de zonage agro-écologique de la région de Tillabéri).
↑Émile Auguste Léon Hourst:Sur le Niger et au pays des Touaregs. La mission Hourst. E. Plon, Nourrit et Compagnie, Paris 1898, S.266.
↑Edmond Séré de Rivières:Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S.234–235.
↑Olivier Meunier:Bilan d’un siècle de politiques éducatives au Niger. L’Harmattan, Paris 2000, ISBN 2-7384-9036-0, S.38.
↑Edmond Séré de Rivières:Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S.239.
↑Abdourahmane Idrissa, Samuel Decalo:Historical Dictionary of Niger. 4. Auflage. Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 978-0-8108-6094-0, S.xxvii.
↑Recensement Général de la Population 1988: Répertoire National des Villages du Niger. Bureau Central de Recensement, Ministère du Plan, République du Niger, Niamey März 1991, S.275 (web.archive.org[PDF; abgerufen am 4.Mai 2019]).