Souloufiet (auch: Séloufiet, Souloufet, Zeloufiet) ist ein Dorf in der Landgemeinde Iférouane in Niger.
Geographie
Das von einem traditionellen Ortsvorsteher (chef traditionnel) geleitete Dorf befindet sich rund fünf Kilometer südöstlich des Hauptorts Iférouane der gleichnamigen Landgemeinde und des gleichnamigen Departements Iférouane, das zur Region Agadez gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Souloufiet zählen Taghmert Elagh im Osten und Tchinfinétène im Westen.
Souloufiet liegt am Fuß des 1988m hohen Massivs Adrar Tamgak im Gebirge Aïr. Beim Dorf vereinigen sich die Trockentäler Iberkoum und Tamgak zum Trockental Nougourou.
Souloufiet (Seloufiet) auf einer Karte aus dem Jahr 1891
Das Dorf wurde Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet und prosperierte in seiner Anfangszeit. Die Tuareg-Gruppe Kel Séloufiet stammt ursprünglich aus dem Ort und ist nach diesem benannt. Die Afrikaforscher Heinrich Barth und James Richardson erreichten Souloufiet im Jahr 1850. Richardson beschrieb das Dorf als eine Sesshaftensiedlung mit mehreren Stein- und Lehmhäusern. Der Arzt Erwin von Bary war im August und September 1877 insgesamt dreimal in Souloufiet zu Gast und behandelte hier Patienten. Er beschrieb das Dorf wie folgt: „Selufiet ist ein sehr freundlich aussehender Ort; die Steinhäuser und Hütten sind meist von einem Tuntafia-Zaun umgeben, der kreisförmig alle Wohnräume umschliesst. Ein solcher Komplex liegt stets auf einem Hügel oder auf alten Flussterrassen, welche von dem Wadi durchschnitten werden; in diesem liegt der Palmenhain, der die Hauptzierde von Selufiet bildet.“
Aufgrund der unsicheren Lage infolge des Kaocenaufstands von 1917 gaben die Bewohner das Dorf vorübergehend auf und zogen zuerst nach Timia, dann nach Azzel und Alarcess. Der Naturforscher Angus Buchanan besuchte Souloufiet im Juni 1920 bei seiner Aïr-Expedition. Er fand das Dorf verlassen vor und beschrieb es als malerisch und vielgestaltig. Westlich der Hütten erstreckten sich ein Gürtel aus Dattelpalmen und viele alte bewässerte Gärten. Ein Teil der ehemaligen Tuareg-Bewohner kehrte später in das Dorf zurück.
Souloufiet war massiv von der Ende der 1970er Jahre einsetzenden Dürreperiode betroffen. Die ursprünglichen Dattelpalmen-Haine verschwanden bis Mitte der 1980er Jahre fast vollständig. Eine 2025 durchgeführte Untersuchung der nigrischen Regierung mit Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen stufte Souloufiet als einen der 1285 Orte in Niger ein, die in Hinblick auf die Ernährungssicherheit äußerst verwundbar waren.
Bevölkerung
Bei der Volkszählung 2012 hatte Souloufiet 179 Einwohner, die in 37 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 289 in 53 Haushalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Bei Souloufiet wird Bewässerungslandwirtschaft betrieben. Eine Schätzung belief sich Anfang der 1990er Jahre auf 75 Gärten. Es gibt eine Schule im Dorf. Das nigrische Unterrichtsministerium richtete 1996 gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zahlreiche Schulkantinen in von Ernährungsunsicherheit betroffenen Zonen ein, darunter eine für Nomadenkinder in Souloufiet.
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↑Arrêté n°276/MEN/DAF/2445/IV du 21 octobre 1996, portant création de cantines scolaires en milieu nomade et transhumant. Ministère de l’Education Nationale, République du Niger, 21.Oktober 1996 (men.ne[abgerufen am 15.Dezember 2022]).