The Soul Brothers

The Soul Brothers
Allgemeine Informationen
Herkunft Jamaika
Genre(s) First-Wave Ska, Rocksteady, Reggae
Aktive Jahre
Gründung 1965
Auflösung 1979
Website
Gründungsmitglieder
Roland Alphonso
Jackie Mittoo
Lloyd Brevett
Johnny Moore
Wallin Cameron
Bunny Williams
Ehemalige Mitglieder
Leroy Sibbles
Errol Walters
E-Gitarre
Eric Frater
Schlagzeug
Leroy Wallace
Ernest Ranglin
Richard Ace
Saxophon
Karl „Cannonball“ Bryan

The Soul Brothers waren die Hausband von Coxsone Dodd und seinem jamaikanischen Plattenlabel Studio One. Die Begleitband aus Allstars entstand infolge der Auflösung der Skatalites im August 1965 und hieß nacheinander Roland Alphonso & The Soul Brothers (1965–67), The Soul Vendors (1967–68) und Sound Dimension[s] (1968–1979).

Geschichte

The Soul Brothers

Nachdem der Posaunist Don Drummond am Neujahrstag 1965 wegen Mordes an seiner Freundin festgenommen und später strafrechtlich verfolgt worden war, zerfielen die Skatalites in zwei Kapellen: Tommy McCook & The Supersonics und Roland Alphonso & the Soul Brothers. Während Tommy McCook mit seiner Band zum konkurrierenden Produzenten Duke Reid wechselte, blieben Roland Alphonso, Jackie Mittoo, Johnny „Dizzy“ Moor und Lloyd Brevett der Hausband von Studio One erhalten. Unter wechselnden Bezeichnungen wie „R. Alphonso & His Soul Bros.“, „The Soul Bro’s“ oder „The Soul Brothers Orchestra“ spielte die Studioband eigene Singles ein oder unterstützte (wie zuvor schon die Skatalites) Musiker wie Bob Marley & The Wailers bei ihren Aufnahmen. Zusammen mit den Wailers entstanden die Singles Train To Ska-Ville / I Made A Mistake, Ska Jerk / I’m Still Waiting und Bend Down Low / Freedom Time.

Der Musikstil der Soul Brothers (deutsch „Die Seelenverwandten“) ähnelte anfangs dem der Skatalites, entwickelte sich jedoch bald in Richtung einer verlangsamten, souligen Version des Ska, die ab 1967 als Rocksteady bekannt wurde. Der Hauptunterschied zwischen dem Sound der Skatalites und dem der Soul Brothers war die zunehmende Elektrifizierung der Instrumente, hörbar an Jackie Mittoos E-Orgel sowie E-Gitarre und E-Bass.

The Soul Vendors

Im Jahr 1967 plante Coxsone Dodd eine Tour mit Musikern seines Labels durch England. Neben den Sängern Alton Ellis, Ken Boothe und Owen Gray nahm er die Begleitmusiker Roland Alphonso, Jackie Mittoo, Johnny Moore, Lloyd Brevett, Bunny Williams und Errol Walters mit auf Tournee. Die zusammengestellte Gruppe erhielt den ironischen Namen The Soul Vendors (deutsch „Die Seelenverkäufer“) und trat auch als eigenständige Band in Erscheinung. Das bedeutete gleichzeitig das Ende der Soul Brothers. Zusammen mit den Soul Vendors entstanden in England die Aufnahmen zu Jackie Mittoos Debütalbum Jackie Mittoo in London. Eine weitere Langspielplatte jener Phase war das Album Alton Ellis Sings Rock and Soul.

Sound Dimension[s]

Von der England-Tournee 1967 brachte sich Gitarrist Eric Frater ein Effektgerät der Marke Arbiter Soundimension mit, eine analoge Echobox. Der psychedelische Sound der Echobox beeinflusste und prägte den Klang der Band so nachhaltig, dass man sich 1968 unter der Leitung von Leroy Sibbles in Sound Dimension umbenannte. Ein neuer Name war auch notwendig geworden, da sich die vormaligen Bandleader Jackie Mittoo und Roland Alphonso zurückgezogen hatten und auf ihre Solokarriere konzentrierten. Das bekannteste Stück der Sound Dimension wurde Real Rock von 1968, das sich zu einem der populärsten Riddims jamaikanischer Volksmusik entwickelte und u. a. von Augustus Pablo (Rocker’s Rock), Dennis Brown (Stop the Fussing & Fighting) und Willie Williams (Armagideon Time) verwendet wurde. Ursprünglich war die Aufnahme noch unter dem Bandnamen Soul Vendors auf Singles erschienen (Coxsone Records: CS1026 & CS7057). Die Schreibweise der Studioband auf den Plattenlabeln änderte sich häufig, mal Sound Dimention, mal Sound Dimensions oder auch Soundemension Band.

Diskografie (Auswahl)

The Soul Brothers

The Soul Vendors

Sound Dimension[s]

Rezeption

Der deutsche Musiker Andreas Dorau verwendete den Riddim Death in the Arena von Roland Alphonso & The Soul Vendors als Grundlage für seinen Track Meine Lieder.

Literatur

Siehe auch

Musikbeispiele

Einzelnachweise

  1. ↑ Heather Augustyn: Ska. An Oral History. McFarland, 2014, S. 44.
  2. ↑ The Soul Brothers. In: Discogs.com. 1965, abgerufen am 10. November 2023 (englisch).
  3. ↑ The Wailers: Ska Jerk auf YouTube
  4. ↑ The Soul Brothers. In: Discogs.com. 1965, abgerufen am 10. November 2023 (englisch).
  5. ↑ The Soul Vendors. In: Discogs.com. 1967, abgerufen am 10. November 2023 (englisch).
  6. ↑ Catalinbread Effects: Arbiter Soundimension vom 21. Mai 2021.
  7. ↑ Sound Dimension. In: Discogs.com. 1968, abgerufen am 11. November 2023 (englisch).
  8. ↑ Soul Vendors: Real Rock / Al Campbell & The Thrillers: Don’t Run Away bei Discogs von 1968.
  9. ↑ Sound Dimention. In: Discogs.com. 1969, abgerufen am 15. November 2023 (englisch).
  10. ↑ Alton Ellis Sings Rock and Soul bei Bandcamp.
  11. ↑ Jackie Mittoo & The Soul Vendors: Evening Time bei Bandcamp.
  12. ↑ Andreas Dorau: Meine Lieder (Musik wird wahr) auf YouTube.