Das Spanish Arch genannte Bauwerk mit den beiden Torbögen am Ostufer des Flusses Corrib in Galway.Erläuterungsschild am Spanish Arch-Bauwerk (2015)
Der Spanish Arch (irischAn Póirse Spainneach, wörtlich: Der Spanische Bogen) und der Caoch-Bogen (irischAn Póirse Caoch, wörtlich: Der blinde Bogen) in der Stadt Galway, Irland, sind zwei erhaltene Torbögen in dem irischCeann an Bhalla (wörtlich: Kopf der Mauer) bezeichneten Mauerstück. Der Spanish Arch ist ein Wahrzeichen der Stadt Galway.
Geschichte
Das Mauerstück mit den beiden Bögen war Teil einer späteren Verlängerung der Stadtmauer aus normannischer Zeit vom Martin’s Tower bis zum Ufer des Flusses Corrib, direkt gegenüber von Claddagh (am anderen Ufer). Das Bauwerk diente dem Schutz der Kais der Stadt, die sich dahinter befanden. Die Bezeichnung „spanisch“ wird darauf zurückgeführt, dass in Galway häufig spanische Handelsschiffe anlegten. Das Gebiet war einst unter der Bezeichnung „Fischmarkt“ (heute: „Spanish Parade“) bekannt. Die Verlängerung der Stadtmauer wurde während der Amtszeit von Bürgermeister Wylliam Martin von 1584 bis 1588 errichtet und wurde irischCeann an Bhalla (wörtlich: Kopf der Mauer) genannt.
Im 18. Jahrhundert errichtete die Familie Eyre aus Eyrecourt im County Galway eine Erweiterung der Kais, die englischThe Long Walk genannt wurde. Dabei wurden die Bögen des Spanish Arch-Bauwerks als Zugang von der Stadt zu den neuen Kais ertüchtigt. Die Bezeichnung „Spanischer Bogen“ stammt nicht aus dieser Zeit. Die Bezeichnung lautete vermutlich englischEyre Arch, wörtlich: Eyre-Bogen, so genannt nach den Bauherren.
Im Jahr 1755 wurde der „Spanish Arch“ durch den Tsunami, der durch das Erdbeben von Lissabon 1755 ausgelöst wurde, teilweise zerstört.
Galway City Museum
Der Spanish Arch ist baulich mit dem denkmalgeschützten Comerford House verbunden, das um 1800 errichtet wurde. Dieses Gebäude beherbergte von 1976 bis 2006 das Galway City Museum. Dann wurde das Museum in ein neues, eigenes Gebäude direkt hinter dem Bogen verlegt. Weiterhin ist geplant, das Gebäude mit dem Spanish Arch zu sanieren und als Teil des Museums zu nutzen.
Treffpunkt
Der Spanish Arch ist ein frequentierter Treffpunkt der Einwohner von Galway und ein Ort für unterschiedliche Veranstaltungen. Er war in der COVID-19-Pandemie von Kontaktbeschränkungsmaßnahmen betroffen.
Der „Long Walk“ ist eine Promenade auf einer Seite des Bauwerks. Der Spanish Arch ist außerdem Ausgangspunkt für einen sechs Kilometer langen Fuß- und Radweg.
↑In einer Internetquelle heißt es: „Es herrscht einige Verwirrung darüber, ob sich der Name ‚Spanish Arch‘ nur auf einen oder beide Bögen in dieser Verteidigungsmauer bezieht. Der Name wird oft für den am weitesten vom Fluss entfernten Bogen verwendet, während der andere als Caoch-Bogen bezeichnet wird. Und um die Sache noch komplizierter zu machen, wird das gesamte Viertel, das viele beliebte Restaurants beherbergt, auch als die ‚Spanish Arches‘ bezeichnet.“ Alan Newman:Galway, Ireland. Spanish Arch.In:atlasobscura.com.30.Oktober 2024,abgerufen am 2.Juni 2026(englisch).
12Spanish Arch.In:visitgalway.ie.Abgerufen am 2.Juni 2026(englisch).
12The Spanish Arch.In:gci.ie.Galway Cultural Institute at Galway Business School,abgerufen am 2.Juni 2026(englisch).
↑James Hardiman: The history of the town and county of the town of Galway. W. Folds and Sons, 38, GT. Strand-Street Dublín 1820, IV, S.94 (englisch): “The point of Cean-na-bhalla, at the quay, was converted into a fortification, and furnished with great guns (Der Standort Cean-na-bhalla am Kai wurde befestigt und mit großen Kanonen ausgerüstet).”
↑Hely Duton: A statistical and agricultural survey of the county of Galway: with observations on the means of improvement. Printed at the University Press, by R. Graisberry, Dublín 1824, IV, S.258 (englisch): “1588 Andrew Morris, mayor. Patrick Kirwan and George Morris, bailiffs. This year a piece of the wall near the point of Cean-a-walla was built at the expense of the corporation. (1588) Andrew Morris, Bürgermeister. Patrick Kirwan und George Morris, Bailiffs. In diesem Jahr wurde ein Stück Mauer nahe am Punkt Cean-a-walla auf Kosten der Gemeinde errichtet.”