

Spannstahl ist hochfester Stahl, der vor allem im Spannbetonbau zum Vorspannen verwendet wird. Spannstahl gehört meist zur Gruppe der unlegierten Stähle. Seine hohen Festigkeitswerte ermöglichen eine große elastische Dehnung beim Vorspannen. Dadurch werden im Spannbetonbau die Spannkraftverluste infolge Kriechen und Schwinden des Betons reduziert, die die Vordehnung verringern und so die anfangs aufgebrachte Vorspannkraft abbauen.
Die Bezeichnung der Spannstähle erfolgt entsprechend ihrer Festigkeit:
Der Elastizitätsmodul für Spannstahl darf für Litzen mit E = 195.000 N/mm² sowie für Stäbe und Drähte mit E = 205.000 N/mm² angesetzt werden. In Deutschland unterliegen Spannstähle der bauaufsichtlichen Zulassung.
Vorspannstahl wird in verschiedenen Erzeugnisformen und Festigkeiten eingesetzt. So gibt es ihn heute in Deutschland zum Beispiel:
Der bekannteste Spannstahl ist die Spanndrahtlitze, die aus 3 oder 7 verseilten kaltgezogenen runden Einzeldrähten mit Durchmessern von 6,9 bis 18,3 mm eingesetzt wird.

Erfolgt das Vorspannen gegen den erhärteten Beton, so wird der Spannstahl als gleitfähiges Spannglied im vorzuspannenden Bauteil eingebaut. Dazu erhält er eine Schutzhülle (Metall- oder Plastik-Wellrohr), die den Spannstahl vom Beton trennt. Zusätzlich wird der Spannstahl an seinen Enden mit Verankerungen versehen. Spannstahl, Hüllrohr und Verankerung zusammen bezeichnet man als Spannglied. Das Vorspannen geschieht mit hydraulischen Pressen.
Die Spannglieder werden auf einer Kabeltrommel entweder als fertige Einheit geliefert und eingebaut oder vor Ort zusammengebaut. Dabei werden die einzelnen Spannstahldrähte oder -litzen nacheinander durch das Hüllrohr geschossen und anschließend in die Anker eingefädelt. Der Hohlraum in den profilierten Hüllrohren wird entweder mit Zementmörtel verpresst (nachträglicher Verbund) oder ist schon werksseitig mit einem Fett gefüllt (ohne Verbund), um den korrosionsempfindlichen Spannstahl zu schützen, wie bei der Monolitze.

Die Verankerung hat die Aufgabe, die Kräfte des Spanngliedes auf den Beton zu übertragen. Dies geschieht meist mit Ankerplatten, auf die der Spannstahl die Kräfte durch Keilverankerung, aufgestauchte Köpfchen oder Muttern weiterleitet.
Man unterscheidet
Das horizontale Verschieben einer auf Gleitflächen gelagerten Schwerlast erfolgt meist mit hydraulischen Pressen, die an Spannstahldrähten oder -litzen ziehen. Beispiele sind Brückentragwerke, eventuell samt Pfeilern.
Das Aufrichten des havarierten Schiffs Costa Concordia erfolgte mit vertikal wirkenden Litzenhebern.