| Spiersträucher | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Weidenblättriger Spierstrauch (Spiraea salicifolia), Illustration | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Spiraea | ||||||||||||
| L. |
Die Spiersträucher (Spiraea) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Spiraeoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die 80 bis 100 Arten gedeihen überwiegend in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel.






Spierstrauch-Arten sind meist sommergrüne, laubabwerfende Sträucher, die Wuchshöhen von 10 bis 400 Zentimetern erreichen. Oft werden Rhizome gebildet. Je Strauch werden 5 bis mehr als 20 Zweige gebildet, die meist selbstständig aufrecht bis aufsteigend oder überhänden sind, manchmal sind sie ausgebreitet, liegend bis niederliegend. Die Rinde der jüngeren Zweige ist kahl oder zottig behaart. Die Borke ist rötlich bis dunkelbraun oder grau bis grau-schwarz. Es sind Lang- und Kurztriebe vorhanden. Die relativ kleinen Winterknospen sind von zwei bis acht Knospenschuppen bedeckt.
Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind einen meist kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind bei Längen von 1 bis 10 Zentimetern verkehrt-eiförmig bis verkehrt-lanzettlich, rhombisch, elliptisch oder linealisch bis lanzettlich, eiförmig bis fast kreisförmig. Die Blattränder sind flach, gesägt, gezähnt, gelappt oder selten glatt. Die Blattnervatur ist meist fiedernervig, selten gehen drei bis fünf Hauptnerven von der Spreitenbasis aus. Die Blattflächen sind kahl oder behaart (Indument). Nebenblätter fehlen.
Selten nur zwei, meist drei bis mehr als tausend Blüten stehen meist dicht in mehrheitliche end- oder mehrheitlich seitenständigen, in rispigen, schirmrispigen oder schirmtraubigen Blütenständen zusammen. Es können Trag- und/oder Deckblätter vorhanden sein oder fehlen. Es sind ein oder zwei Deckblätter als Nebenkelch ausgebildet. Blütenstiele sind vorhanden. Die Anthese liegt vor oder nach der vollständigen Entwicklung der Laubblätter.
Die meist zwittrigen, selten eingeschlechtigen, relativ kleinen Blüten sind bei Durchmessern von 2 bis 15 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenbecher (Hypanthium) sind bei Höhen von 0,5 bis 2, selten bis zu 5 Millimetern meist halbkugelig oder glockenförmig, selten kreiselförmig und mehr oder weniger dicht behaart oder kahl. Die fünf freien Kelchblätter sind meist aufrecht ausgebreitet oder zurückgekrümmt, selten aufsteigend und deltat, dreieckig, dreieckig-eiförmig oder eiförmig. Die Kronblätter sind meist länger als die Kelchblätter. Die fünf freien Kronblätter sind eiförmig bis verkehrt-eiförmig, mehr oder weniger kreisförmig oder selten elliptisch. Die Farben der Kronblätter sind meist weiß, manchmal rosa- bis purpurfarben, selten grünlich, gelblich, kreideweiß oder transluzent-weiß. Pro Blüte gibt es viele (10 bis 60) Staubblätter in zwei bis Kreisen. Die Staubblätter können länger oder kürzer als die Kronblätter sein. Die meist vier oder fünf (drei bis acht) Fruchtblätter sind frei und wollig behaart bis verkahlend mit mehr oder weniger endständigen Griffeln. Jedes Fruchtblatt enthält nur zwei oder selten bis zu vier Samenanlagen.
Vier oder fünf Balgfrüchte stehen zusammen. Die Balgfrüchte sind bei Längen von selten 0,5 bis, meist 1,5 bis 4 Millimetern beispielsweise kahn-, sichel-, spindelförmig oder ellipsoid und kahl oder wollig behaart. Der Blütenbecher ist noch an den Balgfrüchten erkennbar und es können noch Kelchblätter vorhanden sein, auch Griffel können noch erkennbar sein. Die Balgfrüchte enthalten nur zwei bis vier Samen. Die Samen sind spindelförmig bis länglich.
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 9.
Die Gattung Spiraea wurde durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 1, 1753, Seite 489 und Genera Plantarum, 5. Auflage, 1754, Seite 216 aufgestellt. Der botanische Gattungsname Spiraea leitet sich vom griechischen Wort speira für „winden, Windung“ ab und bezieht sich auf die Verwendung um aus den Zweigen Kränze zu winden. Synonyme für Spiraea L. sind: Awayus Raf., Chamedrys Raf., Drimopogon (Raf.) B.D.Jacks., Eleiosina Raf., Spirea Pall.
Spiraea ist die namensgebende und artenreichste Gattung der Tribus Spiraeeae und Unterfamilie Spiraeoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie ist eine monophyletische Gattung und umfasst rund 80 Arten. Die traditionelle, auf den Blütenstandstypen basierende Untergliederung in drei Sektionen wird durch molekulargenetische Studien nicht gestützt. Es gab mehrere Gliederungen nach morphologischen Merkmalen in Untergattungen und Sektionen, keine davon stellt natürliche Verwandtschaftsgruppen dar, dies zeigten molekulargenetische Untersuchungen.
Die Verbreitungsgebiete der Arten liegen überwiegend in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel und einige Arten gedeihen auch in subtropischen Bergregionen vor. In China und Taiwan kommen etwa 70 Arten vor, 47 davon gibt es nur dort; etwa 9 dieser Arten kommen dort nur in kleinen Arealen vor, es sind dort also Endemiten. China und Taiwan sind das Zentrum der Artenvielfalt. 12 Arten kommen in Japan vor und 14 Arten gibt es auf der Koreanischen Halbinsel. Einige Arten sind in vielen Gebieten der Erde Neophyten.












Es gibt 80 bis 100 Arten:


Es gibt einige Naturhybriden. Die Namen vieler durch Kreuzungen in Kultur entstandenen Hybriden wurden durch Hermann Zabel in Die strauchigen Spiraeen 1893 und in Gartenzeit, Band 3, 1884, Seite 494 veröffentlicht. Es gibt einige Hybriden (Auswahl):

Viele Sorten von Arten und Hybriden werden in den gemäßigten Gebieten weltweit als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet. Sie werden schon sehr lange als Zierpflanzen verwendet.
Der am 26. Februar 1928 entdeckte Asteroid (1091) Spiraea ist nach der Pflanzengattung benannt.