
Spiessen (auch Spießen) ist der Name eines westfälischen Adelsgeschlechts.
Das Geschlecht gehörte zum alten österreichischen Adel, stammt ursprünglich aus Mähren und kam später nach Westfalen, wo es sich ab 1620 findet, insbesondere im Münsterschen.
Josef Anton von Spiessen war im Dreißigjährigen Krieg Oberst eines kaiserlichen Regiments und fiel vor Meppen im Niederstift Münster. Er wurde in der dortigen Pfarrkirche begraben. Aus seiner Ehe mit Katharina von Rödinghausen zu Rödinghausen, einer Tochter des damaligen hessischen Kriegsministers von Rödinghausen, stammten eine Tochter und zwei Söhne.
Einer der Söhne war Jobst Christoph von Spiessen, der zunächst in kurbrandenburgischen, dann in kurkölnischen Diensten stand, zuletzt als Oberstleutnant. Er besaß Ebbinghausen bei Erwitte durch Heirat mit einer von Anteflucht. Als er verstarb, wurde er in der Pfarrkirche im benachbarten Horn begraben. Sein Sohn aus der Ehe mit Anna Dorothea von Schade zu Salmei, Wilhelm Johann von Spiessen († 1750), war fürstlicher-münsterischer Major zu Vechta. Dieser war mit Maria Charlotte von Spittael zu Krechting verheiratet. Seine Schwester Maria Theresia von Spiessen heiratete den Grafen von Nesselrode-Ereshoven. Am 19. März 1729 verkaufte Johann Wilhelm von Spießen den landtagfähigen Rittersitz Ebbinghausen mit allem Zubehör wegen großer Verschuldung. Zum Rittersitz gehörten damals 190 Morgen Land, das Patronat über die Vikarie zu Horn und das Freistuhlgericht in den Dörfern Ebbinghausen, Berenbrock, Völlinghausen, Stirpe, Eikeloh, Ost-Norddorf. Als dies verkaufte er für 13.700 Taler dem Hermann Werner Josef von Schorlemer zu Overhagen. Aus Wilhelm Johanns Ehe mit Maria Charlotte von Spittael stammt Ludwig August von Spiessen († 21. Mai 1830 im Alter von 85 Jahren), Münsterscher Hauptmann a. D. Dessen Sohn aus seiner Ehe mit Maria Flornetine Freiin von Tussigny, Levin von Spiessen, war 1836 Assessor beim königlich-preußischen Justizamt in Balve und 1845 zu Dülmen. Aus der Ehe dieses Kreisgerichtsrates mit Maria Aloysia Engelberta, geborene von Rump stammt Max von Spiessen (1852–1921), königlich-preußischer Offizier, Dichter, Genealoge und Heraldiker. 1881 vermählte sich Max von Spiessen mit Theresia von Druffel. 1907 wurde die kinderlos gebliebene Ehe geschieden. Max älterer Bruder August Freiherr von Spiessen (1844–1915) war königlich-preußischer Oberförster und Botaniker. Ihre Schwester Marie Antonie Franzisca Huberta Walburga von Spiessen (* 25. Juni 1855) heiratete am 20. Mai 1875 in Dülmen Adolf von Kleinsorgen (1834–1903), Jurist und Mitglied des Deutschen Reichstags.
Der zweite Sohn von Josef Anton von Spiessen begab sich in Folge einer Heirat mit der Marquise Petronella de Verme nach Italien.
Die Familie existierte noch im 20. Jahrhundert.
Blasonierung: In Silber ein roter Balken, der von einer schwarzen Adlerkralle (oder Habichtskralle?) umfasst wird, so dass der befiederte Teil links über dem Balken liegt und die Fänge auf dem Balken liegen. Auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein rechts silberner und links roter offener Flug, dazwischen der Balken mit Kralle.