| Bayerischer Fußball-Verband | |
| Gegründet | Juni 1946 |
| Präsident | Christoph Kern |
| Adresse | Brienner Straße 50 80333 München |
| Meister Herren | 1. FC Nürnberg II Regionalliga Bayern, Saison 25/26 |
| Pokalsieger Herren | FC Würzburger Kickers Toto-Pokal, Saison 25/26 |
| Meister Frauen | FC Ruderting Bayernliga, Saison 25/26 |
| Pokalsieger Frauen | SpVgg Greuther Fürth Hiscox-Verbandspokal, Saison 25/26 |
| Übergeordneter Verband | Süddeutscher Fußball-Verband |
| Untergeordnete Verbände | 7 Bezirke |
| Region | |
| Vereine (ca.) | 4.433 |
| Mitglieder (ca.) | 1.840.553* |
| Mannschaften (ca.) | 24.192* * Stand: 2026 |
| Homepage | www.bfv.de |
Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) ist die Dachorganisation für ca. 4.400 Fußballvereine in Bayern mit über 1.800.000 Mitgliedern (Stand 2026). Damit ist der BFV der größte der 21 Landesverbände des DFB und der größte Sportfachverband des Bayerischen Landessport-Verband (BLSV).
Der Verband Süddeutscher Fußball-Vereine (VSFV) wurde 1897 in Karlsruhe als regionaler Dachverband für Fußballvereine in Süddeutschland gegründet und umfasste damals auch das Gebiet des Königreichs Bayern. In Bayern wurde in der Saison 1904/05 ein Gau als Teil des Südkreises des VSFV gebildet. Bayern bildete keinen eigenständigen Regionalverband innerhalb des DFB.
Im Zug der Gleichschaltung des Sports durch die Nationalsozialisten lösten sich die Regionalverbände des DFB auf, der süddeutsche Verband beschloss seine Selbstauflösung am 6. August 1933.
Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) als späterer eigenständiger Landesverband des DFB wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg im Juni 1946 gegründet, am 4. Februar 1949 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht München. Besonders zwei Personen haben sich als Geburtshelfer des BFV hervorgetan: In Südbayern hat Hans Huber Mitte Januar 1946 die erste Tagung des BFV im Wirtshaus „Postgarten“ am Isartor abgehalten und erste sportliche Ziele formuliert. In Nordbayern zeichnete dafür der Arbeitersportler Andreas Rieß verantwortlich. So wurden bereits in den Anfangsjahren des BFV von München aus 850 Vereine mit 1300 Senioren- und 200 Jugendmannschaften betreut. Den ersten sportlichen Vergleich zwischen Nord- und Südbayern sahen 28.000 Zuschauer. Später etablierte sich der Länderpokal der Männer als attraktiver Wettbewerb, den der BFV im Laufe der Jahre 14 Mal für sich entscheiden konnte.
Im Jahr 1953 kaufte der BFV ein 4000 m² großes Grundstück an der Brienner Straße in München. Das „Haus des Fußballs“, das darauf gebaut worden ist, dient dem Verband bis zum heutigen Tag als Hauptsitz.
Die heute international geltende Variante des Elfmeterschießens geht auf den Schiedsrichter Karl Wald und den BFV zurück. Wald fand am 30. Mai 1970 auf dem bayerischen Schiedsrichter-Verbandstag in München für die von ihm ausgearbeitete geltende Regel eine Mehrheit bei den Delegierten, gegen den Widerstand der Verbandsführung. Wenig später übernahm auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Regel aus Bayern. Im Jahr 1994 eröffnete der BFV gemeinsam mit dem BLSV in Oberhaching im Landkreis München eine eigene Sportschule.
Im Juni 2019 richtete der BFV den UEFA Regions’ Cup, die Europameisterschaft der Amateure, aus und wurde mit der bayerischen Auswahl Vize-Europameister.
Das Verbandsgebiet erstreckt sich auf den Freistaat Bayern, wobei einige Vereine (auf bayerischem Gebiet) nicht zum BFV, sondern zum Württembergischen Fußballverband, Hessischen Fußball-Verband oder Badischen Fußballverband gehören.
Das Verbandsgebiet ist in sieben Bezirke (Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken) aufgeteilt, die Bezirke wiederum in insgesamt 22 Kreise. In jedem Bezirk befindet sich eine dezentrale Geschäftsstelle. Im Jahr 2006 wurde eine Reform der Verbandsstruktur umgesetzt, unter anderem mit der Folge, dass jeder Kreis aus mindestens 100 Vereinen bestehen muss. Umgekehrt reduzierten Mittelfranken und Oberfranken die Spielkreise jeweils, Unterfranken weist seitdem einen Spielkreis mehr auf.
Im Einzelnen (Stand 2019):
Höchstes Organ des Bayerischen Fußball-Verbandes ist der im Vier-Jahre-Rhythmus stattfindende Verbandstag (zuletzt im Juni 2022). Dieser wählt unter anderem den BFV-Präsidenten. Seit dem 25. Juni 2022 bekleidet dieses Amt der Jurist Christoph Kern. Zusammen mit dem sechsköpfigen Präsidium und dem Verbandsvorstand leitet er den Verband.
Das Präsidium besteht aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister und vier Vizepräsidenten.
Der Verbandsvorstand besteht aus
In fünf Fachausschüssen für die Bereiche Herren-Spielbetrieb, Schiedsrichter, Frauen und Mädchen, Jugend und Sportgerichte werden die inhaltlichen Weichen für den organisierten bayerischen Amateurfußball gestellt.
Über 800 weitere ehrenamtliche Verbandsmitarbeiter und über 80 hauptamtliche Mitarbeiter in der Verbandszentrale sind im BFV tätig.

In der Münchner Verbandszentrale gibt es unterhalb des Geschäftsführers Jürgen Igelspacher drei Hauptabteilungsebenen für Sport, Gesellschaft/Recht und die Verbandsverwaltung, die Vermarktungstochtergesellschaft BFV Service GmbH und die Kommunikationsabteilung. Neben den Bereichen Finanzen, IT und Hausverwaltung ist der Verbandsverwaltung auch die Passabteilung des Verbandes, die pro Jahr über 160.000 Vorgänge und Anträge bearbeitet, angegliedert.
Das Verbandsorgan des BFV ist der Bayernsport mit einer Auflage von 23.500 Exemplaren. Seit dem 1. Oktober 2008 können sich die Fans auf den Online-Video-Portal BFV.TV Tore und wichtige Szenen von Spielen aus der Regionalliga Bayern und den beiden Bayernligen ansehen.
Als weitere digitale Informationsplattformen betreibt der BFV eine App mit einem Ergebnis-, Sportnews- und Verbandsinformationsportal, ein Widget, das alle Vereine kostenlos auf ihre Homepage einbinden können, den Elektronische Spielbericht, das Pass-Online-System und eigene Social-Media-Kanäle.
| Nationale Ebene | Liga des BFV |
|---|---|
| Herren | |
| IV | Regionalliga Bayern |
| V | Bayernliga |
| VI | Landesliga |
| VII | Bezirksligen |
| VIII | Kreisligen |
| IX | Kreisklassen |
| X | A-Klassen |
| XI | B-Klassen |
| XII | C-Klassen |
| Frauen | |
| IV | Bayernliga |
| V | Landesligen |
| VI | Bezirks-Oberligen |
| VII | Bezirksligen |
| VIII | Kreisligen |
| IX | Kreisklassen |
| X | A-Klassen |
Oberste Spielklasse der Männer innerhalb des Bayerischen Fußball-Verbands ist die Regionalliga Bayern. Der Meister der Regionalliga nimmt an der Aufstiegsrunde zur 3. Liga teil, in der Saison 2019/20 erhält die Regionalliga Bayern aufgrund eines Beschlusses des DFB-Bundestages vom 7. Dezember 2017 zusammen mit der Regionalliga Nord ein festes Aufstiegsrecht. Zweithöchste Liga ist die Bayernliga, welche in zwei Gruppen (Nord und Süd) ausgetragen wird. Als dritte Ligastufe und damit unterste Spielklasse auf Ebene des Landesverbands wird die Landesliga ausgetragen, welche in fünf Gruppen (Nordost, Nordwest, Mitte, Südost und Südwest) eingeteilt ist. Die schlechtplatziertesten Vereine der Landesliga steigen in die jeweilige Bezirksliga des BFV-Bezirks ab, in dessen Zuständigkeitsbereich sie ansässig sind.
Unterhalb der auf Ebene des Landesverbands organisierten Ligen stehen die Bezirksligen (je zwei pro Bezirk), die Kreisligen (eine bis zwei, in München drei pro Kreis), die ebenfalls auf Kreisebene ansässigen Kreisklassen (mindestens so viele wie Kreisligen) und schließlich A-Klasse und in einigen Kreisen auch B- oder sogar C-Klasse.
Oberste Spielklasse der Frauen innerhalb des Bayerischen Fußball-Verbands ist die Frauen-Bayernliga. Der Meister der Bayernliga steigt auf in die Frauen-Regionalliga Süd. Zweithöchste Liga ist die Landesliga, welche in zwei Gruppen (Nord und Süd) ausgetragen wird.
Unterhalb der auf Ebene des Landesverbands organisierten Ligen stehen die Bezirks-Oberligen, die Bezirksligen, die Kreisligen, Kreisklassen und schließlich A-Klassen.
Herren
Senioren
Frauen
A-Jugend
B-Jugend
C-Jugend
C-Juniorinnen
D-Jugend
E-Jugend
Insgesamt finden in Bayern an einem Wochenende etwa 15.000 Spiele statt, über eine Million Menschen sind in Bayern jedes Wochenende als Spieler, Schiedsrichter, Trainer, Betreuer oder Zuschauer auf den Amateurfußballplätzen. Rund 11.000 Schiedsrichter sorgen mit ehrenamtlichen Spielleitern und Sportrichtern für die Organisation des Verbandsspielbetriebes mit fast 7000 Herren- und Seniorenmannschaften, über 14.000 Juniorenmannschaften sowie rund 1500 Frauen- und Mädchenmannschaften.
| Nationale Ligastufe |
Bezeichnung | Anzahl | Vereine |
|---|---|---|---|
| 1. | 2 | ||
| 2. | 2 | ||
| 3. | 3 |
| Nationale Ligastufe |
Bezeichnung | Anzahl | Vereine |
|---|---|---|---|
| 1. | 2 | ||
| 2. | 1 | ||
| 3. | 4 |
| Nationale Ligastufe |
Bezeichnung | Anzahl | Vereine |
|---|---|---|---|
| 1. | 2 | ||
| 2. | 6 |
| Stufe | Bezeichnung | Schiedsrichter | Bezirk |
|---|---|---|---|
| 1. | Florian Badstübner Benjamin Brand |
Mittelfranken Unterfranken | |
| Robert Hartmann | Schwaben | ||
| 2. | Michael Bacher Wolfgang Haslberger Felix Wagner |
Oberbayern Oberbayern Schwaben | |
| 3. | Felix Grund Davina Lutz Assad Nouhoum Simon Schreiner |
Niederbayern Unterfranken Oberbayern Niederbayern |
| Stufe | Bezeichnung | Schiedsrichterin | Bezirk |
|---|---|---|---|
| 1. | Davina Lutz Angelika Söder |
Unterfranken Mittelfranken | |
| 2. | Marie-Theres Mühlbauer Klara Sauer |
Mittelfranken Mittelfranken |
2018 lag das Haushaltsvolumen des BFV bei rund 19,3 Millionen Euro. Die Einnahmen setzten sich aus Zuschüssen des DFB, dem Bayerischen Landessport-Verband und Süddeutschem Fußball-Verband, Passgebühren und Passeinzug, Vermarktungserlöse der BFV Service-GmbH, Schiedsrichter-Einnahmen, Spielabgaben der Profiklubs, Vereinsmeldegebühren, Einnahmen aus Sportgerichtsverfahren, Trainerausbildung, Talentfördercamps und Fußballschulen, Liegenschaften, Vermögensverwaltung, Bezirks- und IT-Gebühren, Veranstaltungen und Spielbetrieb zusammen. Demgegenüber standen gleich hohe Ausgaben für Personalkosten, Weiterentwicklung Amateurfußball, Organisation und Entwicklung Spielbetrieb, Wettbewerbe, Aktionen und Events für die Vereinsbasis, EDV-Kosten, Computerprogramme, Spielbetrieb, Kampagne „Pro Amateurfußball“, Betrieb der Bezirke, Arbeit in den Kreisen, Schiedsrichter-Pool, Talentförderung, Feriencamps und Fußballschulen, Verwaltungs- und Betriebskosten, Verbandsschiedsrichterausschuss, betriebliche Altersvorsorge, Trainerausbildung, Schiedsrichterkassen und Aufwand Regionalliga Bayern.
Die im Jahr 2000 gegründete hundertprozentige Tochtergesellschaft BFV Service GmbH kümmert sich um die Partner- und Sponsorenbetreuung, das Digitalmarketing sowie das Eventmanagement. Darunter fallen auch die Firmenfußballturniere B2Soccer. Mit über 20 Mitarbeitern erwirtschaftete die BFV Service-GmbH 2,2 Millionen Euro (Stand: 2017).
Mehrere Zeitungsverlage in Bayern haben sich im Jahr 2015 mit einer kartellrechtlichen Klage gegen Auflagen des Bayerischen Fußballverbandes im Zusammenhang mit der Einschränkung der Videoberichterstattung im bayerischen Amateur-Spitzenfußball gewehrt. Die zuständige bayerische Landeskartellbehörde verwies daraufhin auf den zivilen Rechtsweg. Nach dem Willen des BFV sollten die Verlage ihre Videoaufnahmen von Spielen im bayerischen Amateurspitzenfußball (4. bis 6. Liga) kostenlos der Verbandsplattform BFV.TV überlassen oder eine in der Höhe jeweils an die Liga angepasste Lizenzgebühr (Anmerkung: Regionalliga = 1000 Euro; Bayernliga = 500 Euro; Landesliga = 250 Euro) pro Spiel zahlen, welche der BFV zu 90 Prozent dann an die Vereine ausschütten würde. Ansonsten könnten die Vereine Reporter per Hausrecht ausschließen. Zeitungsverlage warfen dem BFV daraufhin vor, seine Monopolstellung auszunutzen und die Gemeinnützigkeit zu missachten.
Die 17. Kammer für Handelssachen am Landgericht München I stoppte per einstweiliger Verfügung die bisherige Praxis des BFV laut Beschluss vom 12. Mai 2015. Der BFV legte gegen die Einstweilige Verfügung Widerspruch ein. Diesem Widerspruch hat das Landgericht München I am 11. Juni 2015 stattgegeben und die einstweilige Verfügung gegen einzelne, die Akkreditierungsrichtlinien für Medien betreffende Passagen der Zulassungsunterlagen (Saison 2015/16) für die Bayern- und Landesliga aufgehoben.
Aufgrund der in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe, der Verband erpresse durch Ausnutzung einer Monopolstellung in marktmissbräuchlicher Weise seine Fußballvereine zur Anerkennung der BFV-Akkreditierungsrichtlinien, beschloss der BFV am 19. Juni 2015, dass die Regelungen nur dann zur Anwendung kommen sollten, wenn sich die Vereine der bayerischen Amateur-Spitzenligen in geheimer Abstimmung mehrheitlich dafür aussprechen. Auf den Spielgruppen-Tagungen hatten dann die Amateur-Spitzenvereine der Regionalliga Bayern, der beiden Bayernligen sowie der fünf Landesligen mit Mehrheit für eine gemeinsame Wahrnehmung und Verwertung der Videorechte im Zusammenwirken mit dem BFV votiert. In geheimer Abstimmung sprachen sich auf den acht Tagungen insgesamt 90,1 Prozent der Klubs (127 Ja-Stimmen) für die Anwendung der BFV-Akkreditierungsrichtlinien und Regelungen zur Ausübung des Hausrechts aus (14 Gegenstimmen; eine Enthaltung).
Am 22. Juli 2016 hat das Landgericht München I die Klage der Mittelbayerischen Zeitung (MZ) und weiterer Verlage gegen einzelne, die Video-Akkreditierungsrichtlinien für Medien betreffende Passagen der Zulassungsunterlagen des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) für die Bayern- und Landesliga abgewiesen. Die Richter bestätigten damit im Hauptsacheverfahren die Rechtsposition des BFV. Am 23. März 2017 gab auch das Oberlandesgericht (OLG) München dem BFV Recht und wies die Klage der Mittelbayerischen Zeitung (MZ) und weiterer Verlage ab, zudem erklärte das OLG eine Revision für nicht zulässig.
Schlussendlich bekam der BFV am 29. März 2018 auch beim Bundesgerichtshof (BGH) Recht. Die Kläger wollten erneut die Video-Akkreditierungsrichtlinien des Verbandes – über eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Klage des Kartellsenats am Oberlandesgericht (OLG) München – zu Fall bringen. Die BGH-Richter wiesen die Beschwerde gegen das Urteil des Kartellsenats am OLG in letzter Instanz ab.

In Oberhaching im Landkreis München hat der BFV gemeinsam mit dem BLSV im Jahr 1994 eine eigene Sportschule eröffnet, die sich über eine Fläche von 220.000 m² erstreckt. Beide Verbände sind jeweils 50-prozentige Eigentümer. In der Sportschule, die während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland das Quartier der Nationalmannschaft von Paraguay war, findet die zentrale BFV-Trainerausbildung statt. Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer und der Frauen war mehrfach zu Gast.
Im Wettbewerb um den Reichsbundpokal erreichte eine Vertretung aus der Gauliga Bayern 1939, 1940 und 1941 dreimal hintereinander das Endspiel.
Der BFV ist mit 14 Titeln Rekordsieger des Länderpokals der Männer (1952–1955, 1963, 1965, 1968, 1970/71, 1977, 1980, 1989/90, 2000), die Frauen halten zwei Titel (1983, 2002).