| Szprotawa | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Lebus | |
| Powiat: | Żagań | |
| Fläche: | 10,94 km² | |
| Geographische Lage: | 51° 34′ N, 15° 32′ O | |
| Höhe: | 132 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 10.554 (1. Jan. 2024) | |
| Postleitzahl: | 67-300 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 68 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FZG | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Zielona Góra–Jelenia Góra | |
| Nächster int. Flughafen: | Flughafen Breslau | |
| Gmina | ||
| Gminatyp: | Stadt- und Landgemeinde | |
| Gminagliederung: | 23 Ortschaften | |
| Fläche: | 232,31 km² | |
| Einwohner: | 18.968 (1. Jan. 2024) | |
| Bevölkerungsdichte: | 82 Einw./km² | |
| Gemeindenummer (GUS): | 0810073 | |
| Verwaltung (Stand: 2026) | ||
| Bürgermeister: | Mirosław Gąsik | |
| Adresse: | Rynek 45 67-300 Szprotawa | |
| Webpräsenz: | www.szprotawa.pl | |
Szprotawa [] (deutsch: Sprottau) ist eine Stadt in der Stadt- und Landgemeinde Szprowawa im Powiat Żagański der Woiwodschaft Lebus in Polen. Es liegt 37 Kilometer südwestlich von Głogów (Glogau) an der Mündung der von rechts in den Bóbr (Bober) einfließenden Szprotawa.
Ortsteile von Szprotawa sind:
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes ergibt sich aus einem Treffen des deutschen Kaisers Otto III. mit dem polnischen Herzog Bolesław Chrobry in der Burg „Ilva“ im Jahre 1000 auf dessen Weg zur Heiligsprechung des Prager Bischofs Adalbert in Gnesen. Diese Burg wird heute gleichgesetzt mit der mächtigen ehemaligen Burganlage Chrobry im Ortsteil Iława (Eulau).








Der erste Glogauer Herzog Konrad II., der ab 1251 zugleich Herzog des Herzogtums Sprottau war, erteilte im Jahre 1254 Sprottau das Magdeburger Stadtrecht. Dessen Sohn Konrad III. „Köberlein“ bestätigte der Stadt Sprottau das Stadtrecht und die bisherigen Privilegien, auch die Innenorganisation des „Concilium Magistratus“. Zusammen mit dem Herzogtum Glogau gelangte Sprottau 1331 als ein Lehen an die Krone Böhmen, die ab 1526 die Habsburger innehatten. 1510 bis 1524 währte eine Fehde mit dem Grundherrn von Niederleschen, bei der um die Hutungsrechte im Bürgerwald gestritten wurde und dem Ratsherrn und Vater des Nickel Jacob unrechtens beide Hände abgehackt wurden.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Sprottau mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. König Friedrich II. ließ die Kolonien Eckhartswaldau (1775), Reußenfeldau (1776), Sprottischwaldau (1776) und aus Mittelküpper Charlottenthal (1786) errichten, in denen nur „Ausländer“ (Sachsen, Böhmen u. a.) als Freigärtner angesetzt wurden. Diese Untertanen durften nicht mit Frondiensten belegt und nur dem König von Preußen unterstellt werden. Die Königliche Glogauer Kriegs- und Domänenkammer beaufsichtigte die Stadt Sprottau beim Anlegen ihrer neuen Stadtdörfer.
Die Napoleonischen Kriege setzten der Stadt durch mehrere Durchzüge von Truppen zu. 1812 marschierten die Franzosen mit ihren Verbündeten nach Russland, 1813 kamen sie von dort besiegt wieder durch die Stadt. Je nach Kriegslage lagerten die befeindeten Armeen abwechselnd in der Stadt. Am 3. Februar 1813 stellten die Sprottauer eine freiwillige Verteidigungseinheit mit 70 Offizieren und 4426 Mann verschiedener Truppengattungen auf. Am 27. Mai 1813 kam es in Sprottau zu einem Überfall durch die französische Kavallerie auf zwei in Sprottau lagernde russische Batterien. Die Franzosen eroberten 22 Kanonen, 80 Pulverwagen und 500 Mann, die Russen meldeten einen Verlust von 13 Kanonen und 200 Mann. Bei den Scharmützeln kam es 500 Meter westlich von Sprottischwaldau durch die Explosion von Pulverwagen zu einem großen Waldbrand. Diese Nachricht ließ von Bülow nicht wie vorgesehen mit seinen Truppen nach Berlin ziehen. Er schwenkte stattdessen ab nach Krossen, um die Franzosen am Übergang über die Oder zu hindern, den er mit 3000 Mann verteidigte.
Nach der Neugliederung Preußens gehörte Sprottau ab 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 dem Landkreis Sprottau eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. Von 1850 bis in die 1870er Jahre war Emil August von Wiese und Kaiserswaldau Bürgermeister der Stadt.
Seit Gründung der Stadt vor dem 14. Jahrhundert war der Magistrat der Stadt bestrebt gewesen, durch Ankauf von Dörfern und Liegenschaften zusätzlichen Grundbesitz zu erwerben und diesen zu erhalten, eine Politik, die Sprottau bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einer der reichsten Stadtgemeinden Schlesiens gemacht hatte. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stand die Stadt wirtschaftlich in hoher Blüte durch Eisen-, Textil- und Wachswarenindustrie, darunter insbesondere die Wilhelmshütte Eisen- und Emaillierwerke Aktiengesellschaft im Stadtteil Eulau, deren Ofenfabrik mehr als 400 Arbeiter beschäftigte. Um 1935 gab es in Sprottau unter anderem drei Bankhäuser, eine Bierbrauerei, zwei Bürstenfabriken, eine Drahtzaunfabrik, eine Eisengießerei, ein Eisenhüttenwerk, ein Emaillierwerk, zwei Holzsägewerke, eine Lederfabrik, eine Maschinenfabrik, drei Möbelfabriken, drei Mühlen, eine Ofen- und Tonwarenfabrik, eine Pianofortefabrik, drei Strumpfwaren- und Handschuhfabriken, zwei Waagenfabriken, eine Wachswarenfabrik und Wachsbleiche, zwei Wagenfabriken, zwei Zeitungsverlage, zwei Zementwarenfabriken und zwei Ziegeleien. 1939 hatte die Stadt 12.578 Einwohner.
Bei Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde Sprottau am 12. Februar 1945 vom 102. Schützenkorps (13. Armee) der Roten Armee eingenommen. Das den Ort verteidigende Panzerkorps „Großdeutschland“ zog sich am 13. Februar nach unterhalb Sagans zurück. Der Ort war zu annähernd 90 % zerstört. In der Folge des Kriegsendes wurde der Ort Teil Polens und in Szprotawa umbenannt. Durch Flucht und Vertreibung sank die Einwohnerzahl, 1946 waren es nur noch 2672 Einwohner. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. Zwangsweise wurden auch Lemken in den entleerten Siedlungen angesiedelt.
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1793 | 2086 | 331 Häuser; Garnison: 1. Dragoner Esquadron von Voß |
| 1803 | 2439 | Stadt |
| 1810 | 2381 | |
| 1816 | 2509 | davon 2088 Evangelische, 532 Katholiken und 19 Juden |
| 1821 | 2767 | Stadt mit 351 Privatwohnhäusern, liegt an der Sprotta und dem Bober |
| 1825 | 2914 | davon 616 Katholiken und 27 Juden |
| 1840 | 3725 | davon 2951 Evangelische, 710 Katholiken und 64 Juden |
| 1843 | 4102 | am Jahresende, davon 3273 Evangelische, 773 Katholiken und 56 Juden |
| 1852 | 5045 | am Jahresende |
| 1867 | 6192 | am 3. Dezember |
| 1871 | 6209 | am 1. Dezember, davon 4828 Evangelische, 1286 Katholiken, zehn sonstige Christen und 85 Juden |
| 1885 | 7516 | |
| 1890 | 7644 | am 1. Dezember |
| 1895 | 7676 | am. 2. Dezember |
| 1905 | 7900 | mit der Garnison (ein Regiment Feldartillerie Nr. 5), davon 1762 Katholiken und 66 Juden |
| 1910 | 7735 | Stadt mit einer evangelischen Pfarrkirche und einer katholischen Pfarrkirche |
| 1925 | 10.366 | davon 8398 Evangelische, 1806 Katholiken, sechs sonstige Christen und 45 Juden |
| 1933 | 11.992 | davon 8769 Evangelische, 2013 Katholiken, fünf sonstige Christen und 35 Juden |
| 1939 | 11.974 | davon 9562 Evangelische, 2060 Katholiken, 34 sonstige Christen und 13 Juden |
| 2011 | 12.630 | |
| 2024 | 10.554 |
Im Stadtteil Iława (Eulau):
Im Stadtteil Puszczyków (Klein Küpper)
mit Friedhof
In der Stadt- und Landgemeinde:
Es gibt ein städtisches Stadion, in dem Fußball und Leichtathletik betrieben werden kann. Es fasst 1500 Zuschauer bei 750 Sitzplätzen. Sportvereine:
Zur Stadt- und Landgemeinde Szprotawa gehören neben der Stadt selbst die Ortschaften: