Standfestigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Körpers, Gerätes oder Materials, eine vorgegebene Position, Eigenschaft oder Leistung über eine gegebene Zeit beizubehalten.
Verwandte Begriffe sind Resilienz, Stabilität, Widerstandsfähigkeit und Robustheit.
Die Standfestigkeit ist die Fähigkeit eines Materials oder Werkstoffs, seine Form, Position und Eigenschaften beizubehalten, besonders unter Belastung und mechanischen Spannungen wie Scherkräften oder gegenüber Abnutzung. Eine besondere Rolle spielt dies bei Werkstoffen, die je nach Zusammensetzung und Zustand auch plastisch oder elastisch verformbar sind. Beispielsweise kann die Standfestigkeit bei Kunststoffen, Klebstoffen, Kitten, Schäumen und Beschichtungen von Polymerisation bzw. Vernetzungsgrad, Weichmachergehalt, Temperatur und Alterung etwa durch Witterungseinfluss abhängen. Bei Materialien, die altern, ist neben der mechanischen Standfestigkeit auch die Zeitstandfestigkeit von Bedeutung.
Holz ist ein wenig standfester Werkstoff, da es abhängig vom Feuchtegehalt quillt, schwindet und sich verwindet. Je nach Holzart sind diese Formänderungen mehr oder weniger stark ausgeprägt. Ein Maß dafür ist die Dimensionsstabilität, die traditionell auch als Stehvermögen bezeichnet wird.
Im Maschinenbau wird unter Standfestigkeit in der Regel die Fähigkeit von Maschinen verstanden, eine gewünschte Leistung über längere Zeiträume ohne Defekt oder Wartungsmaßnahmen bereitstellen zu können. Verbrennungsmotoren sind standfest, wenn sie über längere Zeiträume bei hoher Leistung betrieben werden können.
In der Physik und technischen Mechanik wird der Begriff synonym zu Standsicherheit oder Kippsicherheit gebraucht. In der Baustatik werden Standsicherheitsnachweise geführt, um zu zeigen, dass ein Bauwerk ausreichend stabil ist.
Entscheidend für die Kippsicherheit eines Körpers ist die Lage seines Schwerpunktes bezüglich der Auflagefläche. Ein Körper bleibt nur dann auf seiner Auflagefläche stehen, wenn das Schwerpunktlot sie trifft, das heißt, wenn die Auflagefläche sich unter dem Massenmittelpunkt befindet. Ist dies nicht der Fall, so kippt der Körper um.
Im Bauwesen ist die Kippsicherheit insbesondere bei hohen Gebäuden wie Türmen, Masten, Kränen und Hochregalen relevant. Bei allen muss ein stabiles Gleichgewicht gegeben sein.
Ein Maß für die Standfestigkeit ist der Betrag M des Drehmoments, das auf den Körper wirken muss, um ihn umzuwerfen:
Bedeutung der Formelzeichen:
– Betrag des Drehmoments, das wirken muss, um den Körper umzuwerfen,
– Gewichtskraft des Körpers,
– Entfernung des Massenschwerpunktes von der Kippkante.
Neben der bei Hochbauten relevanten Standfestigkeit durch Stabilität und Kippsicherheit der baulichen Konstruktion kann die Standsicherheit von Bauwerken auch durch das Verhalten des Untergrundes gefährdet sein. Der gewachsene oder aufgeschüttete Baugrund kann sacken und nachgeben. Erdbauwerke wie Staudämme, Rampen, Deiche, angeschüttete Böschungen, Aufschüttungen und Halden können sich insgesamt verformen, insbesondere unter dem Einfluss von Feuchtigkeit.