Stasimon

The Orestes Papyrus, a fragment of lines 338-344 from the first stasimon of Orestes by Euritides, dated to the third century BCE
Das Orestes Papyrus ist ein Fragment aus dem dritten Jahrhundert vor Christus, das die Verse 338-344 des ersten Stasimon vom Orestes des Euripides enthält.

Ein Stasimon (Altgriechisch: στάσιμον) ist in der griechischen Tragödie ein festgelegtes Lied, das aus Strophen und Antistrophen besteht und vom Chor in der Orchestra (Altgriechisch: ὀρχήστρα, "Ort, wo der Chor tanzt") aufgeführt wird.

Aristoteles schreibt in der Poetik (1452b23), dass jedes Chorlied (oder melos) einer Tragödie in zwei Teile geteilt ist: den Parodos (Altgriechisch: πάροδος) und den Stasimon. Letzteren definiert er als "ein Chorlied ohne Anapäst oder Trochäus". Diese Aussage über das Fehlen von Anapäst und Trochäus wurde verstanden als Aussage, dass die Musik nicht an das gewöhnliche "Gehtempo" angepasst wurde, da der Chor den Stasimon gewöhnlich in der Orchestra singt. Nach seinem Eintreten im Parodos, verlässt der Chor gewöhnlich die Orchestra nicht mehr bis zum Ende des Stückes.

Die Suda, ein byzantinisches Lexikon aus dem 11. Jahrhundert, schreibt die Einführung des Chorgesangs in der Form des Stasimon dem berühmten Kitharöden Arion von Hermione zu.

Einzelnachweise

  1. ↑ Pierre Chantraine, Dictionnaire étymologique de la langue grecque: histoire des mots (Paris: Éditions Klincksieck, 1968–80): 3:830.
  2. ↑ Translation by William Hamilton Fyfe, in Aristotle in 23 Volumes (Cambridge, MA: Harvard University Press; London, William Heinemann Ltd. 1932).
  3. ↑ LSJ: stasimos Actively: "stopping"; Pass. "standing", "stationary".
  4. ↑ Thomas J. Mathiesen], Apollo's Lyre: Greek Music and Music Theory in Antiquity and the Middle Ages, Publications of the Center for the History of Music Theory and Literature 2 (Lincoln: University of Nebraska Press, 1999): 97.
  5. ↑ Thomas J. Mathiesen, Apollo's Lyre: Greek Music and Music Theory in Antiquity and the Middle Ages, Publications of the Center for the History of Music Theory and Literature 2 (Lincoln: University of Nebraska Press, 1999): 74.