Steely Dan

Steely Dan
Walter Becker und Donald Fagen (1977)

Walter Becker und Donald Fagen (1977)

Allgemeine Informationen
Herkunft New York City, Vereinigte Staaten
Genre(s) Jazz-Rock, Pop-Rock, Yacht Rock
Aktive Jahre 1971–1981; ab 1993
Auflösung
Website steelydan.com
Aktuelle Besetzung
Donald Fagen
Ehemalige Mitglieder
Walter Becker (bis † 2017)
Denny Dias (bis 1974)
Jeff „Skunk“ Baxter (bis 1974)
Jim Hodder (bis 1974; † 1990)
David Palmer (bis 1973)
Steely Dan (2007)

Steely Dan ist eine 1971 von Walter Becker und Donald Fagen in New York City gegründete US-amerikanische Rockband, die mit ihren ersten acht Studioalben von 1972 bis 1980 große Erfolge hatte. Die Band tourte bis 1974 und wurde dann bis 1993 zur Studioband.

Ihre Musik verbindet Elemente aus Rock, Funk, R&B, Jazz und Pop. Die Songtexte zeichnen sich oft durch Ironie und Sarkasmus aus. Der Name der Band wurde William S. Burroughs’ Roman Naked Lunch (1959) entliehen und bezeichnet einen stählernen Dildo.

Steely Dan hat über 40 Millionen Alben verkauft; der Höhepunkt war ihr Album Aja, das 1977 erschien. Die Band wurde 2001 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Zu den bekannten Songs der Band gehören Do It Again, Reelin’ in the Years, Rikki Don’t Lose That Number, Kid Charlemagne, Peg und Hey Nineteen.

Geschichte

Vorgeschichte 1967–1971

Walter Becker und Donald Fagen hatten sich Ende der 1960er Jahre am Bard College in New York kennengelernt und erkannten ihre Gemeinsamkeiten in der Musik. Sie entwickelten einen eigenen, anspruchsvollen Stil mit Elementen aus Rock, Funk und Blues und Jazz.

Ab 1968 spielten sie mit Elliott Randall als Tourband für eineinhalb Jahre bei Jay & the Americans.

Fagen schloss 1969 sein Anglistikstudium am Bard College ab. 1971 schrieben sie den Soundtrack für einen Low-Budget-Film. Fagen und Becker lernten in New York den aufstrebenden Produzenten Gary Katz kennen. Kurz darauf erhielt Katz eine Anstellung als Produzent bei ABC Records in Los Angeles und verschaffte Fagen und Becker Stellen als Songwriter. In der Hoffnung, als Songwriter Erfolg zu haben, zogen Fagen und Becker im November 1971 nach Los Angeles.

Hauptphase 1972–1980

1972 wurde Steely Dan formiert: Donald Fagen (Gesang und Keyboards), Walter Becker (Bass), Denny Dias (Gitarre), Jeff „Skunk“ Baxter (Gitarre), Jim Hodder (Schlagzeug, Gesang) und David Palmer (Gesang). Auf ihrem ersten Album Can’t Buy a Thrill wirkte Elliott Randall als Gastgitarrist mit.

1974 ging die Band auf Tournee; verstärkt wurde sie von Michael McDonald (Gesang, Keyboards), Jeff Porcaro (Schlagzeug) und Royce Jones (Gesang und Percussion). Im Juli 1974 beschlossen Fagen und Becker, das Touren aufzugeben und sich auf das Schreiben und Aufnehmen zu konzentrieren.

Jeff Skunk Baxter verließ die Band 1974

Nach der Support-Tour für Pretzel Logic wurde Steely Dan von Fagen und Becker nur noch im Studio fortgesetzt, wobei sie von einer zunehmenden Anzahl von Studiomusikern bei der Einspielung ihrer Alben unterstützt wurden. Aus der alten Band wurde nur Denny Dias gelegentlich als Studiomusiker eingesetzt. Auch McDonald und Porcaro wirkten noch vereinzelt mit. McDonald folgte deshalb Baxter zu den Doobie Brothers, Porcaro wurde 1977 neben David Paich, der auch Steely-Dan-Songs mit eingespielt hatte, einer der Mitbegründer von Toto.

Von 1972 bis 1980 produzierte Steely Dan sieben von der Kritik hoch bewertete Alben, die alle von Gary Katz produziert wurden. Fast alle Songs sind von Walter Becker und Donald Fagen als Duo geschrieben worden.

Pause 1981–1992

Nach der Veröffentlichung des Albums Gaucho im Jahre 1980 lösten Becker und Fagen Steely Dan auf. Die Arbeit an Gaucho war von schweren persönlichen Problemen Beckers überschattet. Die Freundin Beckers starb an einer Drogenüberdosis, was ihm zur Last gelegt wurde, und auch er hatte mit seiner Heroinabhängigkeit zu kämpfen. Zudem hatte Becker einen schweren Verkehrsunfall, bei dem er sich einen mehrfachen Beinbruch zuzog. Er zog nach Hawaii, wo er sich im Laufe der nächsten Jahre von seinen Drogenproblemen befreien konnte.

Wiedervereinigung 1993–2017

Walter Becker (2015)

1993 waren Fagen und Becker als Steely Dan wieder vereint und beschlossen, wieder Konzerte zu geben. Sie tourten zunächst durch die USA (Alive In America). 1996 folgte die erste Welttournee, die sie auch nach Deutschland (Alive in Germany) führte. Im Jahr 2000 veröffentlichten Steely Dan ihr erstes Studioalbum nach zwanzig Jahren: Two Against Nature wurde von den Kritikern gelobt und erhielt im Februar 2001 vier Grammys.

2001 wurden Steely Dan in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Im Juni 2003 schließlich erschien das Album Everything Must Go. 2006 tourten Steely Dan in den USA zusammen mit Michael McDonald. 2007 kam es erstmals seit 2000 wieder zu einer großen Welttournee durch Amerika, Europa und Japan.

Am 3. September 2017 starb Walter Becker; bis kurz vor seinem Tod war die Band noch auf Tournee gewesen. Am 13. Oktober 2017 setzte Fagen mit seiner Liveband die Tour von Steely Dan fort.

Produktionsstil

Der Gitarrist Dean Parks bezeichnete in der Fernsehserie Classic Albums den Produktionsstil des Albums Aja von Steely Dan als „einen Schritt über der Perfektion“: Man arrangiert einen Titel bis zur absoluten Perfektion, um ihn dann nochmals zur Gänze von vorne einzuspielen, um es ein wenig aufzulockern. Es kam nicht selten vor, dass Gastmusiker, auch aufgrund der oft harten Kritik von Becker und Fagen, entnervt das Studio verließen.

Diskografie

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 DE  CH  UK  US
1972 Can’t Buy a Thrill
ABC Records (ABC)
DE84 a
(1 Wo.)DE
— UK38 a
Gold
Gold

(1 Wo.)UK
US17
Platin
Platin

(59 Wo.)US
Erstveröffentlichung: September 1972
Produzent: Gary Katz
1973 Countdown to Ecstasy
ABC Records (ABC)
— — — US35
Gold
Gold

(34 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Juli 1973
Produzent: Gary Katz
1974 Pretzel Logic
ABC Records (ABC)
— — UK37
Silber
Silber

(2 Wo.)UK
US8
Platin
Platin

(36 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Februar 1974
Produzent: Gary Katz
1975 Katy Lied
ABC Records (ABC)
— — UK13
Silber
Silber

(6 Wo.)UK
US13
Platin
Platin

(26 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 24. März 1975
Produzent: Gary Katz
1976 The Royal Scam
ABC Records (ABC)
— — UK11
Silber
Silber

(13 Wo.)UK
US15
Platin
Platin

(29 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 31. Mai 1976
Produzent: Gary Katz
1977 Aja
ABC Records (ABC)
— — UK5
Gold
Gold

(10 Wo.)UK
US3
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(60 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 23. September 1977
Produzent: Gary Katz
1980 Gaucho
MCA Records (MCA)
DE57
(2 Wo.)DE
— UK27
(12 Wo.)UK
US9
Platin
Platin

(36 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 21. November 1980
Produzent: Gary Katz
2000 Two Against Nature
Giant Records (WEA)
DE11
(8 Wo.)DE
— UK11
Silber
Silber

(6 Wo.)UK
US6
Platin
Platin

(30 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 29. Februar 2000
Grammys (Album des Jahres + Bestes Popalbum)
Produzenten: Donald Fagen, Walter Becker
2003 Everything Must Go
Reprise Records (WEA)
DE29
(7 Wo.)DE
— UK21
(3 Wo.)UK
US9
(12 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 10. Juni 2003
Produzenten: Donald Fagen, Walter Becker

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

a 
Can’t Buy a Thrill erreichte die Charts in Großbritannien erstmals 1975, in Deutschland im November 2022.

Trivia

Literatur

Commons: Steely Dan – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Steely Dan — Biography, Discography, Albums & Expert Reviews. Abgerufen am 15. September 2026 (englisch).
  2. 1 2 Steely Dan Biography, Songs, & Albums. Abgerufen am 1. Mai 2022 (englisch).
  3. ↑ Steely Dan – laut.de – Band. Abgerufen am 19. März 2022.
  4. ↑ Official Steely Dan | FAQ. 27. Dezember 2011, abgerufen am 28. Dezember 2024.
  5. ↑ Dieter Teinert: Steely Dan - Gaucho - AUHQR0015-45. Abgerufen am 28. Dezember 2024 (deutsch).
  6. ↑ Steely Dan Songs, Albums, Reviews, Bio & More ... Abgerufen am 28. Dezember 2024 (englisch).
  7. ↑ Inductees | Rock & Roll Hall of Fame. Abgerufen am 19. März 2022.
  8. ↑ A Conversation With Donald Fagen. Abgerufen am 27. Juni 2023.
  9. ↑ The origins of Steely Dan. Abgerufen am 28. Dezember 2024 (englisch).
  10. ↑ Elliott Randall Interview at Access Rock. 27. Dezember 2011, abgerufen am 3. November 2024.
  11. ↑ Metal Leg 1 - Radio Free Steely Dan. 9. März 2000, abgerufen am 3. November 2024.
  12. 1 2 3 Steely Dan Website: Walter Becker and Donald Fagen: Official Steely Dan | FAQ. Archiviert vom Original am 27. Dezember 2011; abgerufen am 15. September 2026.
  13. ↑ You've Got to Walk It Like You Talk It or You'll Lose That Beat (1971) - IMDb. Abgerufen am 28. Dezember 2024.
  14. ↑ Steely Dan: Can't Buy a Thrill Tracks & Reviews | AllMusic. Abgerufen am 15. September 2026 (englisch).
  15. ↑ Official Steely Dan | FAQ. 27. Dezember 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. Dezember 2011; abgerufen am 1. Mai 2022.
  16. ↑ Songfacts: David Paich of Toto : Songwriter Interviews. Abgerufen am 15. September 2026 (englisch).
  17. ↑ Metal Leg 17 - Interview with Gary Katz. 23. Mai 2013, abgerufen am 2. November 2024.
  18. ↑ Salon Arts & Entertainment | Sophisticated skank. Archiviert vom Original am 21. Mai 2008; abgerufen am 15. September 2026.
  19. ↑ Metal Leg 18 - Donald Fagen Interview with Dick Cromelin. Archiviert vom Original am 20. März 2008; abgerufen am 15. September 2026.
  20. ↑ GRAMMY Winners Search. Archiviert vom Original am 12. März 2007; abgerufen am 15. September 2026 (englisch).
  21. ↑ Steely Dan. In: Rock & Roll Hall of Fame. Abgerufen am 28. Dezember 2024 (englisch).
  22. ↑ Steely Dan Announce Tour Following Walter Becker's Death auf rollingstone.com, abgerufen am 18. Oktober 2017
  23. 1 2 Steely Dan – Aja (2023 Remaster). Abgerufen am 15. September 2026 (englisch).
  24. ↑ Channel 101 - Yacht Rock. 9. April 2012, archiviert vom Original; abgerufen am 28. Dezember 2024.
  25. ↑ Wendel. 9. Januar 2003, abgerufen am 28. Dezember 2024.
  26. ↑ InfoWorld Media Group Inc: InfoWorld. InfoWorld Media Group, Inc., 30. April 1984 (google.de [abgerufen am 19. März 2022]).