
Stefan Gebhardt (* 5. März 1974 in Wippra, Kreis Hettstedt) ist ein deutscher Politiker (Die Linke). Von 1998 bis 2026 war er Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt und von 2019 bis 2023 Vorsitzender des Landesverbands Die Linke Sachsen-Anhalt.
Gebhardt besuchte die Polytechnische Oberschule und von 1990 bis 1992 das Gymnasium Hettstedt. Es folgte eine dreijährige Ausbildung zum Krankenpfleger im Kreiskrankenhaus Aschersleben. Nach dem Abschluss 1996 arbeitete Gebhardt bis 1998 an gleicher Stelle. Gebhardt ist verheiratet und Vater eines Kindes.
Neben seiner Parlamentarischen Arbeit ist er ehrenamtliches Mitglied in einer Reihe von Vereinen, darunter der Volkssolidarität Mansfelder Land, im Theaterzweckverband, im Verein „Freunde des Theaters“ e. V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt.
Gebhardt trat 1991 in die PDS ein. Innerhalb der Jugendorganisation seiner Partei (solid) übernahm er von 1994 bis 2004 den Posten als Sprecher der Linke-Jugend „Die ROTfüchse“ Hettstedt. Zudem war Gebhardt von 1994 bis 1998 Mitglied im PDS-Kreisvorstand Mansfelder Land. Von 1999 bis 2005 saß er als Kommunalpolitiker für die Partei im Hettstedter Stadtrat. Seit 2007 ist er Mitglied im Kreistag Mansfeld-Südharz.
Am 29. Juni 2019 wurde Gebhardt ohne Gegenkandidaten mit 69,5 Prozent der Stimmen zum Landesvorsitzenden der Linken Sachsen-Anhalt gewählt. Er übte das Amt bis August 2023 aus.
Er war von 2009 bis 2016 stellvertretendes Mitglied im ARD-Programmbeirat sowie Mitglied im Aufsichtsrat der Kulturwerk GmbH Mansfeld-Südharz.
In Vorbereitung auf die Landtagswahl 2021 erarbeitete er gemeinsam mit der Fraktionsvorsitzenden Eva von Angern ein Thesenpapier unter dem Titel „Nehmt den Wessis das Kommando!“, in dem Westdeutschen „Ausbeutung“ und eine „Unkultur der Verachtung“ vorgeworfen wird. Zuvor hatten die beiden gemeinsam ein Wahlplakat ebenfalls unter dem Slogan „Nehmt den Wessis das Kommando“ für die Landtagswahl vorgestellt, welches nicht nur von allen anderen Parteien, sondern auch innerparteilich kritisiert wurde.
Gebhardt wurde bei der Landtagswahl 1998 über die Landesliste der PDS in den Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt. Neben seiner Funktion als Schriftführer des Landtages und der Mitgliedschaft im Petitionsausschuss gehörte er in der dritten Wahlperiode dem Ausschuss für Kultur und Medien an. Nach seiner Wiederwahl 2002 übernahm er den stellvertretenden Vorsitz im Kulturausschuss und saß ferner im Ausschuss für Bildung und Wissenschaft. Im April 2005 gab er sein Mandat im Zuge eines staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens zurück, das eingeleitet wurde, nachdem auf einem von ihm genutzten Rechner kinderpornographisches Material gefunden wurde. Es handelte sich um den Rechner seines Wahlkreisbüros, zu dem auch Teilnehmende eines Jugendzentrums Zugang hatten. Der Staatsanwaltschaft konnte Gebhardt nachweisen, dass er sich zum Zeitpunkt, als das Material abgerufen wurde, nicht am betroffenen Rechner befand. Gebhardt wurde durch die Staatsanwaltschaft vorgeworfen, dass er seinen Rechner für andere Personen offen zugänglich ließ. Das Verfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.
Bei der Landtagswahl 2006 zog Gebhardt über die Landesliste der Linkspartei.PDS erneut in den Landtag ein. Während der fünften Wahlperiode gehörte er dem Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Medien an. In diesen trat er auch nach den Landtagswahlen 2011, 2016 und 2021 ein; zudem hatte er vom Juli 2012 bis April 2016 erneut den stellvertretenden Vorsitz im Ausschuss für Bildung und Kultur übernommen. Von 2016 bis 2026 war Gebhardt Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion der Linken. In der achten Wahlperiode gehörte er ab dem September 2022 der Parlamentsreformkommission an. Des Weiteren war er abschnittsweise im Ausschuss für Inneres und Sport und im Ausschuss für Recht, Verfassung und Verbraucherschutz als Mitglied vertreten. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 verpasste er auf Platz 8 der Landesliste ein neues Mandat.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gebhardt, Stefan |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (Die Linke), MdL |
| GEBURTSDATUM | 5. März 1974 |
| GEBURTSORT | Wippra |