Stefan Post (* 24. August 1954 in Wuppertal) ist ein deutscher Arzt, Wissenschaftler und Hochschullehrer mit dem Fachgebiet Chirurgie. Von 1998 bis 2018 war er der Leiter der Chirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim und Inhaber des Lehrstuhls für Chirurgie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die chirurgische Onkologie, Darm-, Leber-, Hernien- und Transplantationschirurgie sowie Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Er ist an zahlreichen Publikationen und Fachbüchern beteiligt und in mehreren ehrenamtlichen und beruflichen Ämtern tätig. Seit 2018 ist der Mediziner im Ruhestand.
Stefan Post wurde am 24. August 1954 in Wuppertal geboren. Von 1973 bis 1980 studierte er Medizin in Düsseldorf und Denver (Colorado) und promovierte im Jahr 1980 am C.u.O.-Vogt-Institut für Hirnforschung der Heinrich-Heine-Universität mit der Arbeit Contribution to the amygdaloid projection field in the rat. A quantitative autoradiographic study. Im Jahr 1992 erhielt er die Habilitation für Chirurgie an der Universitätsklinik Heidelberg. Seine Habilitationsschrift trug den Titel Der mikrovaskuläre Reperfusionsschaden bei der Lebertransplantation – Biochemie und Intravitalmikroskopie.
Der Mediziner ist mit der Radiologin Karin Post verheiratet, das Paar hat zwei Söhne. Im Jahr 2018 trat er in den Ruhestand.
Im Jahr 1980 begann Post seine berufliche Laufbahn als gynäkologischer Assistenzarzt an der Landesfrauenklinik Wuppertal, im darauffolgenden Jahr bestand er das Examen des Educational Commission for Foreign Medical Graduates (ECFMG) und die Visa Qualifying Examination (VQE) in den USA und wurde chirurgischer Assistenzarzt am St. Elisabeth-Hospital Meerbusch. Von 1982 bis 1984 war Post mit dem Deutschen Entwicklungsdienst im Newala District Hospital in Tansania tätig. Anschließend arbeitete er bis 1990 als Assistenzarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, seine Facharztanerkennung für Chirurgie erhielt er im Jahr 1990. Das darauffolgende Jahr widmete er einem Forschungsaufenthalt am Institut für Chirurgische Forschung in München, mit Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Anschließend war er als Facharzt für Chirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg tätig, ab 1993 als Oberarzt. Hierbei wirkte er regelmäßig in der Visceral- und Transplantationschirurgie und machte eine Zusatzausbildung zum Gefäßchirurgen. Die Anerkennung der Teilgebietsbezeichnung erfolgte im Jahr 1994. Die folgenden vier Jahre war er als leitender Oberarzt an der Klinik für Allgemeinchirurgie und ab 1995 auch als Professor an der Universität Göttingen tätig.
1998 wurde Post zum Leiter der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Mannheim ernannt. Diesen Posten hatte er für 20 Jahre inne. Dabei bemühte er sich auch um eine Verbesserung der Ausbildung und der Grundversorgung der Chirurgie in Entwicklungsländern. Durch ein Kooperationsabkommen wurde die wechselseitige Tätigkeit von Medizinstudenten, Assistenten, Oberärzten sowie Professoren mit der Universitätsklinik Daressalam durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst gefördert.
Im Jahr 2001 lehnte er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Chirurgie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main ab. Darüber hinaus war und ist Post in der Forschung und in zahlreichen Vereinigungen aktiv, als Mitglied und auch in ehrenamtlichen und beruflichen Ämtern.
Stefan Post ist an zahlreichen Originalarbeiten zu seinen Fachgebieten beteiligt, davon sind über 350 auf PubMed gelistet (Stand Januar 2022). Darüber hinaus schrieb er zahlreiche Beiträge in Fachbüchern, ist als Herausgeber und Autor der multimedialen Online-Plattform für Operationslehre webop und an der Entwicklung von Softwareprogrammen beteiligt.
Post äußerte sich kritisch zur Gesundheitsversorgung in Deutschland, besonders zum DRG-System. Dabei betont er, dass der Mangel an ärztlichem Personal, die Überforderung des Einzelnen und der ökonomische Druck auf Krankenhäuser Symptome seien, die sich auf ein Überversorgungsproblem und die Finanzierung der Krankenhäuser durch Fallpauschalen zurückführen ließen. Durch letztere werden Krankenhäuser anhand der Diagnose und nicht der Dauer der Therapie vergütet, damit Patienten nicht länger als nötig behandelt werden. Dadurch soll auch die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden. Dies führe laut Post – neben den Kostensteigerungen für Krankenhäuser – dazu, dass diese immer effizienter werden müssten und so durch Steigerung der Patienten- und Eingriffszahlen eine Überversorgung schaffen und unnötige Eingriffe vornehmen würden. Sein Vorschlag ist ein schlankeres, effizienteres Modell mit Fokus auf Indikations- und Ergebnisqualität und weniger Fehlanreize zur Überversorgung. Dabei sollen die Kliniken nicht anhand ihrer Größe, sondern an ihrer Qualität gemessen werden.
Weiterhin machte er auch auf das Problem aufmerksam, dass Krankheiten wie die seltene, aber gefährliche Darmverschlingung (Volvulus) bei Flüchtlingen in Deutschland nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt würden. Laut Post müssten Ärzte im Notdienst diese Erkrankung erkennen können, um eine schnelle Diagnose und (operative) Behandlung der potenziell lebensbedrohlichen Krankheit einzuleiten.
Auch auf die Arbeitsbelastung in der Chirurgie und die damit verbundenen Folgen für den Nachwuchs wies Post hin, etwa in seiner Abschiedsvorlesung am Universitätsklinikum Mannheim im Jahr 2018. So sei gerade für junge Mediziner mit Familienwunsch die Aussicht auf eine 60-Stunden-Woche und die erhöhte Gefahr von Burn-out teils abschreckend. Die Weiterbildung zum Chirurgen müsse sich laut Post wandeln, um z. B. die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Weiterhin sei eine seiner größten Sorgen, dass sich Chirurgen zu „OP-Technikern“ entwickeln und vom Beruf des Arztes entfremden könnten, sollte die Chirurgie zur Entlastung in zu viele Spezialisierungen aufgeteilt werden und damit das Gesamtverständnis des Berufs zu kurz kommen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Post, Stefan |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner |
| GEBURTSDATUM | 24. August 1954 |
| GEBURTSORT | Wuppertal |