
Stefan Thomas Hopmann (* 14. Oktober 1954 in Göttingen; † 1. April 2026 in Lügumkloster) war ein deutscher Bildungs- und Erziehungswissenschaftler, der auch in Österreich, Schweden und Norwegen lehrte.
Hopmann war Sohn des Physikers Wilhelm Hopmann und Enkel des Astronomen und Professor an der Universität Wien Josef Hopmann und des estnisch-deutschen Theologens und Danziger Bischofs Johannes Beermann. Hopmann hatte drei Kinder: Lars Johann Hopmann, die Chemikerin Kathrin Helen Hopmann, und den Politologen an der Süddänischen Universität David Nicolas Hopmann.
Hopmann studierte an der Universität Gießen Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie, promovierte an der Universität Kiel und habilitierte sich an der Universität Oslo. Er lehrte unter anderem als Professor in Potsdam und Oslo, an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens in Trondheim und der Universität Agder. Ab 2005 lehrte und forschte er an der Universität Wien, zuletzt am Arbeitsbereich „Schul- und Bildungsforschung im internationalen Vergleich“. Zuletzt war er Professor an der Universität von Südost-Norwegen. Ihm wurden die Ehrendoktorwürde der schwedischen Universität Göteborg 2014 und die Ehrendoktorwürde der finnischen Åbo Akademi 2025 verliehen.
Von 2010 bis zu seinem Tod war Hopmann Herausgeber der internationalen Fachzeitschrift Journal of Curriculum Studies.
Hopmann kritisierte in zahlreichen Interviews und Gastartikeln, zum Beispiel in der Wochenzeitung Die Furche (Wien), die starke Standardisierung und Zentralisierung des österreichischen Schulsystems. Er sah darin einen falschen Ansatz, der die individuellen Bedürfnisse der Kinder ignoriert und Bildungsungerechtigkeit verstärkt. Stattdessen plädierte er für mehr Flexibilität, Konzentration auf die pädagogischen Aufgaben von Lehrpersonen und weniger starre dienstrechtliche Vorgaben. Internationale Bildungsvergleichstests und vergleichende Schulleistungsuntersuchungen wie PISA, TIMSS, PIRLS lehnte er ab.
Hopmann hat sich wiederholt kritisch in Diskussionen über Reformpädagogik eingebracht. In einem Gastbeitrag für Die Furche über die italienische Reformpädagogin Maria Montessori kritisierte Hopmann: „Individualität, Freiheit oder Frieden bedeuten in Montessoris Schriften etwas ganz anderes, als es eine nach 1968 geprägte liberale Pädagogik hineinlesen will.“ Hopmann fügte hinzu, „dass Montessori-Pädagogik weltweit als Mittel für einen pädagogisch verbrämten systemischen Rassismus dient“. Ähnlich kritisch stand Hopmann der Waldorfschule und Anthroposophie nach Rudolf Steiner gegenüber: „Waldorfschulen wollen nicht im allgemein üblichen Sinne ‚individualisieren‘, d.h. die je einzigartige Persönlichkeit eines Kindes achten. […] Es ging [Rudolf Steiner] nicht um konkrete Individuen, sondern darum, jedes Kind in eine anthroposophische Kategorie zu pressen.“ Die Pädagogik Steiners beschrieb Hopmann als „heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches […], das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird.“
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hopmann, Stefan Thomas |
| ALTERNATIVNAMEN | Hopmann, Stefan |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Pädagoge und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 14. Oktober 1954 |
| GEBURTSORT | Göttingen |
| STERBEDATUM | 1. April 2026 |
| STERBEORT | Lügumkloster |