| Marktgemeinde Steinakirchen am Forst | ||
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| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Scheibbs | |
| Kfz-Kennzeichen: | SB | |
| Fläche: | 34,97 km² | |
| Koordinaten: | 48° 4′ N, 15° 3′ O | |
| Höhe: | 324 m ü. A. | |
| Einwohner: | 2.283 (1. Jän. 2026) | |
| Bevölkerungsdichte: | 65 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 3261 | |
| Vorwahl: | 07488 | |
| Gemeindekennziffer: | 3 20 14 | |
| NUTS-Region | AT121 | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Marktplatz 13 3261 Steinakirchen am Forst | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Christian Lothspieler (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2025) (21 Mitglieder) |
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| Lage von Steinakirchen am Forst im Bezirk Scheibbs | ||
Blick auf Kirche und Schule von Steinakirchen; vom Fuße des Lonitzberges aus gesehen | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Steinakirchen am Forst ist eine Marktgemeinde mit 2283 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich.
Steinakirchen am Forst liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 34,96 Quadratkilometer. 25,22 Prozent der Fläche sind bewaldet.
Die Marktgemeinde Steinakirchen kooperiert mit den Nachbargemeinden Wang und Wolfpassing eng in mehreren Gemeindeverbänden. Diese sind unter anderem für die Erhaltung der Schulen, den Betrieb des Freizeitzentrums und die Herausgabe einer Gemeindeinformation verantwortlich. Steinakirchen ist als eine von sechs Gemeinden mit 30 % am interkommunalen Betriebsgebiet kleines Erlauftal beteiligt.
Steinakirchen ist Mitglied beim Kulturpark Eisenstraße.
Das Gemeindegebiet umfasst folgende 29 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026):
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Außerochsenbach, Ernegg, Lonitzberg, Steinakirchen am Forst und Zehetgrub.
| Ferschnitz | Blindenmarkt | Neumarkt an der Ybbs |
| Wang | Wolfpassing | |
| Gresten-Land | Reinsberg | Purgstall an der Erlauf |
Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.
Nach der Eroberung des Awarenreiches durch den fränkischen Kaiser Karl den Großen bekam das Kloster Mondsee den Ort, richtete hier ein Missionszentrum für das neue Baierische Ostland ein und besiedelte es mit Leuten aus dessen Umgebung. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Steinakirchen („Steininachiricha“) am 14. Oktober 979 in einer Urkunde Kaiser Ottos II. Daraus geht hervor, dass der Ort durch Bischof Wolfgang von Regensburg nach den Ungarneinfällen wiederbesiedelt wurde. Das Original der Urkunde ist im Bayerischen Hauptstaatsarchiv zu finden.
Der Name Steinakirchen stammt von der steinernen Kirche – damals die einzige, da rundum die Kirchen aus Holz gebaut wurden. Rund um das Jahr 1100 wurden im Mondseer Güterverzeichnis (Codex traditionum) die Pfarrgrenzen von Steinakirchen anhand folgender Grenzpunkte festgeschrieben: Kemmelbach, Ströblitz, Holzing, Große Erlauf, Schaubach, Sichau, Gstreit (Feichsen Nr. 32), Feichsenbach, Klausbach, Pockaubach, Ötscher, die Grenze zur Steiermark, schwarze Ois bzw. kleine Ybbs, ein Steintisch/Kultstein südlich von Randegg, Randegger Hochkogl, Ferschnitzbach, Ybbsfluß. In diesem Pfarrgebiet lagen die heute eigenständigen Pfarren Wieselburg, Reinsberg, Gresten, Gaming und Lunz sowie die Gemeinden der noch bestehenden Pfarre Steinakirchen (Steinakirchen am Forst, Wolfpassing und Wang).
Am 24. November 1596 erheben sich die Bauern von Steinakirchen gemeinsam mit allen Untertanen Auerspergs von Purgstall und ziehen nach Wolfpassing, um das Schloss zu belagern. In weiterer Folge beteiligen sich die ansässigen Bauern am Niederösterreichischen Bauernaufstand.
1652 war der überwiegende Teil der Steinakirchner Bevölkerung protestantisch. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wanderten mehr als 200 Protestanten aus Steinakirchen nach Franken aus.
1665 werden die Geyer von Edelbach (auch Edelpach, Edlpach) Kaiser Leopold I. in den Freiherrnstand erhoben.
Im Rahmen der zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 erreichten türkische Truppen am 18. Juli 1683 Steinakirchen und brannten Kirche und Ort nieder. Die Übergriffe kamen überraschend, für den Vormittag dieses Tages ist sogar noch eine Trauung in den Matriken eingetragen. Durch die Brände gingen die Privilegien des Marktes verloren, welche 1699 erneuert wurden und nun auch einen Jahrmarkt am Michaelifest anführten.
1713 wütete die Pest im Gebiet der Pfarre Steinakirchen und forderte zahlreiche Todesopfer.
Im Jahr 1866 erschütterte ein Großbrand den Ort, als am 2. Juni aus ungeklärter Ursache ein Hausbrand entstand, der Dach und Turm der Kirche sowie die Schule und 13 Häuser zerstörte.
Zwischen 8. und 12. April 1919 kam es in Steinakirchen zu Requisitionskämpfen zwischen der Bauernschaft und der Volkswehr („Volkswehrrummel von Steinakirchen“´).

Bereits ab 1925 kam es in Steinakirchen zu nationalsozialistischen Versammlungen. Bei der Landtagswahl 1932 erzielte die NSDAP 23,75 % der Stimmen. Zwei Träger des Blutordens sowie die höchste Anzahl (sechs) an Mitgliedern in der Österreichischen Legion im gesamten Bezirk Scheibbs belegen starke illegale nationalsozialistische Aktivitäten während des Verbotes der NSDAP ab 1933. Während des Nationalsozialismus 1938 bis 1945 nahmen Steinakirchner führende Rollen in der Kreisleitung Scheibbs ein (Kreisbauernführer, Kreisbeauftragter f. Kriegsopfer). Zumindest zwei Mitglieder der IKG Ybbs/Amstetten aus Steinakirchen fielen der Shoah zum Opfer. Mehrere Nationalsozialisten aus Steinakirchen wurden vom Volksgericht verurteilt: Leopold Winterer (Todesstrafe), Johann Parzizek (Kerkerstrafe), Johann Hartmann (Kerkerstrafe), Johann Baumgartner (Kerkerstrafe).
Während des Zweiten Weltkrieges sind 106 Männer aus den Katastralgemeinden von Steinakirchen im Krieg gefallen.

Am 1. Jänner 1967 wurde die Gemeinde Ernegg zu Steinakirchen am Forst eingemeindet. Es folgten die Gemeinde Lonitzberg am 1. Jänner 1970 und schließlich am 1. Jänner 1971 Außerochsenbach und Zehetgrub.
Im Jahr 1975 wurde mit zahlreichen Veranstaltungen das 1000-jährige Bestehen von Steinakirchen gefeiert. Das Jahr 1975 wurde gewählt, da die Besiedlung der Gegend im Zeitraum 965 bis 975 vermutet wird. An den Feierlichkeiten nahmen auch Bundespräsident Rudolf Kirchschläger sowie Landeshauptmann Andreas Maurer teil.
In den Jahren 2009 bis 2010 wurde die Volksschule erweitert. In diesem Zubau wurde auch die Musikschule samt einem großen Veranstaltungssaal (Kultursaal) untergebracht. 2014 wurde ein neues Feuerwehrhaus am nördlichen Ortsrand (Lehmhäusl) mit direktem Anschluss an die Nordumfahrung in Betrieb genommen. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Feuerwehrhaus wurde im September 2017 der neue Kindergarten am Standort Lehmhäusl eröffnet. 2025 wurde der Kindergarten um zwei Gruppen erweitert und die Tagesbetreuung für Kleinkinder an den Kindergartenstandort verlegt.
2023 wurde die Volksschule generalsaniert und auf 12 Klassen erweitert. Während der zweijährigen Umbauphase war die Volksschule im Schloss Wolfpassing untergebracht. Im selben Jahr wurde im Ort Steinakirchen ein Glasfasernetz errichtet.
| Steinakirchen am Forst: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 1.826 | |||
| 1880 | 1.872 | |||
| 1890 | 1.864 | |||
| 1900 | 1.861 | |||
| 1910 | 1.837 | |||
| 1923 | 1.808 | |||
| 1934 | 2.003 | |||
| 1939 | 1.919 | |||
| 1951 | 1.962 | |||
| 1961 | 1.953 | |||
| 1971 | 2.091 | |||
| 1981 | 2.119 | |||
| 1991 | 2.319 | |||
| 2001 | 2.370 | |||
| 2011 | 2.267 | |||
| 2021 | 2.329 | |||
| 2026 | 2.283 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1. Jänner 2021 | ||||
Die Mehrheit der Einwohner ist römisch-katholisch (96,5 %), konfessionslos (1,6 %) und evangelisch (0,9 %) stellen die zweit- bzw. drittgrößte Gruppierung dar.

In der Gemeinde Steinakirchen sind zahlreiche Vereine aktiv, viele davon als gemeindeübergreifende Vereine mit den Gemeinden Wang und Wolfpassing, unter anderem:
Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 70, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 165. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1.103. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,51 Prozent. Nennenswerte industrielle Betriebe konnten sich in Steinakirchen nicht nachhaltig etablieren. Einige wenige vormals existierende Industriebetriebe (Möbelerzeugung Pitlicek, Holzverarbeitung Leitner) sind seit vielen Jahren stillgelegt.
In der Ortsmitte betreiben Spar und Billa Lebensmittelmärkte. Weiters gibt es zwei Bäckereien im Ort und einen Fleischhauer. Am zentral gelegenen Marktplatz befinden sich ein traditionelles Gasthaus und zwei Café-Bäckereien. Im Festsaal der Gemeinde befindet sich seit Dezember 2024 ein Gasthaus mit traditioneller österreichischer Kost. In Ernegg befindet sich das Restaurant des Golfclubs Schloss Ernegg.
Im Jahre 2008 wurde in der Nachbargemeinde Wolfpassing ein interkommunales Betriebsgebiet errichtet, in dem sich Firmen verkehrsgünstig ansiedeln können. 2012 wurde das Betriebsgebiet in Kooperation mit der Landesagentur Ecoplus um 30 Hektar erweitert. Nach mehreren Jahren Leerstand siedeln sich seit 2017 sukzessive Firmen im Wirtschaftspark an.
Im Gemeindegebiet von Steinakirchen betreibt Prodes eine Baurestmassendeponie.
In der Gemeinde gibt es eine Tagesbetreuungseinrichtung für Kleinkinder, einen Kindergarten, eine Volksschule, eine Mittelschule, sowie eine Musikschule.
Im Alten Rathaus wurde nach dessen Generalsanierung 2022 ein Bildungszentrum etabliert.
In der Gemeinde Steinakirchen bestehen folgende Sportanlagen:
Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.
