Stein- und Königskrabben

Stein- und Königskrabben

Paralithodes californiensis, von rechts hinten gesehen

Systematik
Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
Unterordnung: Pleocyemata
Teilordnung: Mittelkrebse (Anomura)
Überfamilie: Einsiedlerkrebse (Paguroidea)
Familie: Stein- und Königskrabben
Wissenschaftlicher Name
Lithodidae
Samouelle, 1819
Neolithodes grimaldii, von hinten gesehen

Die Stein- und Königskrabben (Lithodidae) sind eine Familie krabbenähnlicher Mittelkrebse (Anomura). Wie bei den Krabben ist ihr Hinterleib unter den Vorderkörper geklappt. Sie haben allerdings nur vier Paare sichtbarer Beine. Das erste trägt Scheren. Das fünfte Beinpaar liegt versteckt in der Kiemenhöhle, ist verkürzt und hat die Funktion einer Reinigungsbürste. Der Carapax ist von dreieckiger oder ovaler Gestalt und stark kalzifiziert. Stein- und Königskrabben stammen wahrscheinlich von einsiedlerkrebsartigen Vorfahren ab. Der Hinterleib der Weibchen ist noch asymmetrisch, wie es der ihrer Ahnen in Anpassung an den Schutz durch Schneckengehäuse war.

Merkmale

Die Vertreter sind krabbenähnlich. Der Exopodit des ersten Maxillipeden trägt eine Geißel. Die dritten Maxillipeden stehen am Ursprung weit auseinander. Die Scherenbeine sind symmetrisch oder asymmetrisch, gewöhnlich ist dann das rechte größer. Das Epistom ist ohne Dornen. Es gibt drei Schreitbeinpaare. Das Pleon der Weibchen ist asymmetrisch, bei Männchen ist es symmetrisch. Die Rückenplatten (Terga) sind häutig oder aus verknöcherten Platten oder Knoten aufgebaut. Der erste Somit des Pleons ist stark zurückgebildet, die anderen fünf sind gut entwickelt. Zweiter bis fünfter Pleopode sind bei Weibchen unpaar, bei Männchen fehlen sie. Uropoden sind nicht ausgebildet.

Verbreitung

Stein- und Königskrabben leben hauptsächlich in den kalten Meeren, Verbreitungsschwerpunkt ist der nördliche Pazifik. Aber auch an der amerikanischen Westküste bis Patagonien, im nördlichen Atlantik und im Südpolarmeer gibt es Stein- und Königskrabben. Arten in wärmeren Meeren leben in großen Tiefen, an kalten Küsten bewohnen sie das flachere Wasser.

Vertreter der Gattung Paralomis (wie z. B. Paralomis birsteini) konnten auch auf Walstürzen nachgewiesen werden, die sie als Nahrungsquelle nutzen.

Viele der großen Arten, wie die Kamtschatka-Königskrabbe (Paralithodes camtschaticus), werden von Menschen gejagt und als Nahrungsquelle genutzt.

Taxonomie

Die Familie der Stein- und Königskrabben umfasst zwei Unterfamilien mit insgesamt 15 Gattungen (Stand: September 2026):

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Jonas Keiler, Stefan Richter, Christian S. Wirkner: Evolutionary morphology of the hemolymph vascular system in hermit and king crabs (Crustacea: Decapoda: Anomala). In: Journal of Morphology. Band 274, 2013, S. 759–778, doi:10.1002/jmor.20133.
  2. ↑ Jonas Keiler, Stefan Richter, Christian S. Wirkner: The anatomy of the king crab Hapalogaster mertensii Brandt, 1850 (Anomura: Paguroidea: Hapalogastridae) – new insights into the evolutionary transformation of hermit crabs into king crabs. In: Contributions to Zoology. Band 84, 2015, S. 149–165, doi:10.1163/18759866-08402004.
  3. ↑ Gary C. B. Poore, Shane T. Ahyong: Lithodidae Samouelle, 1819. In: Marine Decapod Crustacea. A Guide to Families and Genera of the World. Csiro Publishing, Clayton South 2023, ISBN 978-1-4863-1180-4, S. 312 (englisch).
  4. ↑ Kurt de Swaaf: Leichenschmaus in der Tiefe vom 20. Februar 2016 Neue Zürcher Zeitung, abgerufen am 26. März 2023
  5. ↑ R. Aronson, K. Smith, S. Vos et al. (2015): No barrier to emergence of bathyal king crabs on the Antarctic shelf. PNAS doi:10.1073/pnas.1513962112
  6. ↑ WoRMS taxon details. Lithodidae Samouelle, 1819 World Register of Marine Species, abgerufen am 5. September 2026
Commons: Stein- und Königskrabben (Lithodidae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien