Stempelfehler ist ein numismatischer Fachbegriff für Fehler, die ihre Ursache in der Herstellung oder Beschaffenheit des Münzstempels haben. Das sind Fehler in der Gravur des Münz- oder Medaillenstempels sowie Fehler, die durch Beschädigung des Stempels im Prägebetrieb aufgetreten sind.

Sie entstehen bei der Gravur durch den Stempelschneider. Es sind sachliche, orthografische und grammatische Fehler. Sachliche Unrichtigkeiten sind zum Beispiel Ausfall, Zuführung, Umstellung oder Rückläufigkeit einzelner Buchstaben. Auf Münzen des Mittelalters sind Stempelfehler bei der Gravur des Stempels wegen des Analphabetismus der Stempelschneider häufig. Auf Münzen der Neuzeit kommen sie aber auch vor, so zum Beispiel:
Weitere Fehler in der Gravur sind beispielsweise:
Teilweise wurden falsche Jahreszahlen absichtlich angebracht um schlechtere Münzen als bessere ausgeben zu können, wie das bei den Ephraimiten der Fall war. Auch Rückdatierung zur Vortäuschung eines besseren Münzfußes sind bekannt.

Das ist meist ein Stempelriss oder Stempelsprung, auch Stempelbruch genannt. Er ist auf dem Gepräge durch eine Wulst im Münzbild sichtbar. Charakteristische Stempelrisse waren früher besonders gesuchte Münzen wie beispielsweise
Weitere Beispiele sind:
Ausplatzer von Teilen des Stempels führt zum Beispiel zum Ausfall von Buchstabenteilen. So bei
Verstopfungen einzelner Stempelpartien durch winzige Metallteilchen bewirken den Ausfall eines Buchstabens oder Zahl im Prägebetrieb. Dieser Stempelfehler kommt in der modernen Prägetechnik am häufigsten vor und ist zum Beispiel beim
Bei Münzprägungen im Walzenprägewerk kam es eher zum Bruch einer Prägewalze, als zum Bruch in der Gravur auf der Walze für die Münze. Durch eine gebrochene Prägewalze wurde der Prägevorgang beendet. Fehler im Münzbild bei Beginn des Prägewalzenbruchs sind aber möglich.